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Begriff Definition
Affektbrücke
Eine Affektbrücke (Affekt = Gefühl) ist eine assoziative Verbindung eines Reizes (meist Ereignisse, Orte, Dinge oder Menschen) mit einer in der Vergangenheit erlebten Emotion. Die Reizdarbietung (vorgestellt oder äußerlich) wird dann mit gleichen oder ähnlichen Gefühlen und damit einhergehenden körperlichen Empfindungen erlebt. Siehe auch Anker
Als-ob-Rahmen

Der Als-ob-Rahmen ist ein NLP-Rahmen, indem man so denkt, als ob etwas wahr wäre

Der Als-Ob-Rahmen ist sozusagen eine Simulationstechnik, in der man eine Perspektive einnimmt, die ein Ereignis/Ziel als bereits geschehen erscheinen lässt und man verhält sich so, als ob etwas wahr und möglich wäre oder bereits eingetreten ist. Da im Denken die fiktive Situation bereits Tatsache ist ermöglicht dieser Rahmen einen kreativen Blick auf erwünschte Lösungen und hilft Konsequenzen von Gedanken und Handlungen kreativ zu untersuchen.

Der Als-ob-Rahmen ist vielfältig nutzbar und wird in nahezu allen NLP Bereichen angewendet wie beim Ökocheck, der Wunderfrage oder den Wahrnehmungspositionen. Es ist eine Möglichkeit, Szenarios zu entwerfen und starke Ressourcen aufzubauen. Durch das Denken, als ob etwas schon eingetreten ist, wird das kreative Problemlösen angeregt, Blockaden und Ängste abgebaut. Glaubenssätze können durch den Als-Ob-Rahmen gelockert und Denksackgassen aufgehoben werden. Er findet sich im Future Pace genau so wieder wie in der Timeline-Arbeit oder Zielearbeit. Experimentrahmen, FeeRahmen, Stellvertreterrahmen sind Als-Ob-Rahmen.

Sprachlich wird der Als-Ob-Rahmen durch den Konjunktiv repräsentiert. Formulierungsbeispiele sind: „Gehen wir einmal davon aus, dass.....“ „Was würdest du tun, wenn.....“   „Angenommen du .....“ Nach O´Connor ähnelt der Als-ob-Rahmen ein wenig einem Spiel mit virtuellen Realitäten: Wir wissen, dass es nicht real ist, aber wir können eine Menge lernen und beim Spielen unsere Reflexe testen.

Anker
Ein Anker ist eine bewusst oder unbewusst geprägte Reiz-Reaktionsverknüpfung. Nach der Prägung führt die Darbietung des Reizes automatisch zur Aktivierung der geprägten Reaktion.
Ankern

Als Ankern bezeichnet man den Vorgang, des bewusst herbeigeführten Verbindens eines bestimmten Reizes mit einer bestimmten Reaktion.

Das Ankern stellt im NLP eine Grundtechnik da, die in vielen Formaten enthalten ist. Dabei wird in dem Moment, wenn ein bestimmter Zustand erlebt wird, bewusst ein spezifischer Reiz gesetzt. Beispielsweise berührt der Coach, während der Coachee einen bestimmten Zustand erlebt, ihn an der Schulter, bittet ihn sich ein Symbol vorzustellen oder einen spezifischen Platz im Raum einzunehmen.

Durch diese Verknüpfung eines sinnesspezifischen Reizes mit einer internalen oder externalen Repräsentation wird dann künftig bei Auslösen des Stimulus der geankerte Zustand ausgelöst. Bestimmte Gefühle können so auf „Knopfdruck“ hervorgerufen werden. Beim Ankern können alle fünf Sinneskanäle angesprochen werden (VAKOG).

Der Vorgang des Ankern sollte den TIGER-Kriterien entsprechen: Timing, Intensität, Genauigkeit, Einzigartigkeit und Reinheit.

Assoziation
Eine Assoziation kann sowohl eine Denkverknüpfung meinen als auch eine Wahrnehmungsposition beschreiben, in der etwas im eigenen Körper erlebt, durch die eigenen Augen gesehen, mit den eigenen Ohren gehört wird

1.) Denkverknüpfung

Unter Assoziation versteht man neben der assoziierten Wahrnehmung auch die bewusste oder unbewusste Verknüpfung von Gedanken. Brainstorming ist zum Beispiel eine assoziative Lerntechnik, da man hier zu einem Thema zunächst alles sammelt, was einem innerlich auftaucht.

Assoziationsübungen empfehlen sich auch bei neuen Lerninhalten. Bevor man sich mit einem neuen Inhalt auseinandersetzt, sammlt man Assoziationen, also alles Verknüpfte , was mir dazu einfällt. Dadurch werden in unserem Gehirn, die bereits bestehenden Assoziationsnetze aktiviert und das neue Wissen kann wesentlich leichter „andocken“. Je mehr Assoziationen wir zu etwas haben, umso besser können wir es erinnern und verstehen.

2.) Wahrnehmungsposition

In der assoziierten Wahrnehmungsposition erlebt man eine Situation, Erinnerung oder Vorstellung aus der eigenen Perspektive. Man wiedererlebt mit allen Sinnen und Gefühlen, genau so als ob es noch einmal geschieht. In einem assoziierten Zustand sieht man die Dinge durch die eigenen Augen, erlebt eine Situation von innen heraus, man befindet sich ganz und gar in einem Erlebnis und betrachtet es nicht von einer äußeren und dissoziierten Position.

In der Assoziation sind alle Sinne beteiligt: Man schaut aus den eigenen Ohren, sieht mit den eigenen Augen und spürt sich in seinem eigenen Körper. Da man sozusagen (noch einmal) in seine eigene Haut schlüpft, kann man im Gegensatz zur dissoziierten Wahrnehmungsposition, von sich selbst das Gesicht nicht sehen.

Sprachlich werden assoziierte Zustände durch die 1. Person Singular und den Präsens repräsentiert. Assoziierte Zustände empfehlen sich, um Angenehmes vollständig und intensiv zu erleben, sind da – man den eigenen Wahrnehmungen unmittelbar ausgeliefert ist, nicht geeignet für stark negative Erlebnisse.
Augenzugangshinweise

Augenzugangshinweise sind unbewusste Augenbewegungen, die auf innere Informationsverarbeitungsprozesse hinweisen können

Bewusst auf die Augenzugangshinweise des Gegenübers zu achten, hilft dessen innere Prozesse und Vorstellungen zu verstehen. Die Repräsentationssysteme, in denen wir denken, fühlen und uns Vorstellungen machen, zeigen sich neben der Körpersprache, der Haltung, dem Tonfall und der Atmung auch oftmals sehr gut ablesbar in den Augenbewegungen.

Wenn jemand innere Informationen oder Vorstellungen abruft, bewegen sich die Augäpfel meist in bestimmte Richtungen. Diese Augenbewegungen sind abhängig davon, was er im Geiste gerade tut, ob er nun gerade innere Bilder sieht, innerlich hört oder Gefühle erlebt. Dabei ändert sich die Richtung mit den benutzten Sinneskanälen.

Diese Augenzugangshinweise können ein Hinweis darauf sein, in welchem internalen Repräsentationssystem Prozesse ablaufen und so auf visuelles, auditives oder kinästhetisches Denken hinweisen. Erinnerte Bilder und Geräusche werden meist auf der rechten Seite repräsentiert, Gefühle unten links und wenn wir mit uns im Geiste selbst sprechen bewegen sich die Augen nach unten rechts. Konstruierte Bilder und Geräusche liegen meist auf der linken Seite. Viele Linkshänder und manche Rechtshänder haben allerdings die Seiten vertauscht.

Und wie der Name schon sagt, handelt es sich bei den Augenzugangshinweisen lediglich um Hinweise auf das jeweilig genutzte Repräsentationssystem, sie ersetzen nicht das Kalibrieren.

Back Track Frame

Der Back Track Frame ist eine Sprachtechnik der überwiegend wörtlichen Wiederholung des Gesagten

Beim Back Track Frame wird das zuvor Gesagte, zum Teil wörtlich wiederholt. Es ist eine professionelle Art des aktiven Zuhörens und des sprachlichen Spiegelns, bei der man sich neben dem Wiederholen des Inhaltes, häufig auch noch in der Körpersprache und Gestik sowie dem Tonfall an sein Gegenüber angleicht.

Der Back Track Frame dient dazu, Rapport aufzubauen, sich auf sein Gegenüber einzustimmen, Vertrauen zu gewinnen, durch kleine aber entscheidende Umformulierungen, den Zustand des Gesprächspartners zu beeinflussen und den anderen auf das, was er gesagt hat, aufmerksam zu machen. Der Back Track Frame kann aber auch eingesetzt werden, um Zeit für das eigene Nachdenken zu gewinnen.

Die Möglichkeiten beim BTF sind im Einzelnen
  • das exakte wortwörtliche Wiederholen,
  • das Zusammenfassen, die Formulierungen des Gegenübers werden in eigenen Worten wiederholt (paraphrasiert)
  • das Sprachschatzpacen bestimmter signifikant emotional bedeutsamer Worte, dabei handelt es sich um Worte die dem Gesprächspartner wichtig sind
  • und das wohlgeformte Umformulieren. (Definitionen werden mit Blick auf die logischen Ebenen geändert und Reizworte umgeformt bzw. weggelassen.)
Der Back Track Frame kann auch als verbale Form des Pacen (und Leaden) verstanden werden.
Bagel
Das Akronym BAGEL wird aus den Anfangsbuchstaben für die 5 Schlüsselzugangshinweise gebildet

Das Bagel-Modell wurde von Robert Dilts entwickelt und ist ein hilfreiches „Werkzeug“ beim Modelling. Es beschäftigt sich mit der menschlichen Physiologie beim Durchlaufen internaler Strategien.

Internale (geistige und emotionale) Prozesse benötigen, um kraftvoll und erfolgreich durchlaufen zu werden, physische Unterstützung. Diese physische Unterstützung liefert unser Verhalten. Für erfolgreiches Modeling werden daher neben den höheren logischen Ebenen auch die unteren Ebenen wie das Verhalten mitmodelliert. Dabei kann das Bagel-Modell sehr hilfreich sein, um entscheidende Unterschiede im Verhalten aufzudecken. Außerdem ist es ein gut geeignetes Modell zum Kalibrieren.

Die Schlüsselzugangshinweise des Bagel sind im Einzelnen:

Bodyposture – Körperhaltung
Accessing Cues: Zugangshinweise wie z.B. Tonalität, Atmung, Reaktionsgeschwindigkeit
Gestures: Gestik
Eye movements: Augenbewegungen
Language Patterns: Sprachmuster, Schlüsselworte und analoge Signale
Bedeutungsrefraiming

In einem Bedeutungsreframing wird eine Bedeutung geändert und Ereignisse aus einem anderen Blickwinkel betrachtet

Beim Bedeutungsrefraiming wird einer Aussage eine andere Bedeutung gegeben, so dass man sie danach nicht mehr in der gleichen, zuvor bekannten Weise sehen kann. Dabei bleiben Kontext und Situation einer Aussage oder eines Gedankens erhalten, aber die damit verbundene emotionale Bedeutung wird neu interpretiert.

