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Begriff Definition
Ziel

Ein Ziel ist ein wünschenswerter Zustand (oder Ereignis), der in der Zukunft liegt. Es ist vorstellbar, messbar, attraktiv, erreichbar und mit einem Termin verstehen.

Synonyme - Outcome, Goal
Wunderfrage

Wie Wunderfrage ist eine Fragetechnik aus der lösungsfokussierten Kurzzeittherapie, Als-Ob-Rahmen

Die Wunderfrage geht auf Steve de Shazer zurück. Er hat sich damit beschäftigt, welche Fragetechniken in Therapiegesprächen den Klienten in Richtung einer Lösung und welche Fragen ihn weiter ins Problem führten. Ihn interessierte, welche Fragen Klienten in einen ressourcevollen Handlungszustand und welche ihn in einen erstarrten Zustand führten. Aus diesen Beobachtungen entstand die Formulierung der Wunderfrage, die Klienten in einen Lösungsrahmen führt. Sie ist mit dem Fee-Rahmen verwandt.

Die Wunderfrage präsentiert dem Klienten in einem Als-Ob-Rahmen die Möglichkeit, dass über Nacht ein Wunder geschehen und das zuvor existierende Problemm gelöst worden ist.

„Stell dir jetzt mal vor, dieses Wunder wäre geschehen, was wäre dann anders...?
Woher weißt du, dass das Wunder geschehen ist? Woran genau wirst du es erkennen?"

Die klare Fokussierung auf das Zielerleben, nachdem das Ziel erreicht ist, ermöglicht dem Klienten ein stark assoziiertes Erleben, das zur Ideenschmiede für einzelne Schritte zur Zielerreichung werden kann.

Der Klient muss sich nicht mit der Frage beschäftigen, wie er ein Problem lösen wird, sondern kann ganz und gar das Ziel erleben. Durch den Als-Ob-Rahmen werden zuvor bestehende "aber...-Einwände" (..aber es wird doch eh nicht klappen...) bereits im Vorfeld ausgehebelt und der Klient Coachee vielmehr in die Lage versetzt, den optimalen Zielzustand zu erleben.
Synonyme - miracle question
Wertehierarchie
Die Wertehierarchie ist eine hierarchische Anordnung von Werten nach deren Wichtigkeit

Werte treten typischerweise in einer hierarchischen Struktur auf. Es gibt Werte, die einem wichtiger sind als andere und die dadurch eine stärkere Auswirkung auf das Verhalten bzw. getroffene Entscheidungen haben. Werte, die einem persönlich eher unwichtig (oder unwichtig) sind, erscheinen an unteren Ende einer Wertehierarchie.

Je genauer man seine wichtigsten Werte kennt und weiß, welche Werte für die eigene Lebensgestaltung von Bedeutung sind, kann man sein Verhalten effektiv auf diese Werte ausrichten und aktiv an einer optimalen Lebensgestaltung arbeiten.

Bei der Arbeit mit Wertehierarchien macht man sich, bezogen auf einen bestimmten Kontext oder ein bestimmtes Zeitfenster seine, seine wichtigsten Werte bewusst und ordnet diese nach deren persönlichen Wichtigkeit. In verschiedenen Kontexten verändert sich die Wertehierarchie. Eine Wertehierarchie kann deswegen auch nicht kontextfrei elizitiert werden.

Erstellung einer Wertehierarchie:

1.) Man legt den Kontext und ein Zeitfenster fest, für den man eine Wertehierachie erstellen möchte (bsp. Arbeit, Beziehung...).

2.) Man notiert mindestens 20 Werte. Diese schreibt man untereinander auf eine Arbeitsliste.

3.) Hierarchierung der Werte:

a) Als Erstes streicht man von den 20 Werten vier Werte aus, die es nicht unter die ersten fünf Werte schaffen werden.
b) Danach sortiert man die verbleibenden 16 Werte in einem paarweisen Vergleich:

Man nimmt den ersten und den zweiten Wert der Liste und fragt sich: "Was ist mir wichtiger: Der erste oder der zweite Wert? Worauf könnte ich eher verzichten?" Dann vergleicht man den Wichtigeren der Beiden mit dem dritten Wert der Liste. Und dann den wichtigeren Wert mit dem vierten Wert... bis man am Ende der Liste angekommen ist. Der Wert, der einem am wichtigsten ist, kommt nach oben auf eine neue Liste und wird in der Arbeitsliste gestrichen.

Nun macht man erneut den paarweisen Vergleich auf Deiner Arbeitsliste mit den verbleibenden 15 Werten. Dieser Vergleich wird unter Einbeziehung des wichtigsten Wertes der ersten Runde gemacht: Wenn ich den ersten wichtigen Wert in deinem Leben erfüllt habe, was ist mir dann wichtiger der erste oder der zweite Wert? Wenn ich den ersten wichtigen Wert in meinem Lebe habe, worauf könnte ich dann eher verzichten? Diesen Vergleich macht man bis man am Ende der Werteliste bist mit dem zweitwichtigsten Wert endet. Der Wert, der sich als zweitwichtigster herausgestellt hat, kommt an die zweite Stelle auf der separaten Liste und wird in der Arbeitsliste gestrichen.

c) Diesen Vergleich macht man so lange weiter, bis man auf der separaten Liste eine Wertehierarchie von mindestens fünf Werten hat. Der oberste Werte innerhalb der Wertehierarchie ist der dir wichtigste Wert.
Werte

Werte sind übergeordnete Maßstäbe von Menschen und Vorstellungen über das Wünschbare

Werte geben uns Orientierung. Sie sind die Richtschnur nach der wir unser Handeln ausrichten. Werte sind daher ganz entscheidend für unsere Motivation, denn wenn wir Etwas wollen, weil es uns etwas “wert" und wichtig ist, richten wir unser Handeln darauf aus. Werte sind grundlegende Überzeugungen und Einstellungen zum Leben, die unser Denken und Handeln bestimmen. Überzeugungen geben unserem Tun Bedeutung. Unser Handeln resultiert aus unseren Werten. Überzeugungen und Werte bestimmen unser unser Leben, denn sie gestatten uns, bestimmte Handlungsweisen zu tun und verbieten andere. Es sind Antworten auf Fragen wie:
  • "Was ist mir in meinem Leben besonders wichtig?"
  • "Wofür lohnt es sich zu leben?"
  • "Wovon möchte ich mehr und intensiver erleben?"
  • "Was macht das Leben für mich lebenswert?"  
Werte dienen auch als Entscheidungseinenger: Klare, bewusste Werte vereinfachen unseren Entscheidungsprozess. Sie helfen uns, schneller Entscheidungen zu treffen.

Wir werden angezogen von dem, was unseren Werten entspricht und wir entscheiden uns für werterfüllende Verhaltensweisen. Es gibt einen Unterschied zwischen angestrebten und gelebten Werten. Was eine Person anstrebt, muss nicht deckungsgleich sein mit dem real gelebten Werten. Dies kann beispielsweise dann der Fall sein, wenn zwei mehrere Werte in einem Konflikt gegeneinander gelebt werden möchten (bsp. Abenteuer vs. Sicherheit). Werte sind Glaubensstrukturen. Man glaubt, dass sie wahr und wichtig sind. Glaubenssätze sind auf einer höheren, neurologischen Ebene angesiedelt. Oftmals wird jeweils ein Wert durch viele ähnliche Glaubenssätze gestützt. Verändert sich einer dieser Glaubenssätze, so bleibt der Wert meist noch stabil. Verändert sich jedoch der Wert, kollabieren typischerweise alle damit einhergehenden Glaubenssätze.

Sprachlich werden Werte durch Normalisierungen und unspezifische Hauptwörter repräsentiert, die man nicht anfassen kann. Es handelt sich um sprachlich eingefrorene Prozesse, die  innerlich durch Submodalitäten repräsentiert werden und veränderbar sind. Werte sind auch kontextabhängig: Werte, die einem gestern sehr wichtig waren, können in einem oder 20 Jahren durch andere Werte ersetzt oder ergänzt werden.

