NLP Glossar

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Begriff Definition
Alfred Korzybski
Alfred Korzybski war Mathematiker, Sprachwissenschaftler, Kybernetiker und Ingenieur
(03.07.1879-01.03.1950)

Alfred Habdank Skarbek Korzybski war Mathematiker, Ingenieur, Sprachwissenschaftler, einer der ersten analytischen Philosophen und Kybernetiker, auch wenn dieser Begriff für seine Art zu denken damals noch nicht verwendet wurde. Er begründete die sogenannte allgemeine Semantik.

Sein Hauptwerk „Science and Sanity“ (1933) gilt als Grundlage für das NLP-Sprachmodell. Darin integrierte Korzybski wesentliche sprachwissenschaftliche Erkenntnisse seiner Zeit, Ansichten der analytischen Philosophie und neurobiologische sowie evolutionsbiologische Kenntnisse zu einem therapeutischen Modell, dem Neuro-Linguistischen Training, kurz NLT. Dieses Modell gilt als Vorläufermodell des NLP.

Korzybski verwendete dabei als erster den Begriff „Neuro-Linguistik“ und prägte eine wichtige Grundannahme „Die Landkarte ist nicht das Gebiet“ mit anderen Worten: Die Landkarte (Sprache) ist nicht der abgebildete Gegenstand (Erfahrung). Wörter sind nicht die Gegenstände, die sie bezeichnen. Wörter deuten nur die Struktur der Erfahrung an.

Mit unserer Sprache erstellen wir Landkarten der Realität und betrachten diese Karten als Wirklichkeit. Doch eine Landkarte kann niemals das ganze Gelände darstellen, in ihrer Struktur kann sie dem Gebiet mehr oder weniger ähnlich sein und damit mehr oder weniger nützlich.* Korzybskis NLT basiert auf Überlegungen, die später zu den Präsuppositionen des Neurolinguistischen Programmierens wurden. Ebenso geht die Idee der Modellbildung auf Korzybski zurück.


Allgemeine Semantik

Die Allgemeine Semantik geht davon aus, dass der Mensch ein subjektives Bild durch sprachliche Strukturen erhält

Nach der allgemeinen Semantik hält der Mensch das, was ihm die Struktur der Sprache zeigt, fälschlicherweise für die Struktur der Wirklichkeit. Das Hauptprinzip der allgemeinen Semantik lautet:

Die Sprache verhält sich zur Wirklichkeit wie eine Landkarte zum Gelände.

Das bedeutet, dass Sprache nicht ein Abbild der Realität, sondern nur die Struktur der Realität abbilden kann. (Prinzip der Nichtidentität). Und Sprache kann - so das zweite Prinzip der Nichtvollständigkeit - immer weniger darstellen als das Dargestellte, sie muss von Einzelheiten des Gebietes absehen. Das dritte Prinzip der Selbstreflexivität geht dann darauf ein, dass wir Sprache verwenden, um über Sprache zu sprechen, um über Urteile zu urteilen, um über Wertungen zu werten.*

Sprache liegt immer ein Abstraktionsprozess zugrunde und diese drei Prinzipien kennzeichnen ihn. Die allgemeine Semantik will durch die Beachtung dieser Kriterien die nicht verbale Realität wieder mehr ins Bewusstsein rücken, der Gefahr von Vorurteilsbildungen vorbeugen und eine durch Reflexion verzögerte, nicht an der Sprache orientierte Reaktionsweise erreichen.

* Vgl. Psycholgie der Sprache. Springer, Berlin/Heidelberg/New York 1970; 2., überarbeitete Auflage 1977, S.353.

Als-ob-Rahmen

Der Als-ob-Rahmen ist ein NLP-Rahmen, indem man so denkt, als ob etwas wahr wäre

Der Als-Ob-Rahmen ist sozusagen eine Simulationstechnik, in der man eine Perspektive einnimmt, die ein Ereignis/Ziel als bereits geschehen erscheinen lässt und man verhält sich so, als ob etwas wahr und möglich wäre oder bereits eingetreten ist. Da im Denken die fiktive Situation bereits Tatsache ist ermöglicht dieser Rahmen einen kreativen Blick auf erwünschte Lösungen und hilft Konsequenzen von Gedanken und Handlungen kreativ zu untersuchen.