Beim Bedeutungsrefraiming ändert sich die Betrachtungsweise. Der Fokus wird auf die positive Absicht oder auf das, was einem dadurch geschenkt wurde, gelenkt. Verändert sich die Bedeutung einer Situation, verändert sich auch die Reaktion darauf. Sprachlich kann dies durch Gegensatzpaare verdeutlicht werden - geizig/sparsam, vorsichtig/feige, mutig/leichtsinnig, detailverliebt/pingelig.

Chaining Anchors
Chaining Anchors ist als eine Ankerkette eine Ankertechnik

Beim Chaining Anchors werden mehrere verschiedene Anker in aufeinander aufbauender Reihenfolge gesetzt, so dass beim Auslösen des ersten Ankers automatisch die gesamte Kette abläuft.  Der Chaining Anchors ist gut geeignet als Unterstützung, um Pläne oder Ziele zu verfolgen. Auch im Bereich der Motivation ist diese Ankertechnik sehr gut einsetzbar - beispielsweise, wenn jemand immer wieder auf halber Strecke aufgibt oder gar nicht erst anfängt.

Der Chaining Anchors entspricht einer mehrschrittigen Strategie auf ein gewünschtes Ziel hin. Durch die Verkettung sinnvoll aufeinanderfolgender Zwischenschritte wird eine Erfolgsstrategie installiert. Dies erlaubt es dem Coachee nach und nach ein Spektrum innerer Zustände zu durchlaufen. Der Chaining Anchors ist nicht zu verwechseln mit dem Stapelanker, bei dem die Ankerreize an der gleiche Stelle gesetzt/ausgelöst werden. Beim Chaining Anchors müssen die einzelnen Anker zunächst sauber voneinander getrennt installiert werden, damit später die gesamte Kette ablaufen kann.

Ablauf des Chaining Anchors

Zunächst ankert man die Anker, die man als Chaining Anchor verketten möchte. Es empfehlen sich drei bis fünf positive Anker(-situationen).

Beim Abfeuern der Anker fängt man mit Anker Nr. 1 an und feuert, sobald sich die Reaktion zeigt, Anker Nr. 2 ab.

Danach geht man wieder zurück zu Anker Nr. 1 und feuert diesen ab. Jetzt achtet man darauf, ob Reaktion von Anker Nr. 2 automatisch auftritt.

Sobald sie auftritt, feuert man Anker Nr. 3 ab. Feuert man jetzt wieder Anker Nr. 1 ab, sollten die Reaktion der Anker Nr. 2 und Nr. 3 ebenfalls auftreten.

Die Ankerkette wird in gleicher Weise vervollständigt bis ausreichend Ressourcen aufgebaut sind. Dabei ist es wichtig, dass die einzelnen Anker abgefeuert werden, wenn die jeweilige Reaktion noch nicht vollständig entwickelt ist, sondern noch im Zunehmen begriffen ist, wenn der jeweils folgende Anker abgefeuert wird.
Change Future
Der Change Future ist ein Timeline-Format zum ressourcevollen Erleben eines als unsicher empfunden künftigen Ereignisses

Der Change Future ist ein Visionsformat und in gewisser Weise, eine Art Change History in der Zukunft. Es dient der Veränderung der Vorstellung einer als unsicher erlebten Zukunft, und somit einer neuen Repräsentation eines zukünftigen Ereignisses. Für emotionale, wichtige Gespräche ist der Change Future ebenso gut geeignet, wie für Bewerbungsgespräche, Prüfungen oder berufliche Herausforderungen.

Die Schritte des Change Future mit Bodenankern:
  1. Arbeitstimeline definieren: Der Coachee bestimmt und prägt auf der Timeline die Bodenanker für den Gegenwartspunkt und das problematische Ereignis in der Zukunft.
  2. Fragestellung: Ist ein guter Ausgang vorstellbar? Falls ja, geht der Coachee hinter das Ereignis auf der Timeline auf den Zeitpunkt, wo das Ereignis gut ausgegangen ist. Falls nein, ist zunächst ein Ressourcenaufbau nötig.
  3. Der Coachee erlebt (VAK) den positiven Zustand und alles, was zu dem guten Ausgang beigetragen hat.
  4. Mit Blick in die Timeline-vergangenheit beschreibt der Coachee, welche Ressourcen (innen und außen) ihm geholfen haben? Was hat der Coachee alles gemacht hat, wie konnte es gut ausgehen? Man sammelt diese Erkenntnisse und Ressourcen.
  5. Der Coachee geht mit dem inneren positiven Zustand neben der Timeline (Meta) zum Gegenwartspunkt.
  6. Er durchläuft ressourcevoll die Timeline vom Gegenwartspunkt aus bis hinter das gut ausgegangene Ereignis. Der Coachee wird gefragt: Schau doch mal, was noch alles hinzugekommen ist, welche Ressourcen sind hinzugekommen? Auch diese Erkenntnisse und Ressourcen werden gesammelt.
  7. Dieser Prozess wird in mehreren Runden wiederholt.
  8. Der Coachee endet ressourcevoll in der Gegenwart und nimmt die Erkenntnisse der Timeline in sich auf.
  9. Test und Manifestation.
Change History
Der Change-History ist ein Timeline-Format zum ressourcevollen Neuerleben belastender Problemsituationen in der Vergangenheit

Der Change History ist ein Format zur Veränderung der Repräsentation eines vergangenen Erlebnisses durch ein neues, ressourcevolles Neuerlebens. Belastende Erfahrungen werden mithilfe geeigneter Ressourcen aufgelöst. Dabei wird nicht das Ereignis an sich geändert, sondern vielmehr das, was man daraus gelernt hat.

Es geht nicht darum, das negative Ereignis zu wiederholen, sondern das Ereignis erneut und ressorcevoll noch einmal zu erleben und neu zu bewerten. Im Mittelpunkt steht die internale Repräsentation dieser Vergangenheit und nicht das vermeintlich tatsächliche Ereignis. Repräsentationen sind veränderbar. Die Version wie es wirklich war soll in die Version wie es hätte sein können, wenn damals schon die Ressourcen zur Verfügung gestanden hätten, übergehen. Damit wird die Erfahrung zu einer Quelle des ressourcevollen Lernens.

Change History ist sehr gut geeignet für vergangene negative Erfahrungen, die einem in der Erinnerung immer noch schlechte Gefühle bereiten. Durch die Anreicherung mit Ressourcen und das erneute assoziierte Erleben werden die unangenehmen Erinnerungen neutralisiert. Change History ist auch ein Collapsing Anchors auf der Timeline.

Die Schritte des Change History mit Bodenankern:
  1. Arbeitstimeline definieren: Der Coachee bestimmt und prägt auf der Timeline sowohl den Gegenwartspunkt als auch den Problemereignis. Dabei soll er möglichst in der Dissoziation bleiben.
  2. Vor und hinter dem unangenehmen Ereignis gab es jeweils zwei Punkte, wo noch oder schon wieder alles in Ordnung war. Diese werden vom Coachee bestimmt und ebenfalls als Bodenanker ausgelegt (sogenannte Sandwichtechnik).
  3. Ressourcen finden und ankern: Gegebenenfalls werden Ressourcen auch gestapelt oder intensiviert. Ressourcen können auch erfragt werden: Was brauchst du, dass das kein Problem mehr ist?
  4. Der Coachee testet innerlich, ob diese Ressourcen für das Problem reichen werden? Falls nein, werden ggf. weitere Anker gestapelt.
  5. Der Coachee stellt sich mit den Ressourcen vor das Problemereignis und löst den Ressourcenanker aus.
  6. Er geht ressourcevoll durch das Problemerlebnis hindruch. Der Coachee geht mit den Ressourcen zuerst schneller durch das Problemerlebnis bis zu dem Punkt, an dem wieder alles in Ordnung ist. Der Coachee tritt von der Timeline runter und es wird ein Seperator gesetzt.
  7. Dieser Prozess wird mehrmals wiederholt. Der Coachee geht neben der Timeline wieder zurück an den Punkt vor dem Ereignis, der Resourcenanker wird erneut ausgelöst und Schritt 6 mehrmals wiederholt. Dabei geht er immer langsamer durch das Problemerlebnis, solange bis die Physiologie des Coachees ressourcevoll ist.
  8. Ressourcevoll bis zum Gegenwartspunkt gehen und neue Erkenntnisse integrieren.
  9. Test und Manifestation.
Chunking
Chunking ist das hoch-, runter- und seitswärts-Bewegen auf verschiedenen Bedeutungsebenen

Chunking (chunk bedeutet Brocken/Stück) ist eigentlich ein Begriff aus der Computersprache und bedeutet in Gruppen einzuteilen. Eine Gruppe besteht dabei aus Informationseinheiten (chunks) mit gemeinsamen Merkmalen.

Beim Chunking haben wir eine Einteilung in drei Gruppen: Chunk up, chunk down und chunk sideways. Indem wir von einer Ebene hoch, runter oder seitlich gehen, verändert sich die eigene Wahrnehmung. Dadurch wird die betrachtete Informationsmenge größer, oberflächlicher, abstrakter oder kleiner, präziser oder konkreter gestaltet. Das Chunking ist eine wichtige kreative Basistechnik und wird eingesetzt, um Ideen zu bekommen, Glaubenssätze zu ändern, Ressourcen zu finden, Ziele zu definieren und die positive Absicht herauszuarbeiten. Außerdem ist es eine wichtige Fähigkeit bei Lernprozessen.

Chunking hat viel damit zu tun, wohin wir unsere Aufmerksamkeit lenken. Man kann dabei auf das Große und Ganze oder die Kleinigkeiten achten. Die Fähigkeit des Chunkens bedeutet seine Aufmerksamkeit zwischen Generalisierung und Detail, aber auch sich zwischen den logischen Ebenen bewegen zu können.

Die drei Arten des Chunkings sind:
  • chunk up (hochchunken): Hier bewegt man sich vom Spezifischen zum Allgemeinen, man beginnt bei den kleineren Bestandteilen und geht dann zu den größeren Teilen. Man verallgemeinert. Das chunk up ist der Spung in eine umfassendere, abstraktere Informationsebene.
  • chunk down (hinunterchunken): Dabei bewegt man sich vom Allgemeinen zum Spezifischen oder Besonderen. Man spezifiziert. Das chunk down ist der Sprung in eine spezifischere, konkretere Ebene.
  • chunk sideways: Hier geht es darum zu Vergleichen oder Analogien zu bilden, also weitere Beispiele auf derselben Informationsebene zu finden. Sideways chunken hat viel mit der freien Assoziation zu tun.
Sprachlich betrachtet chunken wir mit dem Meta-Modell hinunter, wenn wir nach speziellen Beispielen fragen. Mit dem Milton-Modell chunken wir sprachlich hinauf, hier bewegen wir uns vom Besonderen zum Allgemeinen. Und wenn wir Metaphern, Gleichnisse oder Analogien benutzen, vollziehen wir eine sprachliche Seitwärtsbewegung zu einer anderen Bedeutung auf der gleichen Ebene.
Circle of Excellence
Mit dem Circle of Excellence können Exzellenzzustände bewusst abrufbar gemacht werden

Das Format des Circle of Excellence ist ein Moment of Excellence, der zusätzlich mit einem Bodenanker verknüpft ist. Mit diesem Format kreiert der Coachee sich eine Stärke an seiner Seite, die ihn unterstützt und die er immer dabei hat. Für den Coachee wird ein Exzellenzmoment, ob er ihn selbst kennt oder aus verschiedenen Ressourcezuständen konstruiert, bewusst abrufbar. Das besondere an diesem Format ist das VAK-Ankern eines Ressourcenzustandes. Beim Ankern werden alle wichtigen Sinnessysteme miteinbezogen.