Um sich seiner Werte bewusst zu werden, kann man eine Wertehierarchie erstellen oder einfach folgende Fragen ehrlich beantworten: Ein Leben ohne (einen beliebigen Wert XY), berührt dich diese Vorstellung? Falls ja, ist dies ist ein wichtiger Indikator für einen echten, starken Wert in deinem Leben. Denn Werte, die wirklich bedeutsam sind, berühren uns und wollen gelebt werden.
Synonyme - nlp value
Wahrnehmungspositionen

Die Wahrnehmungspositionen sind die bewusst oder unbewusst eingenommene Perspektive, aus der eine Situation erlebt wird

Die Wahrnehmungsposiition ist eine bewusst oder unbewusst eingenommene Perspektive, aus der eine Situation oder ein bestimmtes Erleben wahrgenommen wird. Es gibt vier mögliche Perspektiven, die eingenommen werden können. Dies sind die Wahrnehmungspositionen 

Die erste Position ist die Ich-Position: Gemeint ist das assoziierte Erleben aus der eigenen Position und den eigenen Augen.

Die zweite Position ist die Du-Position: In dieser Position nimmt man aus der Position eines Anderen eine Situation wahr. Man ist hier vom Selbst dissoziiert und mit dem Anderem assoziiert.

Die dritte Position ist die Beobachter- oder Meta-Position: Diese Position beschreibt die Außensicht. Aus dieser Position kann man sich selbst oder das Verhältnis zu anderen Beteiligten beobachten. In dieser Position wird zwischen der Beobachterposition und der Meta-Position unterschieden. Die Beobachter-Position ist die eines außenstehenden und wohlwollenden Beobachters und die Meta-Position ist die unbeteiligte Wahrnehmung aus einer größeren Entfernung.

Die vierte Position ist die Wir-Position. Es ist die Postion eines größeren Ganzen, einer WIR-Perspektive.  Wenn man beispielsweise glaubt, dass alle Menschen ein Teil des Universums oder Teil Gottes sind, so ist dies die Perspektive des Universums oder Gottes.
Visual Squash

Der Visual Squash ist ein Format aus der Teilearbeit zur Auflösung innerer Konflikte

Schwankt ein Mensch zwischen zwei Extremen hin und her oder behindern sich zwei innere Teile gegenseitig, kann mit dem Visual Squash eine Befriedung und Lösungen zwischen den beiden Interessen und deren positiven Absichten erzielt werden. Ein Visual Squash ist ein Collapsing Anchor mit Teilen. 

Zunächst werden die konträren Positionen ermittelt und auf den gegenüberliegenden Händen des Coachees platziert. Danach beschreibt der Coachee die Submodalitäten der beiden Teile, erfragt die jeweilige positive Absicht und würdigt diese Absicht. Beim Visual Squash ist der Einsatz des Milton-Modells hilfreich. Während die beiden Teile miteinander kommunizieren, wird die Integration der positiven Absichten vorbereitet. Die Integration findet symbolisiert durch das Zusammenführen der Hände statt, welches wie von selbst und mit Zauberkraft in einer angeleiteten Trance geschieht.

Ablauf des Visual Squash:

  1. Die konflikthaften Teile und ihren Konflikt herausarbeiten: Wie sehen Verhalten und Position der beiden Teile aus, wie stehen die Teile zueinander?
  2. Teile auf den Händen platzieren. Der Coachee beschreibt deren Submodalitäten in Farbe, Form, Größe, Gewicht etc. Ebenso werden die Namen der Teile erfragt. Dieser Schritt dient der Konfliktdissoziation.
  3. Ermittlung der positiven Absicht der beiden Teile und die gegenseitige Würdigung der positiven Absicht. Eventuell werden die Absichten bis zu einer gemeinsamen Absicht hochgechunkt.
    Der Coachee dreht die Hände so, dass sich beide Teile in den Handinnenflächen ansehen können. Sind sie in der Lage sich gegenseitig anzuerkennen und zu verstehen? Welche Ressource hätten sie jeweils gern von ihrem Gegenüber? Ressourcenaustausch.
  4. Der Coachee führt beide Hände in der Geschwindigkeit zusammen, wie es für die beiden Teile angenehm ist. Der Coach unterstützt das Zusammenkommen durch Hypnotalk. Die Hände bewegen sich wie von Zauberhand in ihrem eigenen Tempo aufeinander zu und beide Teile werden zu etwas Neuem.
  5. Integration des Neuen (Re-Assoziation), evtl. auch mit einem Ritual oder einer Geste.
  6. Test und Manifestation. Was ist jetzt anders?
Synonyme - Teilearbeit
Virginia Satir
Virginia Satir war eine Familientherapeuti und das 2. Modell im NLP
(26.06.1916-10.09.1988

Virginia Satir war 1951 eine der ersten Therapeuten, die in einer Sitzung mit einer ganzen Familie arbeitete. Sie war eine der bedeutendsten Familienterapeutinnen und wird oft als Mutter der Familientherapie bezeichnet. Sie betonte die gegenseitige Abhängigkeit der Menschen und das Gleichgewicht zwischen persönlicher Entwicklung und dem Respekt vor den Bedürfnissen anderer.

Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stand es, das Selbstwertgefühl ihrer Klienten zu erhöhen und das Verständnis für die Sichtweise Anderer zu verbessern. Virginia Satir arbeitete ebenfalls mit dem Modell der Persönlichkeitsanteile. In den frühen 60er Jahren zog sie nach Kalifornien und baute dort zusammen mit Don Jackson und Jules Riskin das Mental Research Institue auf. 1972 begegnete sie John Grinder und Richard Bandler, die sie modellierten und Satir zum zweiten Modell des NLP machten.

VAKOG

VAKOG ist die Abkürzung für unsere 5 Sinneskanäle

Wir nehmen unsere Umwelt mit unseren fünf Sinnen wahr. Aus den Anfangsbuchstaben der Sinne ergibt sich das VAKOG Akronym:

Visuell: sehen
Auditiv: hören
Kinästhetisch: fühlen
Gustatorisch: schmecken
Olfaktorisch: riechen

Über die Sinne verarbeitet man innerlich die Wahrnehmung und bildet sich damit die Wirklichkeit VAKOG ab. Unsere Erlebnisse repräsentieren wir später aus dieser Erinnerung als neuronale Kodierung heraus. Dabei haben Menschen meist individuell bevorzugte Repräsentationssysteme. Die einzelnen Sinne sind individuell unterschiedlich ausgeprägt. Mit ihnen kodieren sich Menschen innerlich die äußere Flut an Informationen und Eindrücken. Meist bevorzugen Menschen eines der Repräsentationssysteme.

An sprachlichen Formulierungen können Präferenzen von Sinneskanlären abgelesen werden:

Visuell betonende Formulierungen lauten beispielsweise:
„... Licht ins Dunkel bringen.....die Zukunft sieht rosig aus.......schauen wir uns das Ganze mal an......endlich sehe ich klar.... du siehst mich nicht...... ich freue mich dich zu sehen...“.

Für eine auditive Wortwahl stehen Formulierungen wie:
„das klingt gut.....das stimmt mich fröhlich oder .....ich kann es nicht mehr hören... ich freue mich dich zu hören... ich habe ihn einfach nicht verstanden...“.

Eine kinästhetische Sprache und Wortwahl kennzeichnen Formulierungen wie:
„...das liegt auf der Hand.....das Problem in den Griff bekommen... das ging mir nahe.....das drückt mir aufs Gemüt.... es war so schön, ich wollte sie nur noch umarmen...“.

Gustatorisch betonende Formulierungen sind beispielsweise:
„... der Plan schmeckt mir nicht... das hat einen Beigeschmack...“.

Eine olfaktorisch gekennzeichnete Forumulierung kann lauten:
„... hier riecht es aber komisch... dich kann ich gut riechen.. das stinkt ja zum Himmel...“.

Synonyme - Sinne
Utlisation

Utlisation meint die Nutzung und Anwendung vorhandener Potentiale, Anker, Strategien und auch von Störungen

Utilisation begegnet uns im NLP in mehreren Bereichen. Beispielsweise ist es ein entscheidender Schritt beim Modelling. Nach dem Elizitieren der entscheidenden Strategien und Muster des Modells gilt es genau die Strategien herauszufiltern, die von Nutzen und anwendbar sind. Es sind die Strategien interessant, die den Unterschied zur Exzellenz machen. Dieses Selektieren und Filtern der nutz- und anwendbaren Muster nennt man Utilisation.

Aber auch in der Hypnose wie in jedem Coaching-Setting ist Utilisation von Bedeutung. Dabei geht es darum die Aussagen und Zustände von Coachees ebenso wie Umwelteinflüsse wie Geräusche von Außen auf angenemessene Art in die Trance einzubauen, so dass die Gegebenheiten ein Teil der Trance werden.  Selbst ein Widerstand des Coachees kann utilisiert werden; oder wie Milton H. Erickson es formulierte: "Es gibt keinen Widerstand, nur Dinge die geschehen."  Es liegt also in der Kreativität des Coachs, Störungen nutzbar zu machen und entsprechend in die Veränderungsarbeit einzubauen. 