Der Als-ob-Rahmen ist vielfältig nutzbar und wird in nahezu allen NLP Bereichen angewendet wie beim Ökocheck, der Wunderfrage oder den Wahrnehmungspositionen. Es ist eine Möglichkeit, Szenarios zu entwerfen und starke Ressourcen aufzubauen. Durch das Denken, als ob etwas schon eingetreten ist, wird das kreative Problemlösen angeregt, Blockaden und Ängste abgebaut. Glaubenssätze können durch den Als-Ob-Rahmen gelockert und Denksackgassen aufgehoben werden. Er findet sich im Future Pace genau so wieder wie in der Timeline-Arbeit oder Zielearbeit. Experimentrahmen, FeeRahmen, Stellvertreterrahmen sind Als-Ob-Rahmen.

Sprachlich wird der Als-Ob-Rahmen durch den Konjunktiv repräsentiert. Formulierungsbeispiele sind: „Gehen wir einmal davon aus, dass.....“ „Was würdest du tun, wenn.....“   „Angenommen du .....“ Nach O´Connor ähnelt der Als-ob-Rahmen ein wenig einem Spiel mit virtuellen Realitäten: Wir wissen, dass es nicht real ist, aber wir können eine Menge lernen und beim Spielen unsere Reflexe testen.

Anker
Ein Anker ist ein bewusst oder unbewusst geprägtes Reiz-Reaktionsmuster. Wobei die Darbietung des Reizes automatisch zu der geprägten Reaktion führt.

Jede äußere oder innere Repräsentation (Reiz), die zuverlässig eine spezifische, immer gleiche Reaktion auslöst, ist ein Anker. Somit kommen als Reiz alle über die Sinne wahrgenommene oder in der Erinnerung oder Vorstellung erzeugte Repräsentationen in Frage. Die verbundene Reaktion kann eine Erinnerung, ein körperlicher, emotionaler oder geistiger Zustand sein.

Dies kann ganz natürlich auftreten, wenn zum Beispiel der Geruch von Lebkuchen Erinnerungen an Weihnachten aufkommen lässt. Hier tritt der Reiz auf und dadurch wird automatisch der damit verbundene (Gefühls)zustand ausgelöst. Bei den meisten Menschen wurde dieser Anker unbewusst, durch wiederholte Erfahrung, geprägt. Anker können aber auch bewusst gesetzt werden, wenn zum Beispiel ein Gefühl von Selbstsicherheit ganz gezielt an das betreten der Bühne geankert wird.

Anker funktionieren nach dem Prinzip des ersten Satzes der Hebbschen Lernregel: „Neurons that fire together wire together“. Diese Regel, nach dem Psychologen Donald Hebb, besagt, dass die zelluläre Basis von Lernen eine verbesserte Kommunikation zwischen zwei Zellen ist. Wenn zwei Neuronen gleichzeitig aktiv sind, werden die Synapsen zwischen ihnen gestärkt. Das heißt Neuronen, die gemeinsam feuern, bilden eine gemeinsame Verbindungen. Sodass später, die Aktivierung eines Neurons genügt um das andere Neuron ebenfalls zu aktivieren.

Die Intensität eines Ankers ist umso höher je mehr Sinnessysteme beim Ankern beteiligt sind, je mehr Emotionen im Spiel sind und je öfter er wiederholt wird. 


Die Idee von geprägten Reiz und Reaktionsverknüpfungen ist nicht neu. Ivan Pawlow hat mit der Entdeckung der erlernten Reiz-Reaktions-Verbindung, dem bedingten Reflex, die Vorarbeit für die NLP-Technik des Ankerns geleistet.

Bekannt wurden in diesem Zusammenhang vor allen Dingen seine Hundeexperimente: Hier wurde immer, wenn Hunde gefüttert wurden, eine Glocke geläutet. Nach einigen Wiederholungen reichte der Glockenton aus, um bei den Hunden Speichelfluss auszulösen. Der Auslöser war der Klingelton und als Reaktion der vermehrte Speichelfluss.