Mit dem Circle of Excellence kann man aber nicht nur einen Exzellenzmoment ankern, sondern auch einschränkende Erfahrungen verändern. Je nach Bedarf und Anforderung kann der Coachee sich unterschiedliche Circle of Excellence entwickeln. Oftmals ist aber bereits ein Circle of Excellenz so kraft- und machtvoll, dass er universell einsetzbar ist.

Ablauf des Circe of Excellence
  1. Ressourcenzustand wählen.
  2. Visueller Anker: Einen zum Ressourcenzustand passenden, attraktiven Kreis visualisieren und als Bodenposition ankern.
  3. Mit einer erwünschten, attraktiven Ressource den Kreis betreten, Ressource erleben und mit Kreis verbinden.
  4. Auditiver Anker: Außerhalb des Kreises ein unterstützendes Wort, ein Geräusch oder Satz finden.
  5. Mit dem Wort, dem Geräusch oder dem Satz den Kreis betreten und mit dem Kreis und der Ressource zusammen erleben und verbinden.
  6. Kinästhetischer Kreis: Außerhalb des Kreises eine unterstützende Geste finden
  7. Mit Geste den Kreis betreten. Die Ressource im Kreis mit dem Wort/Geräusch und der Geste erleben und verbinden.
  8. Integrieren des Circle of Excellence auf einem dem Coachee passende Weise.
  9. Test und Manifestation - Dieser Ressourcenkreis steht nun jederzeit zur Verfügung.
Coaching-Rahmen
Der Coaching-Rahmen ist ein 5-stufiger Rahmen für Coachings

Der Coachingrahmen besteht aus den Bausteinen Rapport, Thema und Ziel, Ökocheck, Intervention und Test und Manifestation. 

Jeder Einstieg in NLP-Veränderungsarbeit geschieht zunächst über die drei Parameter Rapport, Ziel, Ökologie (siehe Rapport, Ziel, Ökologie). Meist sind Zielklärung und Ökocheck schon ein Großteil der Intervention, werden so aber oftmals nicht wahrgenommen, da erst in den Formaten und Techniken der Handlungsaspekt stärker zum Tragen kommt. In der anschließenden Intervention wird dann das ausgewiesene NLP-Format angewendet. Der Coaching-Rahmen endet mit dem Schritt Test und Manifestation. Hier kann der Coach beispielsweise anhand der Skalenfrage überprüfen, ob das Ziel des Coachings erreicht wurde. Zur Manifestation eignen sich u.a. Future Pace, 72-Stunden-Vision, die Beschreibung des ersten Schrittes oder eine Hausaufgabe.
Collapsing Anchor

Der Collapsing Anchor ist eine Ankertechnik, bei der zwei Anker zu etwas kraftvollem Neuen verschmelzen

Der Collapsing Anchor ist eine Grundtechnik, um zwei Anker - meist einen Ressource- und einen Problemanker- miteinander zu vereinen. Dabei wird die stärkere Ressource in das Problem gebracht und dient als Befreier für eine versteckte Ressource hinter dem Problem.

Dieses Format basiert auf der Vorannahme, dass jeder Zustand, egal wie wir ihn auch bewerten, Ressourcen enthält. Beim Collapsing Anchor werden beide Anker gleichzeitig abgefeuert und verschmelzen miteinander. Dabei wird kein Anker überschrieben, gelöscht oder ausgetauscht, sondern vielmehr ein neues, intensives Gefühl, eine neue noch kraftvollere, energievolle Ressource erlebt. Dadurch entsteht ein Zustand, der meist noch besser ist als der Zustand des ersten Ressourcenankers.

Durch die gesetzten Bodenanker sieht der Coachee sein Thema bereits dissoziiert. Der Ressourcenaufbau ist entscheidend für den Erfolg des Collapsing Anchors, daher kann es gegebenenfalls hilfreich sein, Ressourcen zu stapeln. Der Coachee begibt sich nur kurz in den zu verändernden, ressourcenarmen Zustand und geht in der Meta-Position in den Suchprozess nach einer kraftvollen Ressource, mit der das Problem kein Problem mehr wäre. Begibt der Coachee sich dann erneut in den ressourcenarmen Zustand (Bodenanker) hat er eine starke Ressource an seiner Seite. Die gleichzeitige Aktivierung der Ressourcen beider Zustände eröffnet dann unbewusst neue Wahlmöglichkeiten. Die stärkere Ressource wird in das Problem gebracht und fließt bildlich gesprochen in das „Problem“ hinein, und kann so die Ressource hinter dem Problem freisetzen. Der positive Effekt ist, dass die Aktivierung des Problemankers zukünftig in den neuen Ressourcen State führt.

Collapsing Anchor ist sehr gut geeignet für polar erlebte Zustände, von denen der eine meist negativ bewertet wird, wie zum Beispiel bei Prüfungsängsten. Der Collapsing Anchor begegnet uns in vielen Formaten: Der Change History ist beispielsweise ein Collapsing Anchor auf der Timeline.

Ablauf des Collapsing Anchors:
  1. Problemanker setzen.
  2. Ressourcenanker setzen: Ein Zustand, indem das Problem nicht mehr als Problem empfunden wird.
  3. Testen, ob die geankerte Ressource ausreichen würde, um das Problemereignis neu erleben zu können. Gegebenenfalls werden die Ressourcen intensiviert und gestapelt bis sie ausreichen.
  4. Erst Ressourcenanker aktivieren, dann den Problemanker: Neuer Ressourcenzustand wird aktiviert.
  5. Test und Manifestation (beispielsweise Future Pace).
Disney Strategie

Die Disney Strategie (auch Disney Format oder Disney Methode genannt) ist eine, von Walt Disney abmodellierte, Kreativitätsstrategie zur Entwicklung und Realisation von Zielen und Visionen.

Dissoziation

Die Dissoziation ist ein Wahrnehmungszustand, in dem eine Erinnerung oder ein Erlebnis von außen betrachtet wird

Wir sind dissoziiert, wenn wir uns vorstellen, die eigene Person von einem außenliegenden Punkt zu sehen und zu hören. Wir befinden uns außerhalb unseres Körpers, beobachten uns selbst von außen, ohne Kontakt zu den eigenen Gefühlen. Dabei können wir unser eigenes Gesicht erkennen, was in einem assoziierten Zustand nicht der Fall ist.

In einem dissoziierten Zustand wird ein Erlebnis oder eine Erinnerung von außen betrachtet, gesehen und gehört und wir können uns dabei selbst beobachten, so als ob wir die eigene Person wie ein externer Zuschauer oder Zuhörer wahrnehmen. Da im dissoziierten Zustand die eigene Erfahrung mit einem gewissen Abstand registriert wird, ist die Dissoziation gut geeignet, um von negativen Erlebnissen Abstand zu gewinnen.

Traumatische Situationen oder stark emotionale Ereignisse werden meist assoziativ erlebt. Im Gehirn sorgt die Amygdala in solch extremen ressourcenarmen Zuständen für eine Überforderung, d.h. dass konkret die Orientierung in Raum und Zeit verloren geht und auch die auditive Wahrnehmung gestört wird. Hier ist es hilfreich in der Dissoziation Abstand zu schaffen und eine Reorientierung in Zeit und Raum zu ermöglichen. Eine dissoziierte Position einzunehmen kann ebenfalls in stressigen Situationen eine gute Strategie sein.

Downwards Inflection

Die Downwards Inflection ist eine fallende Intonation

Downwards Inflection bezeichnet das Absenken der Stimme am Ende eines Satzes. Dadurch bekommt das Gesagte mehr Bestimmtheit, Glaubwürdigkeit und Nachdruck.

Kleiner Unterschied – große Wirkung. Dieser kleine Qualitätsunterschied hat eine große Auswirkung auf die unbewusste Verarbeitung des Gesagten und zwar unabhängig vom eigentlichen Inhalt. Senkt der Sprecher am Satzende seine Stimme, suggeriert dies dem Zuhörer, dass es sich bei der Aussage um einen definitiven Fakt handelt, an dem es nichts zu rütteln gibt und er das Gesagte sicher weiß. Die Stimmsenkung ist daher auch ein geeignetes Mittel, um in Vorträgen leichtes Lampenfieber oder Unsicherheiten gekonnt zu überspielen.

Evidenz

Evidenz meint Offenkundigkeit, es ist ein Kriterium zur Entscheidung, ob ein Ziel erreicht wurde

Evidenz bedeutet, dass etwas offensichtlich oder augenscheinlich ist. Im NLP spielt die Evidenz für die Zielkonkretisierung eine wichtige Rolle, gibt sie doch einen Ausschluss über die Zielkriterien.

Antwortet der Coachee zum Beispiel auf die Frage „Was möchtest du erreichen, was ist dein Ziel?“ mit allgemeinen Formulierungen wie Geld, Erfolg, Liebe, Freiheit, geht es im Coaching um die Konkretisierung dieser allgemeinen Vorstellungen. Stellt man in diesem Zusammenhang die Frage „Woran wirst du erkennen, dass du dein Ziel erreicht hast?“, hat man die sogenannte Evidenz-Prozedur durchgeführt. Ein offenkundiges Kriterium, das auch für andere erkennbar ist, dass der Beweis dafür ist, dass ein Ziel erreicht oder ein Problem gelöst wurde.

Experiment-Rahmen

Der Experiment-Rahmen ist eine Variante des Als-Ob--Rahmens – der Coachee wird eingeladen, ein Experiment zu machen

Im Setting eines Experiment-Rahmens fällt es Menschen oft leichter, etwas (Neues) auszuprobieren, da es sich ja nur um ein Experiment handelt und sie sich nicht verändern müssen. Der Experiment-Rahmen lädt vielmehr zu einem Versuch ein: „Hast du Lust auf ein Experiment....“ ist oft die einleitende Frage für diesen NLP-Rahmen.

Dies weckt bei dem Coachee die Neugier ganz unverbindlich einmal Etwas auszuprobieren und das spielerisch und ohne Leistungsdruck zu tun. Wie im Als-Ob-Rahmen werden mit diesem Rahmen „aber-Einwände“ kunstvoll ausgehebelt und der Coachee wieder in die Lage versetzt sich andere Situationen, stärkende Ressourcen und neue Möglichkeiten vorzustellen.