Übereinstimmungs-Rahmen
Der Übereinstimmungs-Rahmen meint sowohl 1.) das Yes-Set als auch 2.) einen Rahmen für Konfliktlösungen

1. Das Yes-Set als ist Leading-Technik. Es ist ein einfaches, schnell zu erlernendes und doch sehr effektives NLP-Werkzeug. Im Yes Set werden die eigenen verbalen Signale bewusst verändert. Es werden Formulierungen und Aussagen benutzt, die allgemein bekannt oder akzeptiert sind, nicht oder kaum überprüfbar und schwer widerlegbar sind.

Das Yes-Set ist eine gute Methode, um Rapport aufzubauen und wird im Coaching unter anderm gern in der Kennenlernphase eingesetzt. Der Coach nennt mehrere Tatsachen, bei denen der Coachee zustimmen soll. Er kann auch Fragen stellen, die der Cochee nur mit Ja beantworten kann. Es wird eine Ja-sage-Haltung erzeugt, indem mehrere Aussagen gemacht werden, die automatisch Zustimmung hervorrufen. Das Yes-Set eignet sich aber auch sehr gut, um Interventionen einzuleiten, denen der Klient eventuell kritisch oder ambivalent gegenüber steht. Durch das dreimalige sprachliche Zustimmen wird auch internal die Bereitschaft ja zu sagen erhöht.
 
In Yes Set-Formulierungen werden Verneinungen vermieden und in positive Formulierungen umgewandelt. Der Rapport der Gesprächspartner wird verbessert.

2. Vor allem bei Konflikten ist es sinnvoll einen Übereinstimmungsrahmen herzustellen. Es geht darum, hinter zwei scheinbar unterschiedlichen Interessen etwas Gemeinsames oder gegenseitig Anerkennbares zu finden. Mit dem Übereinstimmungs-Rahmen wird ein gemeinsames Ziel erzeugt, dem beide Parteien zustimmen können. Der Fokus wird vom Konflikt weg, hin auf eine mögliche Lösung gelenkt. Der Übereinstimmungs-Rahmen schenkt dabei beiden Parteien ein Gefühl der Sicherheit, dass ihre Positionen Gehör finden, ihre individuellen Ziele respektiert werden, so dass die Bereitschaft kooperativ zusammenzuarbeiten wächst.
Synonyme - Yes-Set
Tranceinduktion

Tranceinduktion ist die Einleitung einer Trance

Es gibt vielfältige Tranceinduktionen, die nach dem Muster "Pacing - Leading" erfolgen. Die Tranceinduktion lenkt die Wahrnehmung zunächst von außen nach innen und die Trancevertiefung lenkt die Wahrnehmung dann von innen noch weiter nach innen. Als Tranceinduktionen können u.a. Entspannungsanweisungen, Metaphern, Reisen durch Landschaften oder den Körper sowie Fokussierungstechniken mit Zahlkombinationen genutzt werden.

Synonyme - induction
Tranceexduktion

Tranceexduktion ist die Ausleitung und Rückkehr aus einer Trance

Der Coach sollte eine Trance nicht abrupt beenden, sondern den Coachee langsam und allmählich zurück in die Außenwelt führen. Wenn die Tranceinduktion eine Phantasiereise war, der Coach dabei Ordnungszahlen oder Reihenfolgen genutzt hat, durchläuft der Coachee diese Induktion rückwärts. Es bietet sich als generelle Regel die Art der verwendeten Induktion als umgewandte Exduktion zu verwenden.

Ebenso bietet sich eine Exduktion KAV sehr gut an; dabei wird die Wahrnehmung des Coachees über die Sinneskanäle des Fühlens, Hörens und Sehens wieder auf die Außenwelt gerichtet.
Tranceanzeichen

Tranceanzeichen sind von außen sichtbare Anzeichen für einen Trancezustand

Tranceanzeichen sind beispielsweise Augenflattern, schnelle Augenbewegungen, die Veränderung der Gesichtsfarbe, das tiefer Werden der Stimme, die Glättung von Stirnfalten und eine Veränderung der Atmung. Diese körperlichen Anzeichen können den Coachee irritieren, vielleicht kann es ihm im ersten Augenblick auch unbekannt und unbehaglich vorkommen, daher sollten auftretende Tranceanzeichen in die Trance miteingebaut werden.

Ein Beispiel kann sein: "An dem Flackern deiner Augen, an dem Entspannen deiner Gesichtsmuskeln kann ich sehen, dass du immer tiefer und tiefer entspannst...." Dies vermittelt dem Coachee, dass alle Zeichen in Ordnung sind und er weiter loslassen und geschehen lassen kann, was geschieht.

Trance

Trance ist ein Zustand veränderter Wahrnehmung, in dem man die Aufmerksamkeit nach innen richtet

In einer Trance nutzt man die Kraft des Unterbewussten, um Zugang zu unbewussten Ressourcen zu gewinnen. Hier spiegelt sich eine wichtige NLP-Grundannahme wieder: Veränderungen müssen nicht über das Bewusstsein laufen.

Trance ist nach Milton Erickson der Zustand, in dem Lernen und die Bereitschaft zur Veränderung am wahrscheinlichsten auftreten werden. Trance ist durchaus ein natürlicher Zustand, den jeder schon erlebt hat, zum Beispiel in der Meditation, während des Autofahrens oder in einem Tagtraum. Es ist ein unwillkürlicher, sehr fokussierter Zustand, bei dem die Aufmerksamkeit nach innen gerichtet ist. Je stärker dies gelingt, umso weniger Aufmerksamkeit schenkt der Mensch der Außenwelt. Er lässt leichter geschehen, was geschieht.

Dabei gibt es zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein eine Vermittlerstation, den sogenannten kritischen Faktor. Er funktioniert wie ein Türsteher und bildet normalerweise eine undurchlässige Sperre zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein. Er bestimmt, welche Informationen und Elemente sich zwischen den beiden Anteilen austauschen. Wenn dieser Faktor abgelenkt oder umgangen wird, eröffnet es dem Menschen die Möglichkeit in die eigene Innenwelt einzutauchen, sich ein Stück weit besser kennen zu lernen und vielleicht wieder mit seiner Tiefenstruktur in Verbindung treten zu können.

Synonyme - trance
TOTE-Modell

Das TOTE-Modell ist eine grundlegende Strategie im NLP und Basis für viele Strategien

TOTE steht für  das Akronym: Test - Operate - Test - Exit. Es ist eine grundlegende Feedbackschleife von Veränderungsarbeit und bildet die Grundstruktur aller Strategien zur Erreichung festgelegter Ziele. Das TOTE-Modell ist sehr gut dafür geeignet, Strategien auf deren Effizienz zu überprüfen.

Eigentlich fehlt bei diesem Akronym ergänzend das Z als erster Buchstabe, denn ohne eine Zielbestimmung ist das TOTE-Modell sinnlos. Das Ziel soll SMART wohlgeformt sein.

Im Einzelnen hat Tote folgende Struktur:

Man muss wissen, was man erreichen will (Ziel). Danach macht man einen Ist- zu Soll-Abgleich. Man nimmt den Unterschied zwischen dem wahr, was man erreichen möchte und dem, was im jetztigen Zustand gegeben ist (Test). Danach vollzieht man einen ersten Schritt, der einem dem Ziel näher bringen soll (Operate). Danach nimmt man erneut den Unterschied zwischen dem, was man erreichen möchte und dem, was ist, wahr (Test). Hat man das Ziel erreicht, verlässt man die Struktur (Exit). Ist dies noch nicht der Fall, geht man wieder einen Schritt zurück und macht einen zweiten ausführenden Schritt in Richtung Zielerreichung (Operate). Dies wiederholt man solange, bis man das Ziel erreicht und die Struktur verlässt (Exit). 

Timeline

Eine Timeline ist eine visuelle Repräsentation der Zeit und Aufreihung der eigenen biographischen Erinnerung an einem gedachten Zeitstrahl

Die Timeline ist eine visuelle, räumliche Metapher für den Lebensweg eines Menschen. Da wir Zeit nicht direkt wahrnehmen können, behilft man sich hier mit einer Projektion der Zeit im Raum. Die Timeline ist eine gedachte Linie, auf der aufeinanderfolgende Zeitpunkte aufgereiht sind. Je nach verwendetem Format oder Arbeitsweise werden auf der Timeline beispielsweise folgende Zeitpunkte geankert: Geburt, Vergangenheit, Gegenwart, einzelne Situationen, Zukunft.