Gestützt durch zahlreiche weitere Experimente erkannte Pawlow, dass jede beliebige innere Reaktion an jeden beliebigen Reiz gekoppelt werden kann. Für die Beschreibung der klassischen Konditionierungskette erhielt Pawlow 1904 den Nobelpreis für Physiologie und Medizin.
Ankern

Als Ankern bezeichnet man den Vorgang, des bewusst herbeigeführten Verbindens eines bestimmten Reizes mit einer bestimmten Reaktion.

Das Ankern stellt im NLP eine Grundtechnik da, die in vielen Formaten enthalten ist. Dabei wird in dem Moment, wenn ein bestimmter Zustand erlebt wird, bewusst ein spezifischer Reiz gesetzt. Beispielsweise berührt der Coach, während der Coachee einen bestimmten Zustand erlebt, ihn an der Schulter, bittet ihn sich ein Symbol vorzustellen oder einen spezifischen Platz im Raum einzunehmen.

Durch diese Verknüpfung eines sinnesspezifischen Reizes mit einer internalen oder externalen Repräsentation wird dann künftig bei Auslösen des Stimulus der geankerte Zustand ausgelöst. Bestimmte Gefühle können so auf „Knopfdruck“ hervorgerufen werden. Beim Ankern können alle fünf Sinneskanäle angesprochen werden (VAKOG).

Der Vorgang des Ankern sollte den TIGER-Kriterien entsprechen: Timing, Intensität, Genauigkeit, Einzigartigkeit und Reinheit.

Assoziation
Eine Assoziation kann sowohl eine Denkverknüpfung meinen als auch eine Wahrnehmungsposition beschreiben, in der etwas im eigenen Körper erlebt, durch die eigenen Augen gesehen, mit den eigenen Ohren gehört wird

1.) Denkverknüpfung

Unter Assoziation versteht man neben der assoziierten Wahrnehmung auch die bewusste oder unbewusste Verknüpfung von Gedanken. Brainstorming ist zum Beispiel eine assoziative Lerntechnik, da man hier zu einem Thema zunächst alles sammelt, was einem innerlich auftaucht.

Assoziationsübungen empfehlen sich auch bei neuen Lerninhalten. Bevor man sich mit einem neuen Inhalt auseinandersetzt, sammlt man Assoziationen, also alles Verknüpfte , was mir dazu einfällt. Dadurch werden in unserem Gehirn, die bereits bestehenden Assoziationsnetze aktiviert und das neue Wissen kann wesentlich leichter „andocken“. Je mehr Assoziationen wir zu etwas haben, umso besser können wir es erinnern und verstehen.

2.) Wahrnehmungsposition

In der assoziierten Wahrnehmungsposition erlebt man eine Situation, Erinnerung oder Vorstellung aus der eigenen Perspektive. Man wiedererlebt mit allen Sinnen und Gefühlen, genau so als ob es noch einmal geschieht. In einem assoziierten Zustand sieht man die Dinge durch die eigenen Augen, erlebt eine Situation von innen heraus, man befindet sich ganz und gar in einem Erlebnis und betrachtet es nicht von einer äußeren und dissoziierten Position.

In der Assoziation sind alle Sinne beteiligt: Man schaut aus den eigenen Ohren, sieht mit den eigenen Augen und spürt sich in seinem eigenen Körper. Da man sozusagen (noch einmal) in seine eigene Haut schlüpft, kann man im Gegensatz zur dissoziierten Wahrnehmungsposition, von sich selbst das Gesicht nicht sehen.

Sprachlich werden assoziierte Zustände durch die 1. Person Singular und den Präsens repräsentiert. Assoziierte Zustände empfehlen sich, um Angenehmes vollständig und intensiv zu erleben, sind da – man den eigenen Wahrnehmungen unmittelbar ausgeliefert ist, nicht geeignet für stark negative Erlebnisse.
Augenzugangshinweise

Augenzugangshinweise sind unbewusste Augenbewegungen, die auf innere Informationsverarbeitungsprozesse hinweisen können

Bewusst auf die Augenzugangshinweise des Gegenübers zu achten, hilft dessen innere Prozesse und Vorstellungen zu verstehen. Die Repräsentationssysteme, in denen wir denken, fühlen und uns Vorstellungen machen, zeigen sich neben der Körpersprache, der Haltung, dem Tonfall und der Atmung auch oftmals sehr gut ablesbar in den Augenbewegungen.