Fast Phobia Cure

Die Fast Phobia Cure ist eine Technik zur Auflösung von Ängsten und Phobien

Die Fast Phobia Cure ist ein Universalansatz für Themen, die bei jemandem Ängste oder Phobien auslösen. Dabei ist es nicht wichtig zu wissen, woher sie kommen.

Die Intervention ist eine spezielle Form von Submodalitätenarbeit. Das zentrale Element bei der Fast Phobia Cure ist die Benutzung der Richtungsumkehrung: Bei der visuellen Fast Phobia Cure wird der Prägungsfilm rückwärts erlebt, bei der kinästhetischen Fast Phobia Cure die Drehrichtung des Gefühls geändert. 

Hintergrund ist, dass eine Phobie ein unkontrollierbarer Pawlowscher Reflex ist: Auf einen Reiz (Stimulus) folgt eine automatisch und immer gleich ablaufende Wirkung (Response). Das erzielte Ergebnis aus dieser Reiz-Wirkung Abfolge ist meist negativ besetzt. Dabei entzieht sich der kinästhetische Reflex, wie Zittern und Erstarren in einer Angstsituation, als eine Reaktion des Körpers der Kontrolle der Person.

Richard Bandler fand Ende der 70-iger Jahre heraus, dass ein assoziierter Rückwärtslauf mit veränderten Submodalitäten die neurosynaptischen Verbindungen von Reiz und Reaktion löscht. Damit war er in der Lage Reiz und Reaktion voneinander zu trennen und zu verändern. 

Ablauf der kinästhetischen Fast Phobia Cure:

1. Thema und Situation klären, Problemgefühl wahrnehmen
2. Lob: Würdigung des Teils, welcher die Angst bzw. das ungute Gefühl zum Schutz des Coachees generiert hat
3. Das negative Gefühl lokalisieren. Welches Gefühl hat der Coachee in der unangenehmen Situation? (Submodalitäten abfragen, Skalenfrage)
4. Gefühl dissoziieren und aus dem Körper herausnehmen.
5. Beschreibung (VAKOG) des Gefühls und Klärung der Bewegungsrichtung.
6. Drehrichtung umkehren und immer schneller werden lassen. Änderungen bemerken.
7. Gefühl assoziiert zurück in den Körper bringen und dabei weiter schnell drehen lassen. Nun an die Angst auslösende Situation denken und sie jetzt neu und anders erleben.

Ablauf der visuellen Fast Phobia Cure:

1. Ressourcenanker setzen und während der Intervention als Sicherheitsressource nutzen.
2. Doppelte Dissoziation der angstauslösenden Situation, evtl. unterstützt durch ein Kinosetting. Dabei sieht sich der Coachee im Kinosessel sitzen.
3. Die Leinwand zeigt in Schwarz-Weiß das Bild vor dem angstauslösenden Ereignis. Es ist der Moment, als noch alles in Ordnung war (sogenannte Sandwich-Technik).
4. Der Film des Ereignis läuft Schwarz-Weiß vorwärts bis nach dem Ereignis, als es wieder in Ordnung ist und stoppt dort.
5. Der Coachee steigt assoziiert in dieses letzte Bild und der Film läuft jetzt in Farbe sehr schnell rückwärts. Dies kann evtl. mit einem Ton oder Geräusch wie Zirkusmusik untermalt werden.
6. Das assoziierte Rückwärtslaufen des Farbfilms wird mehrmals immer schneller wiederholt, bis Erleichterung eintritt.
Fee-Rahmen

Der Fee-Rahmen ist eine Variante des Als-ob-Rahmens zur Herausarbeitung von Ziel- oder Problemevidenz oder zum Ressourcenaufbau

Der Coachee wird im Fee-Rahmen eingeladen so zu tun, als würde er einen erwünschten Zielzustand erleben. Er wird dazu auf eine geschickte Art und Weise mit der Vorstellung einer Fee eingeladen. Eine Fee habe heimlich über Nacht alle Probleme des Coachees gelöst: Was ist nun möglich, was ist anders und woran würden es der Coachee und seine Umgebung erkennen? Durch den Fee-Rahmen erzielt man eine ganz klare Fokussierung auf das Zielerleben und ein kraftvolles assoziiertes Erleben.

Verwendet wird dieser Rahmen meist, um die Evidenz eines Ziels herauszuarbeiten oder um Ressourcen zu erarbeiten. Er ist auch gut als Ideenschmiede geeignet: Aus dem positiven Erleben heraus können einzelne Schritte zur Zielerreichung rückblickend beschrieben werden. Je nach persönlichen Präferenzen kann die Fee auch in Form eines anderen magischen Wesens erscheinen, das auf magische Weise das Problem des Coachee verschwinden lässt. Der Fee-Rahmen ist eine Variante des Als-ob-Rahmens und mit der Wunderfrage verwandt.

Fraktionieren

Fraktionieren ist eine Hypnosetechnik zur schnellen Trancevertiefung

Fraktionierung ist eine wichtige Technik in der Hypnose, wobei man durch wiederholte Tranceeinleitung mit anschließendem Unterbrechen eine schnelle Trancevertiefung erreicht. Fraktioniert der Coach nach der Tranceeinleitung und bringt den Klienten anschließend wieder in Trance, ist die anschließende Trance tiefer als die erste. Auf diese Weise kann man die Hypnose stufenförmig vertiefen bis eine gewünschte Trancetiefe erreicht ist. Während der Fraktionierung ist der Klient zwar sehr nah am Wachzustand, aber immer noch in Trance, was eine anschließende Wiedereinleitung in die Hypnose vereinfacht.

Neben der Technik zur Trancevertiefung kann das Fraktionieren auch dazu dienen eine Pause zu schaffen, um ein Ereignis in oder während der Hypnose zu besprechen. Zu fraktionieren ist auch gut zur Vorbereitung geeignet, um einen Coachee zu einem anderen Zeitpunkt schneller in eine Hypnose leiten zu können, wie zum Beispiel bei einem Zahnarztbesuch.
Fritz Perls

Friedrich Salomon Perls (08.07-1893 - 14.05.1970) war Psychoanalytiker, Mitbegründer der Gestalttherapie und 1. NLP-Modell

Fritz Perls, ausgebildet in Psychoanalyse, brach in den vierziger Jahren mit diesem Therapieansatz und entwickelte seine eigenen Vorstellungen, die später als Gestalttherapie bekannt wurden, weiter. Als einer der ersten Therapeuten arbeitete er mit der Vorstellung von Repräsentationssystemen. Dabei benutzte er das Modell der Persönlichkeitsanteile. Für ihn war ein ganz wesentliches Therapieziel, dass diese Teile harmonisch zusammenleben.

Daneben gilt Fritz Perls als erstes Modell im NLP. Grinder und Bandler modellierten ihn und seine Methoden, wodurch er neben Milton H. Erikson und Virginia Satir zu einer der Hauptinspirationsquellen für das NLP wurde. Nach dem Tod von Perls wollte Robert S. Spitzer, Psychiater und Verleger von Perls, Manuskripte und Vorträge transkribieren lassen und konnte Richard Bandler für diese Arbeit gewinnen. Dieser vertiefte sich derart darin, dass er nicht nur begann wie Fritz Perls zu denken und zu sprechen, sondern selbst Gestalttherapie-Seminare an der Universität von Santa Cruz anbot. In diesem Zusammenhang traf er auf John Grinder. Der Linguist erkannte die Muster hinter den von Bandler unbewusst modellierten Denkweisen und Therapiemethoden und erstellte ein Erfolgs-„Modell“, wodurch Perls Kernkompetenzen lehr- und lernbar gemacht wurden. So wurde Perls Werk zum ersten Modell der beiden NLP-Entwickler.
Future Pace

Der Future Pace ist ein „Anker in die Zukunft“

Mit dem Future Pace wird eine Brücke in die Zukunft geschlagen. Der Coachee erlebt mental eine zukünftige Situation mit den gewünschten Ressourcen und erkundet seine Zukunftsvorstellung in einem bestimmten (veränderten) Kontext. Auf dieser mentalen Reise erlebt er, wie er sich in seinem Alltag mit den neuen Ressourcen verhält und schafft so den Brückenschlag, um das gewünschte Verhalten dann auch zur Verfügung zu haben.

Der Future Pace ist zugleich Anker und Training für das gewünschte Verhalten und dient am Ende einer Intervention dazu, die gewünschte Veränderung zu testen. Ziel ist es, sicherzustellen, dass die angestrebte Veränderung in der entsprechenden Umgebung ganz natürlich und automatisch eintreten wird. Dabei wird der Coachee eingeladen sich mit allen Sinnen die konkrete Situation innerlich vorzustellen und zu erleben. Bleiben Zustand und Physiologie dabei nicht positiv, war die Intervention noch nicht ausreichend und es sollte ggf. nachgearbeitet werden.

Mit dem Future Pace werden Ziele wiederholt sinnlich konkret erlebt. Der Coachee assoziiert sich mit dem Ziel und das Ziel gewinnt noch mehr an Attraktivität.

Glaubenssätze
Glaubenssätze sind Generalisierungen über sich selbst und die Welt

Glaubenssätze oder Überzeugungen sind die Lebensregeln, an denen wir uns orientieren. Sie können entwickelt werden über sich selbst, über Mitmenschen oder über die Welt. Es sind Verallgemeinerungen, die auf eigenen Erfahrungen oder den Erfahrungen und Meinungen anderer basieren. Diese Erfahrungen werden generalisiert und wirken wie sich selbst erfüllende Prophezeiungen. Es sind allgemeine Aussagen, Urteile, Vorannahmen, an die man persönlich glaubt. Glaubenssätze erklären uns die Spielregeln dieser Welt, da sie unsere Lebensregeln sind, verteidigen wir sie und stellen sie selten in Frage.

Glaubenssätze liefern uns Orientierung in der Welt, einen Halt im Leben und ein Gefühl der Sicherheit. Die Inhalte der Glaubenssätze beeinflussen unsere Wahrnehmung, unser Denken, unser Verhalten, unsere Fähigkeiten und unsere Empfindungen. Es sind Annahmen „mit einem Gefühl der Sicherheit“ (Anthony Robbins), die eine subjektive Wahrheit beschreiben. Wenn wir etwas glauben, codieren wir es in einer bestimmten Art und Weise über die Submodalitäten. Dazu haben wir unsere persönlichen Überzeugungsstrategien. Glaubenssätze, die in unserer Überzeugungsstrategie codiert sind, halten wir für wahr.  

Glaubenssätze können durch ein signifikant Emotionales Ereignis (SEE) in sogenannten Prägungssituationen  (imprints) geprägt werden. Sie manifestieren sich durch Wiederholungen. Wenn man immer wieder das Gleiche hört oder erlebt, leitet man daraus eine Regel ab oder Glaubenssätze werden von Autoritäten übernommen. Und Glaubenssätze pflanzen sich fort, sie reproduzieren sich und bilden Varianzen (Menetik). Ist der Nährboden gut vorbereitet, kann sich ein flüchtiger Gedanke wie ein Virus ausbreiten. Dabei gilt: "What the thinker thinks, the proover proves" (Robert Anton Wilson). Erfahrungen oder Gehörtes können sich so zu einem Glaubenssatz entwickeln, der durch andere Glaubenssätze und Erfahrungen in der Welt bewiesen wird. Auf diese Weise entstehen Assoziationsnetze von Glaubenssätzen und ein ganzes Glaubenssystem.
 