Eine Timeline ist submodal kodiert; so kann sie gerade oder kurvig, dünn oder breit sein etc. Ihr Verlauf ist bei jedem Menschen unterschiedlich. Interventionen mit einer Timeline sind besonders hilfreich, wenn Menschen Zugang zu ihren Ressourcen finden, eine attraktive Zukunft visualisieren und ihr Leben organisieren wollen. Die Timeline ist ein Modell, mit dem man eine größere Anzahl von Lernerfahrungen einer Person in kurzer Zeit verändern kann. Durch ein ressourcevolles Neuerleben vergangener oder zukünftiger Ereignnisse können grundlegende Veränderungen in der Persönlichkeit  bewirkt werden.

Im NLP werden drei Grundtypen der Zeitanordnung unterschieden.

  • Through Time: Die Timeline liegt gewöhnlich komplett außerhalb des Menschen. Sowohl Vergangenheit, Gegenwart als auch Zukunft liegen im Blickfeld. Erinnerungen sind normalerweise dissoziiert und können gut abgerufen werden. Diese Menschen sind sich der Zeit und der Dauer von Vorgängen bewusst, sie sind oftmals pünktliche und zeitplanende Menschen.
  • In Time: Die Timeline dieser Menschen geht durch sie hindurch, wobei gewöhnlich ein Teil der Zeit außerhalb ihres Sichtfeldes liegt und somit schwerer zugänglich ist. Ihre Erinnerungen sind assoziiert. Diese Menschen haben ein schlechteres Zeitgefühl, denn sie leben im Jetzt. 

  • Between Time: Eine Mischung aus In und Through Time. Die Timeline geht durch den Menschen hindurch (wie 'In Time'), allerdings ist die gesamte Timeline im Blickfeld (wie 'Through Time').
Die submodale Ausgestaltung der Timeline eines Menschen ist so unterschiedlich wie Menschen selbst unterschiedlich sind. Keine Timeline gleicht einer anderen, auch wenn manche sich ähneln. Werden die Submodalitäten einer Timeline geändert, kann das als klassische Submodalitätenarbeit Veränderungen auf der Persönlichkeitsebene und im Umgang der eigenen Lebenszeit führen.
 
Für die Coachingarbeit wird in der Regel eine sogenannte Arbeitstimeline abgebildet. Diese Zeitlinie am Boden funktioniert als räumlicher Ankerraum für unterschiedliche Ereignisse im Leben des Coachees. Sie entspricht einer geraden Linie, die der Coachee im Raum auslegt und mittels Bodenankern für sich beispielsweise Punkte für Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft bestimmen kann. In unterschiedlichen Interventionen kann er dann beim Übergehen der Timeline Informationen sammeln, Ressourcen finden, Ziele erreichen, Vergangenes ressourcevoll neu erleben und Probleme lösen. Die Arbeitstimeline wird u.a. in den Formaten Change History, Change Future, Kern- und Ursprungsressourcen, Re-Imprinting, Core-Transformation oder dem Ressource-Super-Charger eingesetzt. Eine Timelinie ist übrigens nicht fest skaliert und kann so im Coaching dem Maßstab des Klienten angepasst werden.
Synonyme - Arbeits-Timeline, timeline
TIGER

TIGER umfasst Kriterien für ein wohlgeformtes Installieren von Ankern

TIGER ist ein Akronym für die fünf Kriterien für ein erfolgreiches Ankern: Timing, Intensität, Genauigkeit, Einzigartigkeit und Reinheit.

Timing bedeutet, dass der Anker zum richtigen Zeitpunkt  während des intensivsten Gefühls gesetzt wird. Dieser Moment ist kurz vor dem Maximum, wenn des Gefühl aber noch aufsteigt. Optimal sind ein Ankern ca. 2-3 Sekunden vor dem Höhepunkt. Der Höhepunkt kann anhand der Physiologie oder durch Befragung des Coachees herausgefunden werden.

Der zu ankernde Zustand soll ein starker Zustand in voller Intensität sein. Dazu ist  es wichtig, den Zustand möglichst umfassend assoziiert zu erleben.

Die Genauigkeit erinnert daran, dass ein Anker immer präzise an der gleichen Stelle gesetzt wird. Diese Stelle soll für den Coachee angenehm und nicht bereits von einem anderen Anker besetzt sein. Nur wenn der Anker in gleicher Weise reproduziert werden kann, kann er seine volle Wirkung entfalten und später leichter abgerufen werden.

Einzigartigkeit bedeutet, dass für jeden Anker ein individueller Platz gewählt wird, der noch nicht geankert ist. Der Ankerpunkt sollte immer an einer Stelle gewählt werden, die frei von anderen Reizüberlagerungen ist.

Reinheit erinnert daran, dass nur das Gefühl geankert wird, was auch geankert werden soll. Der Such- und Klärungsprozess, der zum Gefühl führt, ist irrelevant. Es wird einzig der reine Zustand geankert.
Test

Ein Test ist eine Überprüfung der Wirksamkeit einer Intervention

Im Coachingrahmen ist der Test der letzte und ein wichtiger Schritt. Der Coach überprüft, ob die Veränderungsarbeit erfolgreich ist, ob das Ziel des Coachings erfülllt ist oder ob gegebenfalls noch einmal nachgearbeitet werden wird. Im Test wird das erzielte Ergebnis angegriffen oder mit dem ursprünglichen Problemthema konfrontiert. Wenn der Zustand und Physiologie bei einem Angriff nicht positiv standhaft bleibt, war die Intervention nicht voll erfolgreich. Unter anderem kann mit der Skalenfrage überprüft werden, ob das Ziel des Coachings erreicht wurde. Sehr gut geeignet ist ebenfalls der Future Pace, der am Besten dreimal durchgeführt wird. Das Gehirn kann dann schneller lernen, unerheblich ob es sich um eine erlebte oder erfundene Kontrollsituation handelt.

Synonyme - testing
Teilemodell

Das Teilemodell ist ein Modell zu inneren Persönlichkeitsanteilen

Das NLP-Teile-Modell basiert auf Erfahrungen der Gestalttherapie Perls und der Familientherapie Satirs. Das Teilemodell beruht auf der Annahme, dass es in jedem Menschen unbewusste Teile gibt, die jeweils positive Ziele verfolgen und Verhalten auslösen. Teile haben dabei immer eine positive Absicht, auch wenn es ihnen nicht immer gelingt, dies in einem für den Menschen positiv ersichtlichen Verhalten auszudrücken. Jedes Verhalten hat daher eine Berechtigung, einen Sinn und ist stets positiv intendiert.

Im NLP geht man davon aus, das in jedem Menschen ganz unterschiedliche Teile „wohnen“. Im Teilemodell werden sie mit Wohlwollen wie Mieter in einem Mietshaus betrachtet. In einem solchen Haus kommen ganz unterschiedliche Bewohner mit ganz unterschiedlichen Verhaltensweisen zusammen. Wir sind die Vermieter und sobald wir beginnen uns um unser Haus zu kümmern, können wir entscheiden, wer im Haus wohnt, mit wem wir neue Mietverträge abschließen, wessen alte Verträge wir abändern und welche neue Vereinbarungen mit alten Mietern getroffen werden. Nur in ganz seltenen Fällen kann im Rahmen des Teile-Modells keine Vereinbarung mit einem Teil getroffen werden, was eine Entmietung notwendig werden lässt.

Ein Mensch ist umso glücklicher, je mehr seine Persönlichkeitsanteile in Harmonie miteinander leben. Ein Mensch fühlt sich zerrissen oder fremdbestimmt, wenn er starke nicht integrierbare oder im Konflikt stehende Teile in sich hat.
Swish

Das Swish ist ein Format zur Unterbrechung von (zwanghaften) Reiz-Reaktions-Verhalten

Mit diesem Format werden bei einer Reiz-Reaktions-Kombination die Submodalitäten kurz vor dem entscheidenden Point of no Return verändert und die Reiz-Reaktions-Kette in der üblichen Weise unterbrochen. So erhält die Person die Möglichkeit ein vorheriges zwanghaftes Verhalten nicht weiterausführen zu müssen und stattdessen von einer ungewünschten Strategie in eine nützlichere, neue Strategie zu wechseln.

Der Swish ist sehr gut dazu geeignet ritualisierte Gewohnheiten und zwanghafte, emotionale Reaktionen zu verändern. Beispiele sind Zwangsverhalten wie Rauchen oder unkontrolliertes Essen. Hierbei dient das schwierige Verhalten als Auslöser zur Überwindung des gewohnten, unerwünschten Verhaltens.