Wenn jemand innere Informationen oder Vorstellungen abruft, bewegen sich die Augäpfel meist in bestimmte Richtungen. Diese Augenbewegungen sind abhängig davon, was er im Geiste gerade tut, ob er nun gerade innere Bilder sieht, innerlich hört oder Gefühle erlebt. Dabei ändert sich die Richtung mit den benutzten Sinneskanälen.

Diese Augenzugangshinweise können ein Hinweis darauf sein, in welchem internalen Repräsentationssystem Prozesse ablaufen und so auf visuelles, auditives oder kinästhetisches Denken hinweisen. Erinnerte Bilder und Geräusche werden meist auf der rechten Seite repräsentiert, Gefühle unten links und wenn wir mit uns im Geiste selbst sprechen bewegen sich die Augen nach unten rechts. Konstruierte Bilder und Geräusche liegen meist auf der linken Seite. Viele Linkshänder und manche Rechtshänder haben allerdings die Seiten vertauscht.

Und wie der Name schon sagt, handelt es sich bei den Augenzugangshinweisen lediglich um Hinweise auf das jeweilig genutzte Repräsentationssystem, sie ersetzen nicht das Kalibrieren.

Back Track Frame

Der Back Track Frame ist eine Sprachtechnik der überwiegend wörtlichen Wiederholung des Gesagten

Beim Back Track Frame wird das zuvor Gesagte, zum Teil wörtlich wiederholt. Es ist eine professionelle Art des aktiven Zuhörens und des sprachlichen Spiegelns, bei der man sich neben dem Wiederholen des Inhaltes, häufig auch noch in der Körpersprache und Gestik sowie dem Tonfall an sein Gegenüber angleicht.

Der Back Track Frame dient dazu, Rapport aufzubauen, sich auf sein Gegenüber einzustimmen, Vertrauen zu gewinnen, durch kleine aber entscheidende Umformulierungen, den Zustand des Gesprächspartners zu beeinflussen und den anderen auf das, was er gesagt hat, aufmerksam zu machen. Der Back Track Frame kann aber auch eingesetzt werden, um Zeit für das eigene Nachdenken zu gewinnen.

Die Möglichkeiten beim BTF sind im Einzelnen
  • das exakte wortwörtliche Wiederholen,
  • das Zusammenfassen, die Formulierungen des Gegenübers werden in eigenen Worten wiederholt (paraphrasiert)
  • das Sprachschatzpacen bestimmter signifikant emotional bedeutsamer Worte, dabei handelt es sich um Worte die dem Gesprächspartner wichtig sind
  • und das wohlgeformte Umformulieren. (Definitionen werden mit Blick auf die logischen Ebenen geändert und Reizworte umgeformt bzw. weggelassen.)
Der Back Track Frame kann auch als verbale Form des Pacen (und Leaden) verstanden werden.
Bagel
Das Akronym BAGEL wird aus den Anfangsbuchstaben für die 5 Schlüsselzugangshinweise gebildet

Das Bagel-Modell wurde von Robert Dilts entwickelt und ist ein hilfreiches „Werkzeug“ beim Modelling. Es beschäftigt sich mit der menschlichen Physiologie beim Durchlaufen internaler Strategien.

Internale (geistige und emotionale) Prozesse benötigen, um kraftvoll und erfolgreich durchlaufen zu werden, physische Unterstützung. Diese physische Unterstützung liefert unser Verhalten. Für erfolgreiches Modeling werden daher neben den höheren logischen Ebenen auch die unteren Ebenen wie das Verhalten mitmodelliert. Dabei kann das Bagel-Modell sehr hilfreich sein, um entscheidende Unterschiede im Verhalten aufzudecken. Außerdem ist es ein gut geeignetes Modell zum Kalibrieren.

Die Schlüsselzugangshinweise des Bagel sind im Einzelnen:

Bodyposture – Körperhaltung
Accessing Cues: Zugangshinweise wie z.B. Tonalität, Atmung, Reaktionsgeschwindigkeit
Gestures: Gestik
Eye movements: Augenbewegungen
Language Patterns: Sprachmuster, Schlüsselworte und analoge Signale
Bedeutungsrefraiming

In einem Bedeutungsreframing wird eine Bedeutung geändert und Ereignisse aus einem anderen Blickwinkel betrachtet

Beim Bedeutungsrefraiming wird einer Aussage eine andere Bedeutung gegeben, so dass man sie danach nicht mehr in der gleichen, zuvor bekannten Weise sehen kann. Dabei bleiben Kontext und Situation einer Aussage oder eines Gedankens erhalten, aber die damit verbundene emotionale Bedeutung wird neu interpretiert.