Nach Dilts sind Glaubenssätze "Verallgemeinerungen über

a) Ursachen/Zusammenhänge (Vergangenheit)
b) Bedeutung,(Gegenwart)
c) Grenzen und Möglichkeiten (Zukunft)

und zwar hinsichtlich:
  1. der Welt um uns herum,
  2. speziellen Verhaltensweisen
  3. Fähigkeiten
  4. unserer Identität" (Robert Dilts, 1992).
Go First

Go First ist ein Vorangehen im Rapport

Go First hat im NLP mehrere Bedeutungen. Zum einen gibt das Go First eine Marschrichtung an: Der Coach geht vor und der Coachee folgt ihm. Wenn der Coach einen Klienten zum Beispiel in einen Zielzustand oder in eine Trance führen möchte, funktioniert dies am einfachsten, wenn der Coach vorangeht und der Coachee ihm (automatisch) folgt. Dies setzt einen guten Rapport voraus.

Go First erinnert uns als Coach aber auch daran authentisch zu sein. Nicht nur in der Interaktion mit dem Coachee geht der Coach voran, sondern auch in Sachen Formate, Techniken und Interventionen. Er sollte nur solche anbieten, von denen er überzeugt ist und deren Wirkung er selbst einmal erlebt hat. Dies wirkt authentisch und schafft Rapport. Steht der Coach nicht hinter dem angebotenen Format oder ist davon nur in Ansätzen überzeugt, werden sich die Möglichkeiten der Intervention wesentlich schwerer entfalten können.

Last but not least ist Go First aber auch eine Botschaft an den Coachee. Wenn ein Klient mit Veränderungswillen in das Coaching kommt, aber eigentlich möchte, dass die Veränderung in seinem Umfeld stattfindet, sich zum Beispiel der Partner, Arbeitskollegen oder Familienmitglieder ändern sollen, erinnert es den Coachee daran, dass nur wir uns selbst verändern können und niemals direkt andere Menschen. Doch diese Veränderungen können, wie kleine Stellschrauben in einem System, nachhaltige Veränderungen mit sich bringen. Die Veränderungen ziehen ihre Kreise, mal schneller, mal langsamer, mal kleiner, mal größer und der Coachee wird (und manchmal auch der Coach selbst) durch Go First daran erinnert, bei sich anzufangen.

Gregory Bateson

Gregory Bateson war Anthropologe, Systemtheoretiker, Kybernetiker, Philosoph und NLP-Vordenker
(09.05.1904-04.07.1980)

Gregory Bateson befasste sich intensiv mit vielen Wissenschaften. Als Anthropologe berührte er mit seiner Arbeit viele Bereiche wie die Ethnologie, Psychiatrie, Psychologie und Kybernetik. In den 20er und 30er Jahren beobachtete Bateson Menschen auf Bali und Neu Guinea. Danach war er an den ersten Entwicklungen der Kybernetik und der Informationstheorie beteiligt.

Zusammen mit Jay Haley, John Weakland und Paul Watzlawick entwickelte er die Vorläufer der Kurzzeittherapie. Und auch wenn er nie von Bandler und Grinder modelliert wurde, könnte man Bateson als stilles Modell des NLP bezeichnen. Seine Arbeiten, wie zum Beispiel die Schriften zur Weisheit vielfältiger Perspektiven, bilden eine grundlegende Basis des neurolinguistischen Programmierens.

In den 70er Jahren hatten Bandler und Grinder in Santa Cruz intensiven Kontakt mit Bateson. Sein Denken beeinflusste die beiden NLP-Gründer ganz besonders als sie Kommunikationsfertigkeiten modellierten. Bateson hatte entdeckt, dass Kommunikation redundant ist und aus verbalen und nonverbalen Parabotschaften besteht. Er war es auch der Bandler und Grinder den Tipp gab, sich einmal Milton H. Eriksons Arbeit genauer anzusehen und somit insgeheim verantwortlich für ein weiteres Modell im NLP wurde. Auch Robert Dilts Arbeit ist stark beeinflusst von Gregory Bateson. Dilts Logische Ebenen der Veränderung gehen auf Bateson zurück ebenso wie die vier Ebenen des Lernens, denen Dilts die 5. Ebene der Meisterschaft hinzufügte. Außerdem gilt Bateson als geistiger Vater des Konzepts der Wahrnehmungspositionen und des Öko-Checks.

Grundannahmen
Grundannahmen bestimmen das ethische Fundament und grundlegende Basis des NLP

Etwas salopp formuliert sind die NLP-Grundannahmen die Bibel des Neurolinguistischen Programmierens, sein Grundgesetz und Verhaltenskodex. Sie sind Grundlage und Basis aller Methoden, Prozesse und Modelle und liefern sowohl die ethische Richtschnur, als auch einen einheitlichen Verständigungsrahmen.

Die NLP-Grundannahmen spiegeln sich in der Haltung wieder und sind damit die Voraussetzung für jegliche Veränderungsarbeit: Um NLP zu verstehen, ist es wichtig die Grundannahmen zu verstehen. Um NLP erfolgreich anzuwenden, ist es wichtig, die Grundannahmen zu verinnerlichen. Einige wichtige Grundannahmen sind:

Modell der Welt
- Die Landkarte ist nicht das Gebiet.
- Jeder Mensch lebt in seinem eigenen Modell der Welt.
- Das beste Modell ist das mit den meisten Wahlmöglichkeiten.

Das Modell des Menschen
- Menschen treffen innerhalb ihres Modells der Welt zu jedem Zeitpunkt die beste, ihnen mögliche Wahl aus den ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und mit denen ihnen zur Verfügung stehenden Informationen.
- Es gibt keine schlechten Menschen, es gibt nur schlechte Zustände.
- Menschen verfügen bereits über alle Ressourcen, die sie brauchen, um die von ihnen angestrebten Veränderungen zu erreichen.

Verhalten
- Jedem Verhalten liegt eine positive Absicht zugrunde.
- Für jedes Verhalten gibt es mindestens einen Kontext, in dem es nützlich ist.
- Was ein Mensch erreich kann, kann prinzipiell jeder erreichen.
- Wenn das, was du tust, nicht funktioniert, tue etwas anderes.

Kommunikation
- Es gibt kein Versagen, es gibt nur Feedback.
- Man kann nicht nicht kommunizieren.
- Jedes Verhalten ist Kommunikation.

Hans Vaihinger

Hans Vaihinger war Philosoph und Kantforscher, Philosophie des Als-Ob (Fiktionalismus) und geistiger Vater des Als-ob-Rahmens
(25.09.1852-18.12.1933)

Mit seinem Hauptwerk "Die Philosophie des Als Ob" (1911) begründete Vaihinger den Fiktionalismus als Sonderform des idealistischen Positivismus. Im Fiktionalismus geht man davon aus, dass alles Wahrgenommene nur Fiktionen sind. Fiktionen in diesem Sinne sind Aussagen, von denen man weiß, dass sie falsch sind, die wir aber dennoch erfolgreich als Hilfskonstruktionen einsetzten, um künftige Erfahrungen vorauszusagen. Dieses Voraussagen befähigt dann wieder zu zielorientiertem Handeln. So lautet auch die Ausgangsfrage von Vaihingers Philosophie: „Wieso erreichen wir oft Richtiges mit bewusst falschen Annahmen?“.

Für Vaihinger läuft alles Erkennen auf ein Vergleichen hinaus: Unbekanntes wird auf Bekanntes zurückgeführt. Begriffe wie Atom, Gott und Seele sind in seinem Sinne nützliche Fiktionen und haben für unser Denken die Bedeutung als ob sie wahr wären, auch wenn sie der Denkkonstruktion bewusst widersprechen. Nützliche Fiktionen erhalten ihre Legitimation durch den lebenspraktischen Zweck. Damit sind sie für viele Bereiche unentbehrlich. Die Philosophie des Als Ob ist weitgehend mit dem Konstruktivismus vereinbar, da dieser auch keinen Anspruch auf „die“ Wahrheit erhebt.

Neben seiner Philosophie des Als-Ob machte sich Vaihinger vor allem als Kant-Forscher einen Namen. Er verfasste einen Kommentar zu Kants Kritik der reinen Vernunft (1881/92), gründete die Kantstudien (1897) und die Kantgesellschaft (1904). Außerdem setzte Vaihinger sich als einer der ersten akademischen Philosophen mit Nietzsches Philosophie auseinander.

High Performance Coaching

High Performance Coaching ist ein Gesprächskompass für Veränderungsarbeit

Das High Performance Coaching ist das Ergebnis eines Modellingprozesses von Michael Breen und Ed Percival. Sie hatten Coaches modelliert, die mit ihren Kunden inbesondere in Sachen Zielerreichung und Leistungsoptimierung außergewöhnliche Ergebnisse erzielt hatten. Dabei herausgekommen ist eine Zusammenstellung wichtiger Themengebiete, die im Rahmen von Veränderungsarbeit für eine effektive und nachhaltige Zielerreichung untersucht und hinterfragt werden sollten.

Das Modell ist maßgeschneidert für Menschen, die schon gute Leistungen erbringen und diese noch optimieren wollen, um noch besser zu werden. Es geht ausschließlich darum, den Output (die Ergebnisse) des Klienten zu verbessern, schnell und effektiv das Ziel herauszuarbeiten, die innere Haltung und die passende Strategie dafür zu entwickeln, um dann das Ziel zu erreichen.

Hypnose

Hypnose ist ein Verfahren zur Tranceauslösung und Zustand der hypnotischen Trance

Als Hypnose wird zum einem das Verfahren bezeichnet, mit dem jemand gezielt in eine Trance gebracht werden kann. Dies erkennt man meist an einer tiefen Entspannung und vorübergehend geänderter Aufmerksamkeit.

Zum anderen bezeichnet der Begriff aber auch den Zustand der hypnotischen Trance, der durch eine hypnotische Induktion erreicht wird (vgl. Trance). Die Begriffe Hypnose, von Hypnos, dem griechischen Gott des Schlafes, und Trance werden oft synonym verwendet. Dabei steht "Trance" nur für den Zustand, "Hypnose" dagegen für den Zustand sowie das Verfahren.


Interpunktionsproblem

Ein Interpunktionsproblem ist ein subjektiv unterschiedlich empfundener Startpunkt innerhalb einer Kommunikation

Interpunktion bezeichnet in der Kommunikation subjektiv empfundene Startpunkte oder Abläufe innerhalb eines anhaltenden Austausches von Mitteilungen. Dieser Begriff aus der Analyse zwischenmenschlicher Kommunikation geht zurück auf Ansätze von Gregory Bateson und wurde von Paul Watzlawick weiterentwickelt. Danach ist Kommunikation ein ununterbrochener Austausch von Mitteilungen, in dem jeder Teilnehmer seine eigene Struktur und Gliederung zugrunde legt.