Ablauf des Swish:

1. Klärung welcher Auslöser zum unerwünschten Verhalten und Zwang führt. Entscheidend ist, wann der sogenannte Point of no Return ist und was dafür sorgt, dass kein anderes Verhalten möglich ist.
2. Dissoziiertes Ressourcenbild erzeugen, in dem man weiß, dass man das unerwünschte Verhalten nicht mehr braucht. Prüfen, dass die positive Absicht auch ohne die bekannten negativen Nebenwirkungen erfüllt wird.
3. Swish-Sequenz

a) Ursprungsbild groß sehen, Ressourcenbild klein in unterer Ecke plazieren.
b) Ressourcenbild mit einem verbalen "Swish" (unterstützt durch ein Geräusch) groß werden lassen, während das Auslöserbild gleichzeitig kein wird oder verschwindet.
c) Separator, Augen aufmachen

4. Den Swish ca. fünfmal wiederholen und dabei schneller werden.
5. Test und Future Pace.
Synonyme - Swish Pattern
Submodalitäten

Submodalitäten sind die feinen Unterschiede im WIE des Erlebens

Die Submodalitäten sind die Bausteine der Repräsentationssysteme. Sie können als Untereigenschaften der fünf Repräsentationssysteme zugeordnet werden. Es sind die Feinunterscheidungen unserer Sinne, die unsere Erfahrungen der Wirklichkeit kodieren. Da wir die Wirklichkeit nicht direkt wahrnehmen können, repräsentieren wir sie mithilfe innerer Vorstellungen in den fünf Sinnesrepräsentationen (VAKOG).

Über Submodalitäten sortiert, kodiert und speichert unser Gehirn und unser Erleben, somit unser Modell der Welt. Submodalitäten bezeichnen also die Eigenschaften, mit denen wir unsere Erfahrungen strukturieren. Diese Qualitäten sind zwar inhaltsunabhängig, aber sie bestimmen emotional entscheiden mit, in welcher Intensität wir auf eine Erinnerung reagieren. Da wir unsere Erfahrungen, Gefühle, Erlebnisse im Gehirn submodal kodiert haben, kann ich diese Kodierungen verändern.

Einige Submodalitäten der jeweiligen Repräsentationssysteme:

Visuell
  • Anzahl (ein/viele Bild(er) – eine/geteilte Leinwand)
  • Entfernung (nah/fern)
  • Größe (klein/groß)
  • Helligkeit (hell/dunkel)
  • Kontrast (stark/schwach)
  • Position (oben/ unten – links/rechts)
  • Schärfe (klar/verschwommen)
  • assoziiert/dissoziiert
  • Farbe/Schwarz-Weiß
  • mit Rahmen/ohne Rahmen
  • Standbild/Diaschow/Film
  • zweidimensional/dreidimensional
Auditiv
  • Art der Quelle (extern/intern)
  • Entfernung (nah/fern)
  • Geschwindigkeit/Tempo (schnell/langsam)
  • Lautstärke (laut/leise)
  • Position (innen/außen)
  • Tonhöhe (hoch/tief)
  • extern/intern
  • stereo/mono
Kinästhetisch
  • Bewegung (Bewegungsrichtung, kontinuierlich – Form)
  • Gewicht (leicht/schwer)
  • Intensität (stark/schwach)
  • Position (im/am Körper)
  • Temperatur (heiß/warm/kalt)
Olfaktorisch / Gustatorisch
  • Intensität (stark/schwach)
  • angenehm-unangenehm (aromatisch/verbrannt/stinkend)
  • Primärgerüche (kampferartig, moschusartig, blumig, minzartig, stechend, faulig)
  • Grundqualitäten (süß, sauer, salzig, scharf, bitter)
Dabei arbeiten wir nicht inhaltlich, sondern mit den Repräsentationen. Das Verändern von Submodalitäten ist eine kraft- und wirkungsvolle Veränderungsarbeit, durch die sich beispielsweise die emotionale Bedeutung einer Erfahrung verändert. Ändern wir die Struktur einer Erfahrung formen wir auch deren Einfluss um. Wenn eine oder mehrere kritische Submodalitäten verändert werden, kann es eine Lawine der Veränderungen auch bei weiteren Submodalitäten auslösen. Wir können unsere Welt innerlich in jeder Hinsicht verändern.

Gefühle sind auch submodal kodiert. So wird beispielsweise das Gefühl von Wahrheit anders repräsentiert als das Gefühl von Sicherheit, möglicherweise assoziert/dissoziert, als Film oder als Bilderabfolge. Wir kodieren alles durch Submodalitäten, sowohl positive als auch negative Ereignisse und können durch Veränderung der entsprechenden Submodalitäten nachhaltige Veränderungsarbeit leisten.



Kleines Submodalitätenlexikon:

Die Verstärkung von Submodalitäten nennt man Amplifikation. Submodalitäten sind entweder analog (in sich mit einem breiten Spektrum an Nuancen) oder digital (in sich mich polaren Nucanen). Manche Submodalitäten hängen in ihrer Wirkintensität zusammen und werden dann als kritische Submodalitäten bezeichnet. Eine Veränderung einer kritischen Submodalität bewirkt einen schnellen Wechsel der Gefühlsklasse. Man erkennt diese Submodalitäten beispielsweise daran, dass sich andere Submodalitäten mit verändern oder dass sie eine stärkere Wirkung auf die Physiologie der Person haben als andere Submodalitäten.
Synonyme - Submos
Strukturmodelle der Veränderung
Die Strukturmodelle der Veränderung umfassen sowohl 1.) das Modell "gegenwärtiger Zustand plus Ressourcen als erwünschte Zustand" und 2.) das Modell "teile, verändere, vereine"

1. Gegenwärtiger (ändernswerter) Zustand plus Ressourcen ist gleich zukünftiger (erwünschter) Zustand


Robert Dilts entwickelte zwei Strukturmodelle der Veränderung. Bei Veränderungen erster Ordnung erzielt der Coachee ein einzelnes Ergebnis, etwa eine andere Reaktion in einem bestimmten Zusammenhang. Veränderungen erster Ordnung resultieren aus Lernprozessen auf einer Ebene. Sie wirken bei eingegrenzten und strukturierten Problemen. Für ein eingegrenztes Problem gibt es eine begrenzte Anzahl möglicher Lösungen. Ein strukturiertes Problem lässt sich eindeutig formulieren, so dass das Problem deutlich wird und selbst den Weg zur Lösung weist. Die Veränderung ist nicht zwangsläufig komplex. Die unmittelbaren Nebenwirkungen sind meist minimal. Da NLP ziel- und ressourcenorientiert ist, steht am Anfang einer Intervention die Zielbestimmung, also die Benennung eines künftig erwünschten Zustands. Um ein Ziel zu erreichen ist es wichtig, den gegenwärtigen Zustand zu kennen und im Anschluss herauszufinden, was genau für die Zielerreichung benötigt wird. Um vom jetztigen Zustand in den gewünschten Zustand zu gelangen, braucht man Ressourcen.

Gestaltet sich dies schwierig, hat man meistens zu wenig Zugang zu seinen Ressourcen. Ursache dafür können Interferenzen, also Konflikte mit anderen Zielen oder inneren Anteilen der Person, sein. 

2. Teile, verändere, vereine

Veränderungen zweiter Ordnung liegen dann vor, wenn der Veränderungsprozess vielfältige Ziele und weitere Erwägungen beinhaltet. Es geht nicht nur um die Lösung des aktuellen Problems, sondern darum die Fähigkeit zu weiteren Veränderungen zu entwickeln. Veränderungen zweiter Ordnung beseitigen nicht nur das vordergründige Problem, sondern wirken tiefgründiger. Sie verändern das tieferliegende Denken, welches  das Problem verursacht. Veränderungen zweiter Ordnung sind mit dem Lernen über zwei Ebenen verwandt. Veränderungen auf mehreren Ebenen braucht man bei unstrukturierten und nicht eingegrenzten Problemen. Für ein nicht eingegrenztes Problem gibt es viele mögliche Lösungen. Unstrukturiert ist ein Problem, das so dargestellt wird, dass es nicht auf eine Lösung hinweist. Mit anderen Worten ist es, um hier eine Veränderung zu erreichen, sehr wichtig zu wissen, worum es ganz genau geht, diesen Aspekt dann zu verändern und das Ergebnis wieder in den Gesamtzusammenhang zu stellen.