Beim Bedeutungsrefraiming ändert sich die Betrachtungsweise. Der Fokus wird auf die positive Absicht oder auf das, was einem dadurch geschenkt wurde, gelenkt. Verändert sich die Bedeutung einer Situation, verändert sich auch die Reaktion darauf. Sprachlich kann dies durch Gegensatzpaare verdeutlicht werden - geizig/sparsam, vorsichtig/feige, mutig/leichtsinnig, detailverliebt/pingelig.

Chaining Anchors
Chaining Anchors ist als eine Ankerkette eine Ankertechnik

Beim Chaining Anchors werden mehrere verschiedene Anker in aufeinander aufbauender Reihenfolge gesetzt, so dass beim Auslösen des ersten Ankers automatisch die gesamte Kette abläuft.  Der Chaining Anchors ist gut geeignet als Unterstützung, um Pläne oder Ziele zu verfolgen. Auch im Bereich der Motivation ist diese Ankertechnik sehr gut einsetzbar - beispielsweise, wenn jemand immer wieder auf halber Strecke aufgibt oder gar nicht erst anfängt.

Der Chaining Anchors entspricht einer mehrschrittigen Strategie auf ein gewünschtes Ziel hin. Durch die Verkettung sinnvoll aufeinanderfolgender Zwischenschritte wird eine Erfolgsstrategie installiert. Dies erlaubt es dem Coachee nach und nach ein Spektrum innerer Zustände zu durchlaufen. Der Chaining Anchors ist nicht zu verwechseln mit dem Stapelanker, bei dem die Ankerreize an der gleiche Stelle gesetzt/ausgelöst werden. Beim Chaining Anchors müssen die einzelnen Anker zunächst sauber voneinander getrennt installiert werden, damit später die gesamte Kette ablaufen kann.

Ablauf des Chaining Anchors

Zunächst ankert man die Anker, die man als Chaining Anchor verketten möchte. Es empfehlen sich drei bis fünf positive Anker(-situationen).

Beim Abfeuern der Anker fängt man mit Anker Nr. 1 an und feuert, sobald sich die Reaktion zeigt, Anker Nr. 2 ab.

Danach geht man wieder zurück zu Anker Nr. 1 und feuert diesen ab. Jetzt achtet man darauf, ob Reaktion von Anker Nr. 2 automatisch auftritt.

Sobald sie auftritt, feuert man Anker Nr. 3 ab. Feuert man jetzt wieder Anker Nr. 1 ab, sollten die Reaktion der Anker Nr. 2 und Nr. 3 ebenfalls auftreten.

Die Ankerkette wird in gleicher Weise vervollständigt bis ausreichend Ressourcen aufgebaut sind. Dabei ist es wichtig, dass die einzelnen Anker abgefeuert werden, wenn die jeweilige Reaktion noch nicht vollständig entwickelt ist, sondern noch im Zunehmen begriffen ist, wenn der jeweils folgende Anker abgefeuert wird.
Change Future
Der Change Future ist ein Timeline-Format zum ressourcevollen Erleben eines als unsicher empfunden künftigen Ereignisses

Der Change Future ist ein Visionsformat und in gewisser Weise, eine Art Change History in der Zukunft. Es dient der Veränderung der Vorstellung einer als unsicher erlebten Zukunft, und somit einer neuen Repräsentation eines zukünftigen Ereignisses. Für emotionale, wichtige Gespräche ist der Change Future ebenso gut geeignet, wie für Bewerbungsgespräche, Prüfungen oder berufliche Herausforderungen.