Nach Watzlawick verläuft eine Kommunikation kreisförmig: Der Empfänger reagiert auf die Information des Senders, das Verhalten des Senders führt zu einem Verhalten des Empfängers und dieses zu einem Verhalten des Senders usw. Die Kommunikationsteilnehmer sehen ihr Verhalten immer als Reaktion auf das Verhalten des anderen. Diese gedanklichen Strukturen beinhalten eine subjektive Sichtweise von Ursache und Wirkung. Je nach Kultur, Vorstellungen, Erfahrungen oder Einstellungen kann diese Struktur unterschiedlich geprägt sein. Diese Strukturen, die subjektive Interpretation von Ursache und Wirkung in kommunikativen Prozessen bezeichnet Watzlawick als Interpunktion. Weichen die Meinungen über die Interpunktionen ab, hat man ein Interpunktionsproblem und es können Beziehungskonflikte entstehen. Das 3. metakommunikative Axiom nach Watzlawick lautet: „Die Natur einer Beziehung ist durch die Interpunktion der Kommunikationsabläufe seitens der Partner bedingt“.

 

John Grinder

John Thomas Grinder ist Linguist und gemeinsam mit Richard Bandler NLP-Begründer
(10.01.1939)

Grinder studierte Philosophie und Lingusitik in San Francisco. 1972 wurde er Assistenzprofessor für Linguistik an der University of Santa Cruz. Insbesondere die auf Noam Chomsky zurückgehende Transformationsgrammatik gehörte zu seinem Spezialgebiet, dazu hat er promoviert. Großen Einfluss auf Grinders Arbeit hatten die Ansätze und das Denken seines Mentors Gregory Bateson, was sich auch in der späteren Modellingarbeit mit Richard Bandler zeigen sollte.

Grinder traf auf Bandler an der Universität von Californien, er unterstütze den jungen Bandler zunächst bei seinen studentischen Gestalttherapie-Seminaren. Bandler hatte sich dieses Wissen unbewusst angeeignet, als er Aufzeichnungen von Fritz Perls transkribiert hatte. Grinder erkannte die Muster und Strukturen hinter diesem unbewussten Modelling und konnte sein linguistisches Wissen und Kenntnisse über den Prozess der Modellbildung einbringen. So entstand aus dieser Zusammenarbeit zu Fritz Perls das 1. Modell des NLP. Weitere Modelle folgten: Bandler und Grinder entwickelten immer neue Muster, Techniken und Formate und entwickelten das Neurolinguistische Programmieren.
Kalibrieren

Kalibrierung ist die Eichung der Wahrnehmung auf den Gesprächspartner und das Erkennen seines inneren Zustandes durch Lesen der nonverbalen Signale

Kalibrieren ist die Wahrnehmung äußerer, nonverbaler Signale und Sprachmuster, die mit inneren Zuständen und Gedanken eines anderen Menschen einhergehen. Dabei stimmt man sich auf diese nonverbalen Signale und Sprachmuster seines Gegenübers ein, eicht und schärft die eigene Wahrnehmung auf die Befindlichkeiten seines Kommunikationspartner, so dass kleinste Zustandsveränderungen wahrgenommen werden können.

Diese Feinabstimmung ermöglicht es dem Coach, festzustellen, welche nonverbalen Signale zu welchem inneren Zustand des Coachees auftauchen und sind für ihn damit wiedererkennbar. Das Wiedererkennen des äußeren Musters lässt einen Rückschluss auf den inneren Zustand zu. Durch Kalibrieren kann der Coach die Reaktion seines Klienten lesen und läuft nicht in Gefahr zu halluzinieren oder sich durch das Gesprochene täuschen zu lassen.

Im Coaching ist die Fähigkeit differenziert kalibrieren zu können nicht nur wichtig, um Rapport aufzubauen, Pacen und Leaden zu können, sondern auch ein entscheidendes Hilfsmittel, um zu erkennen, ob eine Intervention erfolgreich war. Dabei konzentriert sich der Coach vor allen Dingen auf die sogenannte Ressourcen- und Problemphysiologien. Während eines Coachingprozesses sollte der Coach kontinuierlich die Reaktionen auf das, was er tut, lesen und sich immer wieder neu einkalibrieren. Der Hintergrund ist, dass es im NLP keine allgemeingültige für alle Menschen geltende Zuordnung von körpersprachlichen Signalen gibt. Menschen reagieren individuell, kontext- und situationsabhängig völlig unterschiedlich. Dieser Annahme trägt das Konzept des Kalibrierens Rechnung.

Wichtige Indikatoren zum Kalibrieren sind beispielsweise:

  • Mimik (Mundwinkel, Augenbrauen, Stirn, Kinn, Spannung),
  • Körperhaltung (Kopf, Schultern, Symmetrie, Körperspannung),
  • Haltung und Bewegung der Hände und Füße,
  • Veränderung der Hautfarbe,
  • Blickrichtung,
  • Atmung,
  • Sprachmelodie,
  • Reaktionsgeschwindigkeit.

Beim Kalibrieren werden Mikro- und Makrosignale unterschieden. Makrosignale sind die großen unübersehbaren Gesten und Körperregungen. Mikrosignale die kaum wahrnehmbaren Regungen, die sich der bewussten Kontrolle entziehen wie Pulsschlag, Augenbewegungen oder Atmung.

Kalibrierte Schleife

Eine kalibrierte Schleife ist ein fest etabliertes Reiz-Reaktionsmuster zwischen zwei oder mehreren Personen

Kalibrierte Schleifen sind unbewusste Prozesse zwischen Menschen, in denen diese in Mechanismen verfallen, die immer wieder auf die gleiche Art und Weise ablaufen und zu ähnlichen Ergebnissen führen.

Eine Person sagt oder tut etwas, worauf eine andere Person mit einem spezifischen Verhalten reagiert. Das Verhalten besteht aus einer bestimmten Physiologie, die mit einer bestimmten verbalen Reaktion und einer Emotion verbunden ist. Dieses Verhalten löst wiederum einen Reiz bei der anderen Person aus, das ebenfalls zu einem bekannten spezifischen Verhalten führt, welches das Verhalten der ersten Person wiederum verstärkt.

In kalibrierten Schleifen wird dieses Verhalten immer wieder von beiden unbewusst durch unbewusste Anker reproduziert. So befinden sich die beiden Kommunikationspartner in einer Schleife, in der sie sich abwechselnd gegenseitig in einen bestimmten emotionalen Zustand immer weiter hinein bewegen. Häufig vermuten sie die Ursache dafür bei der jeweils anderen Person (vgl. Interpunktionsproblem).

Kalibrierte Schleifen funktionieren auch sehr gut bei Zuständen. Sich ständig wiederholenden Sequenzen und Zustände bei sich selbst zu erkennen, ist eine Voraussetzung dafür, seinen inneren Zustand selbst steuern zu können. Es geht darum, sich den automatisierten Reiz-Reaktionsmechanismus bewusst zu machen und danach neue, lösungsorientierte Interaktionsmuster zu verankern.
Kongruenz / Inkongruenz

Kongruenz und Inkongruenz bezeichnen den Grad an Übereinstimmung zusammengehörender Teile, wie bei verbaler und nonverbaler Kommunikation

Im NLP ist Kongruenz der Zustand, in dem sich Worte, Überzeugungen, Werte, Fertigkeiten, Handeln und Körpersprache  ergänzen, übereinstimmen und in die gleiche Richtung weisen. Denken, Fühlen und Handeln stimmen überein, Ziele, Gedanken und Verhaltensweisen stehen miteinander in Einklang, so dass man lebt, was man sagt, also in Rapport zu sich selbst steht. Es entsteht ein harmonisches Zusammenspiel zwischen Gefühl, Denken und Körper.

Die Entdeckung, dass Kommunikation redundant ist und aus verbalen und nonverbalen Parabotschaften besteht, geht auf Gregory Bateson zurück. Diese Parabotschaften können übereinstimmen oder nicht. Bei nicht übereinstimmenden Parabotschaften spricht man von Inkongruenz, bei Übereinstimmung von Kongruenz. Kongruenz und Inkongruenz können synchron, also gleichzeitig, oder sequentiell, zeitlich versetzt, ablaufen.

Inkongruenz kann sich äußerlich als Widerspruch zwischen verbaler und nonverbaler (Körper-)Sprache oder innerlich zwischen Repräsentationssystemen zeigen. Anzeichen von Inkongruenz können auf eine Ökologieverletzung oder konfligierende Teile hinweisen. In diesem Fall gibt es innere Teile oder Glaubenssätze, die nicht mit der formulierten Aussage übereinstimmen. Hier empfiehlt es sich mit diesen Glaubenssätzen zu arbeiten.

Konstruktivismus

Konstruktivismus ist eine philosophische Richtung der Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie

Der Konstruktivismus beschäftigt sich mit der Frage: Was ist Wirklichkeit? Es ist auch die philosophische Auseinandersetzung darüber, ob wir die bereits bestehende Welt passiv wahrnehmen oder sie mit-er-schöpfen.

Der Konstruktivismus geht davon aus, dass Menschen aufgrund von unterschiedlichen subjektiven Realitäten handeln. Was wir Wirklichkeit nennen, ist immer wahrgenommene, beobachtete, erfundene, also konstruierte Wirklichkeit. Da wir alles, was wir erleben, durch unsere Sinne erfahren, können wir auch nur das wahrnehmen, was unsere Sinne aufnehmen. Auf diese Weise haben wir zwangsläufig ein eingeschränktes Bild der Welt. Das menschliche Gehirn erzeugt kein fotografisches Abbild von Wirklichkeit, sondern es schafft mithilfe von Sinneswahrnehmungen ein eigenes Bild der Welt. Wahr ist, was wahr-genommen wird.

Der Konstruktivismus verleugnet die Wirklichkeit selbst nicht. Er behauptet nur, dass die Aussagen über die Wirklichkeit der eigenen pysisch bedingten eingeschränkten Wahrnehmung der Welt, dem eigenen Erleben, also den eigenen Erfahrungen entspringen. Hinzukommen soziokulturelle Filter, die ebenfalls selektieren und einen eingeschränkten Blick auf die Welt bedingen. So erschafft sich jeder Mensch für sich sein eigenständiges Bild, eine Landkarte der Realität. Diese Landkarte wird dann zu seiner Wirklichkeit.