Strategien

Strategien ermöglichen ein planvolles Vorgehen, eine Folge von Denk- und Verhaltensweisen zur Zielerreichung

Strategien sind eine Abfolge äußerer Verhaltensweisen und/oder innerer Prozesse, die zu einem bestimmten Ergebnis führen. Sie beschreiben die Organisation und Abfolge der notwendigen äußeren sowie inneren Schritte zur Erfüllung einer Aufgabe. Eine Strategie ist ein genauer Plan des eigenen Vorgehens. Eine Strategie ist eine definierte Abfolge von Wahrnehmungs-, Denk- und Verhaltensschritten zur Zielerreichung oder zur Aktivierung von Emotionen zur Erreichung eines spezifischen Ziels. 

Eine Strategie im engeren NLP-Sinne ist eine Sequenz innerer Repräsentationen auf dem Weg zum Ziel. Dabei sind im Wesentlichen sieben Strategien von Bedeutung:

- Gedächtnisstrategien,
- Lernstrategien,
- Motivationsstrategien,
- Kreativitätsstrategien ,
- Entscheidungsstrategien,
- Realitätsstrategien,
- Überzeugungsstrategien.

Um eine bestehende Strategie herauszuarbeiten ist die eine erste generelle Frage: Wie mache ich das eigentlich oder wie macht die Person XY das eigentlich? So stehen Strategien auch im Mittelpunkt eines jeden Modellings. Strategien unterliegen auch den Wohlgeformtheitskriterien. Zur Beschreibung von Strategien dient das TOTE-Modell.

Das ROLE-Modell von Robert Dilts ist geeignet, um Informationen der inneren Strategieschritte zu erlangen und Mikrostrategien zu eliizitieren. Das R steht dabei für Repräsentationssystem und lenkt die Konzentration auf die Frage, welche der fünf Sinne im jeweiligen Schritt tonangebend sind. O steht für die Orientierung, also ob das sensorische System external oder internal orientiert ist. L steht für Link und Verbindung und fragt danach, wie die einzelnen Schritte miteinander verbunden sind. Das abschließende E steht für den Effekt und schaut zuletzt darauf, was die einzelnen Schritte gebracht haben.
Synonyme - strategies
Stealing Anchors

Stealing Anchors ist eine Ankertechnik, bei der vorhandene Reiz-Reaktions-Kombinationen genutzt werden

Stealing Anchors ist die einfachste Art des Ankerns, da die Konditionierung bereits erfolgt ist. Eine vorhandene Reiz-Reaktions-Kombination wird erkannt und der bestehende Anker genutzt- Der bestehende Anker wird mit einer neuen Reiz-Reaktionskette begelgt. Ein bereits gut funktionierender Anker wird geklaut und neu verwendet.

Synonyme - Umankern
State

NLP unterscheidet 3 States/ Zustände: Stuck State, Separator State, Ressource State

State bezeichnet im NLP einen momentanen Zustand, der sich in der Physiologie und im Gefühl ausdrückt. Unter Zustand versteht man die Summe unserer Gedanken, Gefühle, Emotionen und im Gesamten unserer körperlichen und geistigen Energie. Zwar glauben wir häufig, dass äußere Ereignisse, die wir nicht kontrollieren können, innere Zustände auslösen, doch vielmehr erzeugen wir sie selbst.  

Im NLP unterscheidet man im Wesentlichen drei Zustande/ States:  Den Stuck State, den Separator State und den Ressource State.

Der Ressource State ist der Zustand, in dem ein Mensch alle Fähigkeiten, positiven Energien und Stärken zur Verfügung hat. Im Ressourcenzustand können auf leichte Weise Lösungen gefunden werden, da die Ressourcen einem zugänglich sind. In vielen NLP-Formaten ist das Herausarbeiten der nutzbaren Ressourcen gleich wie die Beförderung des Coachees in einen ressourcevollen Zustand zu versetzen, ein enorm wichtiger Bestandteil der Veränderungsarbeit.

Dagegen ist der Stuck State oft der auslösende Problemzustand für einen Veränderungswunsch. Der Stuck State ist ein ressourcefreier Zustand, ein blockierter Zustand mit einer Problemorientierung, der persönliche Ressourcen nicht oder nur eingeschränkt zugänglich macht.  

Der Separator State beschreibt einen Zustand der Gegenwartsorientierung in einer Verwirrung oder das Ergebnis einer Musterunterbrechung oder einer Tranceinduktion. Durch eine kurzzeitige Verwirrung (vgl. Separator) dissoziiert man sich von bekannten Gedanken und Vorstellungen. In diesem Zustand ist Veränderung und ein Neulernen möglich.

Jeder der drei Zustände geht mit einer für den Menschen spezifischen Physiologie einher. Daher können durch eine äußerliche oder innerliche Haltungsänderung auch Emotionen geändert werden. Zustand/ State, Repräsentation und Physiologie hängen eng zusammen. Ändert sich ein Zustand, spiegelt sich dies in der Physiologie wieder einhergehend mit der Veränderung der internen Repräsentationen.

Synonyme - Zustand
Stacking Anchor

Ein Stacking Anchor ist ein Anker, bei dem verschiedene Anker auf die gleiche Position gestapelt werden

Beim Stapeln von Ankern benutzt man mehr als einen Ressourcenanker, um die Wirkung zu verstärken. Hier werden mehrere zusammenpassende Reaktionen und Ressourcen mit einem Reiz verbunden. Es werden Ressourcen kombiniert, um so eine umfassendere und stärkere Ressource zu erzeugen. Stacking Anchor ist eine gute Möglichkeit, wenn zum Beispiel ein schwacher Ressourcenanker gestärkt werden soll oder ein Problem oder ein negatives Ereignis eine zusätzliche kraftvolle Ressource benötigt.

Synonyme - Stapelanker
SMART

SMART ist ein Akronym für Wohlgeformtheitskriterien von Zielformulierungen. Es steht für Sinnesspezifisch, Messbar, Attraktiv, Realistisch und Terminiert.

Synonyme - Wohlgeformtheit
Sliding Anchor

Ein Sliding Anchor ist ein gleitender Anker mit einer Verstärkung des Ankerreizes mit dem Ergebnis der Reaktionsverstärkung

Ein Sliding Anchor ist eine spezielle Form des Ankerns, bei der durch die geschickte Verstärkung eines Reiz die Reaktion intensiviert wird. Mit Einführen des Verstärkerreizes bei einem Sliding Anchor wird die eigentliche Reaktion verstärkt. Dies gilt gleichsam für die Reduktion eines Reizes, wodurch die Reaktion verringert wird. Gleitende Zustände werden zur Intensivierung innerer Zustände und von Ressourcen verwendet.

Typische Sliding Anchor sind:

Visuell: Eine Aufwärtsbewegung der Hand oder den zunehmenden Abstand der Hände.

Auditiv: Eine ansteigende Lautstärke oder Tonhöhe und ein sich steigerndes Musikstück.

Kinästhetisch: Eine Streichbewegung oder ein ansteigender Druck.

Synonyme - Gleitender Anker
Sleight of Mouth Pattern
Die Sleight of Mouth Pattern sind Sprachmuster zur Lockerung und Beeinflussung von Glaubenssätzen

Die Sleight of Mouth Pattern sind 14 Sprachmuster, die Glaubenssätze auflockern und verändern können. Da Glaubenssätze sehr stabil gegenüber einem direktem Widerspruch sind („x stimmt nicht!“ - Antwort: „Doch!“), arbeiten die Sleight of Mouth Pattern subtiler und oft eingebettet in Fragen. Die Anwendung der Sprachmuster erfordert einen stabilen Rapport, da sie sonst zur reinen Provokation verkommen können und abgeblockt werden.

Sie eignen sich insbesondere im Einsatz bei Ursache-Wirkung-Verknüpfungen und komplexen Äquivalenzenn (vgl. Milton-Modell). Robert Dilts hat diese 14 Sprachmuster als Ergebnis des umfassenden Modellierens verbaler Strukturen von verschiedenen exzellenten Rednern beschrieben; darunter waren Sokrates, Jesus, Shakespeare's Mark Anthony, Milton Erickson und Richard Bandler.

Die Sleight of Mouth Pattern sind im Einzelnen:
- Intention (Positive Absicht)
Man findet die positive Absicht hinter einem Glaubenssatz.

- Redefine (Umdefinition)
Man ersetzt mindestens ein Wort des Glaubenssatzes durch ein anderes, das etwas Ähnliches bedeutet, aber eine positive Implikation hat.

- Consequence (Konsequenz)
Man übertreibt die positive oder negative Konsquenz oder verallgemeinert sie.