Die Schritte des Change Future mit Bodenankern:
  1. Arbeitstimeline definieren: Der Coachee bestimmt und prägt auf der Timeline die Bodenanker für den Gegenwartspunkt und das problematische Ereignis in der Zukunft.
  2. Fragestellung: Ist ein guter Ausgang vorstellbar? Falls ja, geht der Coachee hinter das Ereignis auf der Timeline auf den Zeitpunkt, wo das Ereignis gut ausgegangen ist. Falls nein, ist zunächst ein Ressourcenaufbau nötig.
  3. Der Coachee erlebt (VAK) den positiven Zustand und alles, was zu dem guten Ausgang beigetragen hat.
  4. Mit Blick in die Timeline-vergangenheit beschreibt der Coachee, welche Ressourcen (innen und außen) ihm geholfen haben? Was hat der Coachee alles gemacht hat, wie konnte es gut ausgehen? Man sammelt diese Erkenntnisse und Ressourcen.
  5. Der Coachee geht mit dem inneren positiven Zustand neben der Timeline (Meta) zum Gegenwartspunkt.
  6. Er durchläuft ressourcevoll die Timeline vom Gegenwartspunkt aus bis hinter das gut ausgegangene Ereignis. Der Coachee wird gefragt: Schau doch mal, was noch alles hinzugekommen ist, welche Ressourcen sind hinzugekommen? Auch diese Erkenntnisse und Ressourcen werden gesammelt.
  7. Dieser Prozess wird in mehreren Runden wiederholt.
  8. Der Coachee endet ressourcevoll in der Gegenwart und nimmt die Erkenntnisse der Timeline in sich auf.
  9. Test und Manifestation.
Change History
Der Change-History ist ein Timeline-Format zum ressourcevollen Neuerleben belastender Problemsituationen in der Vergangenheit

Der Change History ist ein Format zur Veränderung der Repräsentation eines vergangenen Erlebnisses durch ein neues, ressourcevolles Neuerlebens. Belastende Erfahrungen werden mithilfe geeigneter Ressourcen aufgelöst. Dabei wird nicht das Ereignis an sich geändert, sondern vielmehr das, was man daraus gelernt hat.

Es geht nicht darum, das negative Ereignis zu wiederholen, sondern das Ereignis erneut und ressorcevoll noch einmal zu erleben und neu zu bewerten. Im Mittelpunkt steht die internale Repräsentation dieser Vergangenheit und nicht das vermeintlich tatsächliche Ereignis. Repräsentationen sind veränderbar. Die Version wie es wirklich war soll in die Version wie es hätte sein können, wenn damals schon die Ressourcen zur Verfügung gestanden hätten, übergehen. Damit wird die Erfahrung zu einer Quelle des ressourcevollen Lernens.

Change History ist sehr gut geeignet für vergangene negative Erfahrungen, die einem in der Erinnerung immer noch schlechte Gefühle bereiten. Durch die Anreicherung mit Ressourcen und das erneute assoziierte Erleben werden die unangenehmen Erinnerungen neutralisiert. Change History ist auch ein Collapsing Anchors auf der Timeline.

Die Schritte des Change History mit Bodenankern:
  1. Arbeitstimeline definieren: Der Coachee bestimmt und prägt auf der Timeline sowohl den Gegenwartspunkt als auch den Problemereignis. Dabei soll er möglichst in der Dissoziation bleiben.
  2. Vor und hinter dem unangenehmen Ereignis gab es jeweils zwei Punkte, wo noch oder schon wieder alles in Ordnung war. Diese werden vom Coachee bestimmt und ebenfalls als Bodenanker ausgelegt (sogenannte Sandwichtechnik).
  3. Ressourcen finden und ankern: Gegebenenfalls werden Ressourcen auch gestapelt oder intensiviert. Ressourcen können auch erfragt werden: Was brauchst du, dass das kein Problem mehr ist?
  4. Der Coachee testet innerlich, ob diese Ressourcen für das Problem reichen werden? Falls nein, werden ggf. weitere Anker gestapelt.
  5. Der Coachee stellt sich mit den Ressourcen vor das Problemereignis und löst den Ressourcenanker aus.
  6. Er geht ressourcevoll durch das Problemerlebnis hindruch. Der Coachee geht mit den Ressourcen zuerst schneller durch das Problemerlebnis bis zu dem Punkt, an dem wieder alles in Ordnung ist. Der Coachee tritt von der Timeline runter und es wird ein Seperator gesetzt.
  7. Dieser Prozess wird mehrmals wiederholt. Der Coachee geht neben der Timeline wieder zurück an den Punkt vor dem Ereignis, der Resourcenanker wird erneut ausgelöst und Schritt 6 mehrmals wiederholt. Dabei geht er immer langsamer durch das Problemerlebnis, solange bis die Physiologie des Coachees ressourcevoll ist.
  8. Ressourcevoll bis zum Gegenwartspunkt gehen und neue Erkenntnisse integrieren.
  9. Test und Manifestation.
Chunk-Größe