Menschen konstruieren sich ihre Wirklichkeit aufgrund von persönlichen, subjektiven Erfahrungen und Urteilen und halten diese dann für wahr. Diese subjektive Wirklichkeit wird als wahr betrachtet und bestimmt unser weiteres Handeln. Einer der berühmtesten Vordenker des Konstruktivismus ist Immanuel Kant. Nach Kant ist Erkenntnis ein Produkt der menschlichen Vernunft, die stets funktional auf die menschlichen Fähigkeiten bezogen ist. Menschen können die Wirklichkeit nur so erkennen, wie sie ihnen erscheint. Wie die „Dinge an sich“ beschaffen sind, lässt sich aus menschlicher Perspektive nicht erklären. In den NLP-Grundannahmen spiegelt sich dieser (radikale) konstruktivistische Ansatz deutlich wieder:

„Die Landkarte ist nicht das Gebiet.“
„Menschen orientieren sich bei ihrem Handeln an ihrer geistigen Landkarte und nicht an der Welt selbst.“
„Jeder Mensch ist einzigartig und hat sein eigenes berechtigtes Modell der Welt.“

Kontextrefraiming

Das Kontextreframing ist eine Bedeutungsänderung durch Ändern des Kontextes

Die Beurteilung eines Verhaltens ist immer abhängig von dem Kontext, in dem das Verhalten auftritt. Je nach Kontext kann ein und dasselbe Verhalten einmal als positiv oder sinnvoll und ein anderes Mal als negativ oder problematisch empfunden werden. Dies macht sich das Kontextreframing zunutze. Im Kontextrefraiming werden Verhaltensweisen auf einen bestimmten anderen Kontext gelenkt. Indem sie in einen neuen Rahmen gesetzt werden, erhalten sie eine andere, ressourcevollere Bedeutung. Um einem Verhalten eine andere Bedeutung zu geben, wird im Kontextreframing der Zusammenhang und das Umfeld verändert. Mögliche Fragen hierfür sind:

„In welchem Zusammenhang wäre dies eine angemessene und sinnvolle Reaktion gewesen?"
„Wo, wann oder mit wem wäre dieses Verhalten nützlich gewesen?"

Bei Verhaltensgeneralisierungen, in denen der Kontext getilgt wurde, kann das Kontextreframing sehr hilfreich sein. Wird dem Coachee ein anderer Kontext aufgezeigt, in dem sein Verhalten sinnvoll und nützlich ist, ändert sich nicht nur der Kontext, sondern auch die Sichtweise auf das zuvor negativ behaftete Verhalten. 
Kontrastrahmen

Der Kontrastrahmen verdeutlicht Unterschiede und Konsequenzen

Mithilfe des Kontrastrahmens können dem Coachee während des Coachings sehr intensiv Unterschiede und Konsequenzen verdeutlicht werden. Der Coach kontrastriert vor dem Hintergrund eines Ziels, eines Zustands oder einer Situation eine Frage oder Ähnliches. Ein möglicher Kontrastrahmen ist zum Beispiel die Öko-Check-Frage: „Was wäre dann nicht mehr möglich, wenn du dein neues Verhalten umsetzen würdest?“
Auch bei der Entscheidungs-Timeline liegt ein Kontrastrahmen vor. Es geht um den Kontrast zwischen jetzt und „irgendwann einmal“. Diese Wahrnehmung des Unterschiedes ist für den Coachee eine wertvolle Erfahrung, um sein Ziel genauer zu definieren, Entscheidungen zu treffen und in Konsequenzen hinein zu spüren.

Kybernetik

Die Kybernetik ist die Beschäftigung mit den Zusammenhängen in Systemen

Kybernetik ist die Wissenschaft von der Struktur komplexer Systeme. Sie hat ihren Ursprung in der Technik. Hier wird die Kybernetik als Regelungstechnik bezeichnet. Dabei geht es vor allem um die Kommunikation und Steuerung einer Rückkopplung beziehhungsweise eines Regelkreises. Erst später erkannte man die weiter reichende Gültigkeit der Kybernetik auch für Steuerungs- und Regelungskreise in der belebten Natur, so dass sie sich zu einer übergeordneten Wissenschaft entwickelte. Inzwischen findet die Kybernetik Anwendung in der Linguistik, Medizin, Biologie, Pädagogik, Psychologie, Soziologie, Ökologie und den Wirtschaftswissenschaften. Der Begriff Kybernetik stammt übrigens aus dem Griechischen und bedeutet Steuermann.

Die Kybernetik findet sich auch in den NLP-Grundannahmen wieder:
„Geist, Körper und Umwelt bilden ein System.“
„Wahlmöglichkeiten sind besser als keine Wahlmöglichkeiten.“
„Symptome sind eine Information über notwendige Aktionen.
„Es gibt keine Fehler, es gibt nur Feedback.“ 
Leading

Leading ist der Prozess des Führens und der Veränderung der eigenen Verhaltensweisen zur Initiierung einer Verhaltensänderung des Gegenübers

Grundlage, um zu Leaden (und zu Pacen) ist Vertrauen und ein stabiler Rapport. Der Coach folgt seinem Coachee zunächst in dessen Welt, um dann durch kleine Veränderungen in der Stimme oder der Körperhaltung den Coachee in einen anderen Zustand zu führen. Beim Pacen gleicht sich der Caoch seinem Klienten an und folgt ihm in seine Welt. Beim Leading ändert der Coach bewusst seine eigenen Signale, um damit bei seinem Gesprächspartner eine bestimmte Reaktion zu forcieren. Der Coach lädt den Coachee in seine Welt ein und geht voran. Entscheidend ist dabei, dass der Rapport die ganze Zeit stabil bleibt.

Lernebenen

Die Lernebenen ist ein vierstufiges Modell  des Lernens

Die vier Ebenen des Lernens wurden von Gregory Bateson entwickelt und beschreiben die verschiedenen Lernstufen, die man während des Lernens durchläuft: Die unbewusste Inkompetenz (Ebene 1), die bewusste Inkompetenz (Ebene 2), die bewusste Kompetenz (Ebene 3) und die unbewusste Kompetenz (Ebene 4). Robert Dilts fügte noch eine weitere, fünfte Ebene, hinzu, nämlich die der Meisterschaft.

Unter der unbewussten Inkompetenz versteht man, dass jemand keine Kenntnis über die Existenz von bestimmten Wissensinhalten hat oder dieses Wissen nicht benötigt. Sowohl das Wissen als auch sein Nicht-Wissen kümmern ihn nicht. Wenn man noch nie etwas von Quantenphysik gehört hat, weiß man auch nicht, was man über Quantenphysik alles nicht weiß. Das nicht vorhandene Wissen ist nicht bewusst.

Die zweite Lernstufe umfasst die bewusste Inkompetenz. Man hört in einem Gespräch das erste Mal etwas über Quantenphysik und man wird darüber informiert, dass man überhaupt keine Ahnung von Quantenphysik hat. Diese Wissenslücke kann man nicht akzeptieren und versucht diesen Zustand zu beheben. Nachdem man sich mit dem Thema beschäftigt hat und sich allmählich Verstehen einstellt, erreicht man die Ebene der bewussten Kompetenz.

Hier muss man sich aber noch sehr konzentrieren, um die Sachverhalte nicht durcheinander zu bringen oder etwas Wesentliches zu vergessen.

Nach einer gewissen Zeit kann man das Wissen dagegen im Schlaf abrufen und die damit zusammenhängende Bewegungsabläufe sind automatisiert. Diese Ebene bezeichnet Bateson als unbewusste Kompetenz. Hier kann man Etwas wirklich und braucht sich nicht mehr auf den Ablauf konzentrieren. Das Wissen und die Fertigkeiten sind da.

Robert Dilts hat diesen vier Ebenen des Lernens noch eine fünfte hinzugefügt. Diese Ebene der Meisterschaft bezeichnet eine Dimension, die so etwas wie Vollkommenheit beschreibt. Wenn man Jemanden aus dieser fünften Ebene, einem Meister seines Fachs, begegnet spürt man dies sofort. Alles ist dann wie im Fluss und leicht. Auf der Ebene der Meisterschaft befindet man sich in einem Flow-Zustand und wird Eins mit seinem Tun.

Der Unterschied zwischen guten und schlechten Lernern liegt übrigens im Umgang mit Frustrationen im Lernprozess. Gute Lerner machen einfach weiter, wenn sie eine Zeit lang auf dem sogenannten Lernplateaus ausharren bis sie den nächsten Schritt auf die nächste Ebene vollziehen. Schlechte Lerner geben auf.
Logical Level Alignment

Der Logical Level Alignment wurde von Robert Dilts entwickelt, um es Menschen zu ermöglichen, sich als kongruent und ganzheitlich in Bezug auf ihr Ziel und die damit verbundenen logischen Ebenen, zu erleben. Dadurch entwickeln sie Zuversicht und Klarheit und es werden auf jeder Ebene starke Ressourcen aufgebaut.

Im Rahmen des Formates werden in Bezug auf den Zielzustand die Logischen Ebenen in folgender Reihenfolge assoziiert durchlaufen:

Kontext -> Verhalten -> Fähigkeiten -> Glaubenssätze -> Identität -> Zugehörigkeit -> Identität -> Glaubenssätze -> Fähigkeiten -> Verhalten -> Kontext.

Logische Ebenen
Die Logischen Ebenen ist ein Modell nach Robert Dilts – Ebenen der Veränderung

Die logischen Ebenen beschreiben die "Ebenen der Veränderung". Entwickelt wurden sie in Anlehnung an Gregory Bateson von Robert Dilts. Bateson ging davon aus, dass es in Lern-, Kommunikations- und Veränderungsprozessen eine natürliche Hierarchie gibt. Die logischen Ebenen dienen der Klärung, wo ein Problem oder ein Ziel angesiedelt ist. Veränderungsarbeit setzt dann in der Regel auf derselben oder nächsthöheren Ebene an. Die Arbeit mit und auf den logischen Ebenen steht im Mittelpunkt vieler Formate, wie beispielsweise dem Logical Level Alignment und sind ein wichtiges Instrument in Modellingprozessen.

Die 6 logischen Ebenen sind im Einzelnen:
  1. Ebene: Kontext: Wo? Wann? Wer?
    Der Kontext bezeichnet den Ort, die Zeit und die beteiligten Personen sowie alle äußeren Bedingungen und die wahrnehmbare, sinnlich beschreibbare Umwelt.

  2. Ebene: Verhalten: Was genau tust du?
    Es geht um alle von außen wahrnehmbaren Handlungen. Auch sie sind sinnlich beschreibbar.

  3. Ebene: Fähigkeiten/Strategien: Wie?
    Diese Ebene umfasst Denkstrategien sowie körperliche Fertigkeiten und Fähigkeiten. Diese kommen nur durch das Verhalten zum Ausdruck und sind von außen nicht wahrnehmbare, innere Prozesse.

  4. Ebene: Werte/Glaubenssätze: Wofür? Was ist wichtig? Woran glaubst du?
    Diese Überzeugungen bestimmen unser Handeln. Sie geben unserem Tun Bedeutung. Sie gestatten uns bestimmte Handlungsweisen und verbieten andere. Sie spiegeln wieder, was uns wichtig ist und was wir für wahr und wertvoll halten. Daraus resultiert dann unser Handeln. Auf dieser logischen Ebene finden sich die Entscheidungskriterien und Motivationnen, die Leitideen und Überzeugungen für unser Handeln.