- Chunk Down (Spezifizieren)
Man hinterfragt die Verknüpfung innerhalb des Glaubenssatzes.

- Chunk Up (Verallgemeinern)
Man verallgemeinert einen Teil des Glaubenssatzes.

- Counter Example (Gegenbeispiel)
Man fragt nach Gegenbeispielen und zeigt Ausnahmen auf.

- Analogie (Metapher)
Man präsentiert eine ähnliche Beziehung aus einem anderen Zusammenhang her.

- Apply to self (Selbstanwendung)
Man wendet den Glaubenssatz auf den Glaubenssatz an.

- Another Outcome (Anderes Ziel)
Man formuliert ein relevanteres Ziel als das, was der Glaubenssatz aussagt.

- Hierarchy of Criteria (Kriterienhierarchie)
Man beurteilt die Aussage des Glaubenssatzes im Licht eines wichtigeren Werts.

- Change Frame Size (Anderer Kontext)
Man beurteilt die Aussage des Glaubenssatzes im Kontext eines anderen Zeitrahmens oder einer anderen Perspektive.

- Meta Frame (Andere Wahrnehmungsposition)
Man beurteilt den Glaubenssatz und dessen Richtigkeit aus dem persönlichen Kontext heraus.

- Model of the World (Modell der Welt)
Man bewertet die Aussage des Glaubenssatzes aus einem anderen Welt- oder Kulturmodell heraus.

- Reality Strategy (Realitätsstrategie)
Man hinterfragt die Herkunft des Glaubenssatzes und bezweifelt die Quelle.


Skalen

Skalen sind ein wichtiges Tool im Coaching zur Quantifizierung des Erlebens, Aufzeigen von Veränderungen und Ressourcenfindung

Die Skalenarbeit ist ein wichtiger Bestandteil der lösungsfokussierten Kurzzeittherapie  nach Steve de Shazer und Insoo Kim Berg. Adaptiert dient es beim NLP als ein wichtiges Diagnose-, Interventions- und Evaluationsinstrument. Es hilft das Erleben zu Quantifizieren, Veränderungen deutlich zu machen und Ressourcen zu finden.

Um die Evidenz eines Ziels oder Problems herauszuarbeiten, kann die Skalenfrage benutzt werden. Dadurch wird das Problem oder die Bedeutung des Ziels messbar gemacht. Ebenso kann das Ziel dadurch bestimmt werden. Der Coachee hat das Thema für die Stunde formuliert: Er bestimmt auf einer Skala von 1 bis 10 den Wert, der dieses Problem wiederspiegelt. Bei einer Zielbestimmung kann er so auch den Wert bestimmen, den er nach dem Coaching erreicht haben möchte.

Um sein Problem oder sein Ziel auf der Skala messbar zu machen, muss der Coachee eine Metaposition einnehmen und sich dissoziieren. Dies ermöglicht es ihm auch leichter, Unterschiede hinsichtlich des Ziels und der Zielerreichung festzustellen. Durch unterschiedliche Messwerte zu unterschiedlichen Messzeiten wird dem Coachee klar, dass es sich nicht um ein statisches Problem handelt, sondern dass es Schwankungen zu positiveren und negativeren Aspekten der Zielerreichung gibt. Daran kann der Coach anknüpfen und gezielt nachfragen, was in den ressourcevollen Situationen anders war, was der Coachee anders gemacht hat oder welche Rahmenbedingungen geherrscht haben.

Dies ist hilfreich bei der Suche nach geeigneten Ressourcen und zur Ermittlung der Kriterien, die für den Coachee wichtig sind. Skalen eignen sich aber auch sehr gut, um die entscheidenden Faktoren herauszufinden, die das Problemempfinden verändern, um Kriterien herauszuarbeiten oder die wirkungsvollsten Ressourcen zu bestimmen. Auch bei Formaten wie der Fast Phobia Cure kann durch Skalenfragen der Erfolg oder die positive Richtung gemessen werden. Daher kann es sinnvoll sein, Skalenfragen zwischendurch als Messpunkt einzubauen. 

Und letztlich dient die Skalenfrage im Coaching am Anfang die Evidenz des Problems und Themas zu ermitteln und nach der Intervention zur Überprüfung, inwieweit das Problem gelöst wurde oder es verbessert wurde oder ob das Ziel erreicht werden konnte. Es ist für den Coach ein gutes Instrumentarium, um zu überprüfen, inwieweit die Intervention wirklich erfolgreich war oder ob weitergearbeitet werden sollte.
Synonyme - scale
Six-Step

Der Six-Step ist ein Reframingformat auf der Metaebene in sechs Schritten

Diese Intervention ist bei unerklärlichen Symptomen und Ängsten, bei allen Verhaltensweisen, die scheinbar außerhalb unserer bewussten Kontrolle liegen, sowie bei psychosomatischen Symptomen hilfreich. Es ist ein sechsschrittiges Verfahren zur Erzielung von Verhaltensänderungen unter Berücksichtigung des NLP-Teilemodells.

Der Six-Step ist gut geeignet, wenn das Verhalten auf einer unbewussten Ebene aufrechterhalten wird und rein auf der bewussten Ebene nicht geändert werden kann. Anders formuliert kann der Six-Step nachhaltige Veränderungsarbeit leisten, wenn ein Teil des Coachees die gewünschte Verhaltensänderung scheinbar blockiert. Dieses geschieht scheinbar, denn jedem Verhalten liegt eine positive Absicht zugrunde (NLP-Grundannahme) und das gilt auch für Teile.

Die Frage nach der positiven Absicht des Teiles ist ein ganz entscheidender Schritt dieses Formates. Das „Gute hinter dem Schlechten“ zu finden ist für sich genommen schon sehr wirkungsvoll. Um neue Wege zu entdecken, hilft der kreative Teil, der oftmals auch ein kreativ-interessantes Erscheinungsbild hat. Er macht während des Six-Step dem konfliktbehafteten Teil Vorschläge, die er annehmen oder ablehnen kann. Wurde ein Vorschlag für eine neue Verhaltensweise angenommen, muss dieser noch die Teilekonferenz durchlaufen. Das neue Verhalten wird allen inneren Teilen vorgestellt und diese nach Einwänden zu dem neuen Verhalten befragt.

Es gibt zwei Formen von Einwänden: Zum Einem von Teilen, die einfach nur einmal gehört werden und ihre Bedenken anmelden wollen und zum Anderen von Teilen, die den Vorschlag kategorisch ablehnen. Hier hilft es eine Probezeit für das neue Verhalten zu vereinbaren und nach einer festgelegten Zeit erneut über das Verhalten zu befinden. Es ist wichtig, den Wiedervorlagetermin nicht zu vergessen, denn Teile können zickig werden, wenn man sie und ihre Anliegen vergisst oder verdrängt.

In der abschließenden Vereinbarung übernimmt der Teil die Verantwortung für das neue Verhalten, ebenso wie er vorher für das alte Verhalten verantwortlich war. Sprachlich werden die Vereinbarungen daher nicht in der 1. Person Singular, sondern in der 2. Person Singular formuliert.

Ablauf des Six-Step:

  1. Thema klären und verantwortlichen Teil für ungewolltes Verhalten identifizieren: „Gehe doch mal mit deiner Aufmerksamkeit nach innen und nimm Kontakt mit dem Teil auf, der dieses Verhalten hervorbringt." Der Coachee wird nach Namen und Aussehen des Teils gefragt und angeregt ihn zu einem Gespräch einzuladen.
  2. Offene, neugiere und liebevolle Kontaktaufnahme. Bereitschaft zur Kommunikation und Klärung der vollen Verantwortung für das Verhalten klären. Für jede Kooperation wird dem Teil gedankt.
  3. Klärung der positiven Absicht des Teils. Trennung vom Verhalten von positiver Absicht und deren Würdigung.
  4. Dem Teil werden die Auswirkungen seines Verhaltens verdeutlicht und vorgeschlagen ein anderes Verhalten zu suchen, welches die positive Absicht etwas besser erfüllt. Dazu wird der kreative Teil eingeladen und unterbreitet Ideen und Vorschläge. Der Teil wählt aus 1-3 Vorschlägen ein neues Verhalten aus.
  5. Öko-Check in der Teilekonferenz: Alle Teile, auch die gegenüber dem neuen Verhalten skeptischen, werden gehört und nach Einwänden befragt. Ggf. auch Einigung auf eine Probezeit. 
  6. Vereinbarung: Teil erklärt seine Bereitschaft, für das neue Verhalten die Verantwortung zu übernehmen.
Synonyme - Teilearbeit
Separator

Ein Separator ist eine Musterunterbrechung

Einen Separator erreicht man, indem man etwas sagt oder tut, das den Anderen in seinem gegenwärtigen Muster unterbricht. Ein einfacher Separator ist die Frage nach der Uhrzeit oder eine unerwartete Bewegung oder Berührung.