Die Chunk-Größe beschreibt die Informationsmenge und den Abstraktionsgrad der betrachteten Information

Die Chunk-Größe beschreibt die Informationsmenge und den Abstraktionsgrad der betrachteten Information. Große Chunks enthalten viele allgemeinere Informationen, kleine Chunks wenige detaillierte, spezifische Informationen.

Menschen, die sich eher auf Details konzentrieren, werden als small chunkers (kleinteilig konzentriert) bezeichnet. Wer beim Denken eher strak verallgemeinert und das Gesamtbild im Auge hat, ist ein large chunker (großteilig konzentriert).

George A. Miller hat herausgefunden, dass Menschen gewöhnlich 7 +/- 2 Informationseinheiten (chunks) zeitgleich bewältigen können. Mehr Informationen überfordert. Dies ist vor allen Dingen im Kontext von Lernen und Gedächtnis wissenswert. In dem Meta-Programm des Chunk-Größenfilters geht es darum, wie Menschen am Besten Informationen aufnehmen, verarbeiten und ihre Informationsaufnahme bewusst über eine Anpassung der Chunk-Größe für ihre Zwecke nutzen.

Chunking
Chunking ist das hoch-, runter- und seitswärts-Bewegen auf verschiedenen Bedeutungsebenen

Chunking (chunk bedeutet Brocken/Stück) ist eigentlich ein Begriff aus der Computersprache und bedeutet in Gruppen einzuteilen. Eine Gruppe besteht dabei aus Informationseinheiten (chunks) mit gemeinsamen Merkmalen.

Beim Chunking haben wir eine Einteilung in drei Gruppen: Chunk up, chunk down und chunk sideways. Indem wir von einer Ebene hoch, runter oder seitlich gehen, verändert sich die eigene Wahrnehmung. Dadurch wird die betrachtete Informationsmenge größer, oberflächlicher, abstrakter oder kleiner, präziser oder konkreter gestaltet. Das Chunking ist eine wichtige kreative Basistechnik und wird eingesetzt, um Ideen zu bekommen, Glaubenssätze zu ändern, Ressourcen zu finden, Ziele zu definieren und die positive Absicht herauszuarbeiten. Außerdem ist es eine wichtige Fähigkeit bei Lernprozessen.

Chunking hat viel damit zu tun, wohin wir unsere Aufmerksamkeit lenken. Man kann dabei auf das Große und Ganze oder die Kleinigkeiten achten. Die Fähigkeit des Chunkens bedeutet seine Aufmerksamkeit zwischen Generalisierung und Detail, aber auch sich zwischen den logischen Ebenen bewegen zu können.

Die drei Arten des Chunkings sind:
  • chunk up (hochchunken): Hier bewegt man sich vom Spezifischen zum Allgemeinen, man beginnt bei den kleineren Bestandteilen und geht dann zu den größeren Teilen. Man verallgemeinert. Das chunk up ist der Spung in eine umfassendere, abstraktere Informationsebene.
  • chunk down (hinunterchunken): Dabei bewegt man sich vom Allgemeinen zum Spezifischen oder Besonderen. Man spezifiziert. Das chunk down ist der Sprung in eine spezifischere, konkretere Ebene.
  • chunk sideways: Hier geht es darum zu Vergleichen oder Analogien zu bilden, also weitere Beispiele auf derselben Informationsebene zu finden. Sideways chunken hat viel mit der freien Assoziation zu tun.
Sprachlich betrachtet chunken wir mit dem Meta-Modell hinunter, wenn wir nach speziellen Beispielen fragen. Mit dem Milton-Modell chunken wir sprachlich hinauf, hier bewegen wir uns vom Besonderen zum Allgemeinen. Und wenn wir Metaphern, Gleichnisse oder Analogien benutzen, vollziehen wir eine sprachliche Seitwärtsbewegung zu einer anderen Bedeutung auf der gleichen Ebene.

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