  5. Ebene: Identität: Wer? Wie wer/was? Was für ein Verständnis hast du von dir selbst?
    Hier geht es um das eigene Selbstbild. Wer bist Du? Dies kann durchaus von einer Person mehrfach und unterschiedlich beantwortet werden, je nachdem welche Rolle oder Werte sie gerade vor Augen hat. Identität ist das Gefühl man selbst zu sein. Die Identität schließt die Kernüberzeugungen und Grundwerte ein, die ein jeder in seinem Leben definiert.

  6. Ebene: Spiritualität/Zugehörigkeit: Wozu? Für wen? Wem oder was fühlst du dich zugehörig?
    Die sechste logische Ebene ist eine überindividuelle Ebene. In ihr geht es um die Zugehörigkeit zu etwas Größerem oder Höherem, um ein Verständnis von Sinn und Vision. Es ist der Bereich von Ethik, Religion und Spiritualität. Diese Ebene gibt unserer Existenz eine Grundlage und beeinflusst alle anderen Ebenen tiefgreifend.
Die logischen Ebenen stellen kein statisches Hierarchiegerüst da. Viel mehr sind alle Ebenen miteinander verbunden und beeinflussen sich gegenseitig, wobei die oberen Ebenen "inhaltslos" vom einzelnen Kontext gelöst und die zwei unteren logischen Ebenen "bedeutungslos" den Kontext wiederspiegelnd sind. 
Lösungsrahmen

Der Lösungsrahmen ist ein Rahmen für lösungs- und ressourcenorientiertes Vorgehen

Der Lösungsrahmen wird geprägt durch die Art der Fragen, die man stellt. Kurz und knapp geht es um Fragen nach Ressourcen, Möglichkeiten und Zielen. Im Problemrahmen hat der Coachee einen Tunnelblick, im Lösungsrahmen ist er dagegen weit und offen für Möglichkeiten.

NLP arbeitet lösungs- und ressourcenorientiert. Der Fokus liegt auf dem Ziel und der Lösung, nicht auf dem Problem. Fragen nach dem Warum werden gemieden, im Mittelpunkt steht das Wofür eines Ziels. Im Lösungsrahmen sucht man nach Ausnahmen, nach Stärken und nach Vorbildern, um deren Sichtweise einzunehmen und stellt Fragen nach Veränderungen und deren Bedeutung.

  • "Was genau will ich?",
  • "Woran erkenne ich, dass ich mein Ziel erreicht habe?",
  • "Unter welchen Umständen, wo, wann und mit wem will ich das erreichen?",
  • "Was wird noch besser, wenn ich es erreiche?",
  • "Welche der Ressourcen - über die ich bereits verfüge- helfen mir beim Erreichen des Ziels?" und
  • "Welches ist der erste Schritt dafür, den ich jetzt tun kann?"

 

Mapping Across

Mapping Across ist ein Format zur Veränderungsarbeit durch Übertragung der Submodalitäten eines Zustandes auf einen Anderen

Beim Mapping Across werden die Submodalitäten eines Inhalts auf einen anderen Inhalt übertragen. Dahinter steht die Idee, die Form eines Gedanken oder Glaubenssatzes von dessen Inhalt zu unterscheiden und dem Gedanken oder Glaubenssatz durch die Übertragung seiner Gestalt eine wirkungsvollere, submodale „Erscheinungsform“ zu verleihen.

Beim Mapping Across werden für ungewünschte Gefühle und Problemzustände ressourcevolle Gegenbeispiele gesucht und deren Submodalitäten auf diese übertragen. Dabei gibt es zwei unterschiedliche Zieldefinitionen. Zum einen kann ausgehend von einem Problem ein Ziel gesucht; ein derart formuliertes Ziel wird „Gegenbeispielressource“ genannt. Man kann ein Mapping-Across aber auch ohne einen solchen Gegensatz durchführen und das, was wünschenswert wäre, in den Mittelpunkt stellen.

Formate, die mit dem Mapping Across Muster arbeiten bieten ein Anwendungsgebiet unbegrenzter Möglichkeiten. Besonders gut eignen sich bipolare Zustände wie Verwirrung vs. Verstehen, Krankheit vs. Gesundheit, Mangel vs. Fülle, Zweifel vs. Vertrauen, Demotivation vs. Motivation und Glaubenssatz vs. Lüge.

Ablauf:

  1. Ressourcenzustand und Problemzustand herausfinden und thematisieren.
  2. Submodalitäten des Ressourcenzustandes herausarbeiten, Erfassen der visuellen und auditiven Submodalitäten. Falls es keine Geräusche oder inneren Bilder gibt, auch Hinzunahme kinästhetischer Submodalitäten.
  3. Submodalitäten des Problemzustandes (VA) bestimmen, Vorgehen wie beim Ressourcenzustand.
  4. Relevante Unterschiede zwischen Ressourcen- und Problemzstand herausarbeiten und relevante Submodalitäten übertragen. Der Coachee konzentriert sich auf das Problembild und ändert unter Anleitung des Coaches zügig die Submodalitäten Schritt für Schritt, sodass sie den Submodalitäten des Ressourcenbildes gleichen und ohne dass der Inhalt geändert wird.
  5. Test und Manifestation.
Meta-Modell
Das Meta-Modell ist das erste Sprachmodell des NLP

Viele Menschen haben den Rapport zu sich selbst verloren, das Meta-Modell versucht die Verbindung zu ihrer Tiefenstruktur durch gezielte Fragen wiederherzustellen. Dabei handelt es sich um eine Reihe von präzisen Fragetechniken, die Sprachmuster identifizieren, die Bedeutungen von Mitteilungen verzerren, tilgen oder generalisieren. Unpräzise Ausdrucksweisen werden geklärt und kritisch überprüft und Sprachmuster selektiert, die einer Verbindung zwischen Oberflächenstruktur und Tiefenstruktur im Wege stehen. Durch gezielte Fragen nach der Bedeutung des Gesagten kann mithilfe des Meta-Modells diese Verbindung dann wieder hergestellt werden.

Unsere Sprache dient als Mittel, unseren Sinneserfahrungen Ausdruck zu verleihen. Dies tut sie mithilfe von Wörtern. Dabei kann die eigentliche Sinneserfahrung in der Tiefenstruktur verändert werden. Im engeren Sinne ist die Oberflächenstruktur der von einem Sprecher tatsächlich geäußerte Satz. Die Tiefenstruktur stellt die vollständige sprachliche Repräsentation der ursprünglichen Erfahrung dar. Im weiteren Sinne kann man Oberflächenstruktur als alles das begreifen, was wir von außen an jemanden wahrnehmen können, analog dazu ist die Tiefenstruktur sein gesamtes inneres Erleben.

Das Meta-Modell beschreibt Fragetechniken, die vom Allgemeinen und Unkonkreten zum Spezifischen führen und damit dem Coachee die Möglichkeit geben, sich wieder mit seinen Zielen oder Problemen zu verbinden und mit ihnen zu arbeiten. Durch die Meta-Modell-Fragen kann der Wahrnehmungsfilter gewechselt werden. Der Coach berücksichtigt in diesem Zusammenhang  drei Schritte: 1. Zuhören, 2. Nachbilden im eigenen Inneren - er macht sich von dem Gehörten sozusagen einen inneren Film und 3. Nachfragen, ob alle relevanten Informationen erwähnt sind und sinnvoll erscheinen oder ob Denkfehler oder Einschränkungen im Verstehen vorliegen.

Während des Prozesses gewinnt der Coach wichtige Informationen und kann den Cochee unterstützen, sich wieder mit seinem Erleben (Tiefenstruktur) zu verbinden. Dabei werden die folgenden drei Sprachmustergruppen aufgedeckt:
  1. Informationen gewinnen (Tilgungen): Der Sprecher lässt wichtige Aspekte aus. Hier geht es darum weitere Informationen zu gewinnen, um die getilgten Lücken zu schließen und es ist entscheidend, was wir tilgen. Tilgungen sind „die blinden Flecken unserer Wahrnehmung"* und schränken unser Denken und Handeln ein. Die Sprachmuster, die im Meta Modell aufgeckt werden müssen, um Informationen wieder sichtbar zu machen, sind: Einfache Tilgungen, Nominalisierungen, unspezifische Verben, fehlender Referenzindex, Vergleichstilgung.

  2. Einschränkungen im Modell des Sprechers (Verallgemeinerung/Generalisierung): Der Sprecher reduziert ein Beispiel, dass nun für eine ganze Gruppe von Erfahrungen repräsentativ sein soll. Ein erkanntes Muster wird wie eine Folie über künftige Erfahrungen gelegt. Ausnahmen sind nicht existent, das Einzelbeispiel ist repräsentativ für eine ganze Gruppe oder Klasse. Meta Modell Muster hier sind: Universalquantoren, Generalisierter Referensindex, Vorannahmen und Modaloperatoren der Nowendigkeit und der Unmöglichkeit. Dem Coach geht es darum, die Einschränkungen im Modell des Sprechers aufzudecken.

  3. Verzerrung/semantische Fehlgeformtheit: Hier gibt der Sprecher manchen Aspekten mehr Gewicht als anderen. Er hat seine Erfahrungen auf verschiedene Arten verändert, Informationen so verdreht, dass die Wahlmöglichkeiten eingeschränkt werden. Die Metamodellmuster hier sind  Ursache-Wirkung, Komplexe Äquivalenz, Gedankenlesen, verlorener Performativ.
Dem Metamodell liegen insbesondere zwei wichtige NLP-Grundannahmen zugrunde. Die Landkarte (Worte) ist nicht das Gebiet (Sinneserfahrung). Und Menschen besitzen bereits alle Ressourcen, die sie für eine Veränderung brauchen. Im Metamodell wird der Coachee durch das gezielte Nachfragen wieder mit seinem Inneren in Verbindung gebracht. Er hat alle Ressourcen, die er dafür benötigt, bereits in sich. Die gleiche Grundannahme wirkt ebenso kraftvoll im Milton-Modell, einer Umkehrung des Meta Modells. Durch die Verwendung einer kunstvoll vagen Sprache wird der Caochee hier indirekt und non-direktiv in Trance geführt und so auf ganze andere Weise mit seinem Erleben verbunden.
 
* Vgl. O´Connor: NLP - das Workbook, Freiburg, 2005, 4. Auflage, S. 162.
Meta-Position

Die Meta-Position ist die dissoziierte Beobachterposition

Die Meta-Position ist die unbeteiligte Wahrnehmung aus einer größeren Entfernung. Es ist eine dissoziierte Posiition. Aus der Meta-Position kann sich eine Person selbst oder sein Verhältnis zu anderen Beteiligten in einer spezifischen Situation beobachten.

Mehrfache Dissoziation werden beispielsweise verwendet, um sehr heftige Erlebnisse abzuschwächen, bis sie in einer mehrfachen Dissoziation erträglich werden (vgl. die visuelle Fast Phobia Cure). Bei mehrfachen Dissoziationen kann man den Beobachter des Beobachters des Beobachters usw. betrachten. Von dieser Position aus kan sich eine Person schrittweise und nach einem Aufbau von Ressourcen der 1. Wahrnehmungsposition nähern.

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