Ein Separator kann eingesetzt werden, um

- eine Verwirrung zu erzeugen und eine Trance einzuleiten.
- ein Muster zu unterbrechen, jemanden aus einem Stuck State herauszuführen und eine Reorientierung in die Gegenwart zu erreichen.
- ein Thema zu wechseln, z. B. bei Menschen, die einen kaum zu bremsenden Redefluss haben.
- eine partielle Amnesie hervorzurufen.

Der Separator verdient eine besondere Betrachtung. Er ist eines der wichtigsten Elemente im NLP und in vielen Psychotherapieformen, wie z.B. der Hypnose.


 


 

Semantische Reaktion

Eine Semantische Reaktion ist eine Reiz-Reaktionsverküpfung, bei der der Reiz ein Wort ist

Eine semantische Raktion ist ein von Alfred Korzybski geprägter Begriff für eine Reiz-Reaktionsverknüpfung, wobei der Reiz ein Wort ist. Das heißt, dass durch ein Wort (oder Symbol) der Zustand einer anderen Person schlagartig verändert wird. Ein Wort an sich ist zunächst neutral - nichts als ein Klang oder in geschriebener Form ein Hell- und Dunkelkontrast.

Die semantische Reaktion liegt in der Tatsache, dass ein Wort als Symptom als Teil der internalen Repräsentation mit einer (unbewussten) Bedeutung versehen wurde, welche eine individuelle (semantische) Reaktion auslöst. Verwendet man also ungünstige Worte in der Kommunikation mit sich selber oder Anderen, bekommt man auch ungünstige Ergebnisse. Hier zeigt sich deutlich ein Aspekt der Macht der Sprache und wie wir sie innerlich repräsentieren.

Synonyme - semantic reaction
SCORE Integration
Die SCORE Integration ist ein Format zur Klärung von Zielkonflikten

Die SCORE Integration eignet sich sehr gut bei großen Zielen und Träumen, um bestehende Konflikte zu klären. Darin verbinden sich Timeline-Arbeit, das SCORE-Modell und die logischen Ebenen. Die Durchführung erfolgt in vier Schritten:

• SCORE erforschen
• Ressourcen aktivieren
• SCORE transformieren
• Abschlussintegration

Ablauf der SCORE Integration:

• Auf einer Timeline werden hintereinander die Positionen Cause (Ursache), Symptom (Gegenwart), Outcome (Zielzustand) und Effect (Metaziel) bestimmt und geankert. Ressource ist als zusätzliche Ressource außerhalb der Timeline und wird dort als Metaposition zwischen Symptom und Outcome plaziert.

• Der Coachee begibt sich auf Outcome. Er hat sein Ziel erreicht und erlebt und beschreibt sein Verhalten und seine Fähigkeiten, die mit diesem Ziel verbunden sind (Logische Ebene II&III).

• Danach begibt sich der Coachee vorwärts auf Effect und erlebt und beschreibt, wofür er sein Ziel/Traum erreichen möchte; was ihm dadurch möglich wird und welcher Wert durch die Erreichung erfüllt wird (LE IV).

• Über die Metaposition geht der Coachee auf Symptom kurz vor die Gegenwart und erlebt und beschreibt, was er innerlich und äußerlich anstellt, um sein Ziel nicht zu erreichen und welche Verhaltensweisen, Bilder, Stimmen und Gefühle ihn stoppen (LE II&III).

• Von Sypmtom aus begibt sich der Coachee, wenn nötig mit transderivationaler Suche, in die Vergangenheit auf Cause, um die Ursache oder den bestehenden Wertekonflikt zu finden. Geeignete Fragen sind hier: Was hindert dich? Was ist wichtiger als dein Traum? Welche Erfahrungen, welche Ängste oder Befürchtungen halten dich zurück? (LE IV)

• Anschließend begibt sich der Coachee auf Ressource, den Lösungsraum außerhalb der Timeline. Hier findet er nacheinander heraus was ihm wichtiger ist
◦ als Cause, dabei denkt er an Cause und findet den Wert, der über Cause steht (LE IV);
◦ als Cause und Effect zusammen. Dabei denkt er an das, was ihn hindert und an das, wofür er sein Traumziel erreichen will (LE IV);
◦ als Cause und Effect zusammen und noch bedeutsamer ist. Warum er hier auf der Erde ist und was bedeutsamer und größer ist als die Werte hinter Cause und Effect zusammen.
Der Coachee gibt der Ressource, die er so gefunden hat, einen neuen Namen. Mit Blick auf seine Timeline ermittelt er den Zeitpunkt, wo er diese Ressource schon einmal erlebt hat. Der Coachee begibt sich auf die Timeline auf den Zeitpunkt der oben gefundenen Referenzerfahrung. Er lässt das Gefühl groß werden und ankert es in sich. Dann nimmt der Coachee diese Ressource wieder von der Timeline mit zur Ressourcenposition mit.

• Der Coachee nimmt die neue Ressource mit nach Effect und erlebt Effect neu. Die Ressource wird integriert.

• Die neue Ressource und das transformierte Effect werden mit nach Cause genommen und der Coachee erlebt ein transformiertes Cause.

• Danach werden die neue Ressource, das transformierte Effect und Cause auf die Position Sypmtom genommen und das veränderte Sympton erlebt. Hier erlebt der Coachee eine veränderte, neue Gegenwart.

• Der Coachee geht auf der Timeline weiter auf die Position Outcome und integriert die neue Ressource und die transformierten Effect, Sypmtom und Cause und erlebt ein neues Outcome. Hier erlbet der Coachee oftmals ein klareres und größeres Ziel als zu Beginn der SCORE Integration.

• Auf der Metaposition integriert er alle Elemente des transformierten SCORE in die Gegenwart.

• Auf der Timeline geht der Coachee nun in die Gegenwart – kurz hinter Symptom und spürt die neue Kraft der Integration. Mit dieser Kraft geht er dann einen Schritt in seine neue Zukunft.
Synonyme - Zielintegration
SCORE
SCORE beschreibt ein Modell zur Organisation von Zielen und steht für die Bestandteile: Symptom, Cause, Outcome, Ressource, Effect

Der SCORE ist ein Modell von Robert Dilts, das eine Struktur zur effektiven Organisation von Zielen bietet. Es eignet sich sehr gut für Zielearbeit, um damit eine Vorstellung von allen Aspekten hinsichtlich der Zielerreichung zu bekommen. Außerdem bietet das S.C.O.R.E. Modell eine systematische Hilfe, um vor Beginn einer Intervention alle wesentlichen Informationen zu erfassen. Dies geschieht strukturiert, mit viel Back Track. Inkongruenzen werden direkt hinterfragt. Durch das SCORE-Modell werden Thema, Hintergrund und Ziele hinter dem Ziel aufgedeckt. Vor allem erfährt der Klient seine eigenen Ressourcen oder welche Ressourcen er noch genau benötig. Das SCORE-Modell dient somit als Vorbereitung und Basis für die anschließende Intervention. Oftmals kann aber auch schon durch die Art der Befragung eine Veränderung erzielt werden und ist somit eine erste Intervention.

Außerdem kann das SCORE-Modell als Struktur für Modellingprozesse eingesetzt werden, um eine Rede, Präsentation oder ein Seminar zu designen oder zum Aufbau und Rahmen für Vorträge und Gespräche dienen. Das SCORE Modell eignet sich auch als Struktur, um sich andere Strukturen zu erklären.

SCORE ist das Akronym der Bestandteile symptom (Symptom), cause (Ursache), outcome (Ziel), ressource (Ressourcen) und effect (Wirkung):

Symptom: Es beschreibt den Ist-Zustand und sagt etwas über die Gegenwart, das Heute aus. Es fragt danach, wo der Cochee steht.

Cause: Es beschreibt die Ursache, die Vergangenheit und sagt etwas darüber aus, warum das Ziel noch nicht erreicht ist. Hier wird danach gefragt, was der Grund ist.

Outcome: Es beschreibt das Ziel und steht für die Zukunft und sagt etwas über den erwünschten Zielzustand aus. Es fragt danach, was der Coache möchte und was sein Ziel ist.

Ressource: Es beschreibt die Ressourcen, um von der Gegenwart zum Zielzustand zu kommen, und sagt etwas über das (wo)mit aus. Es fragt danach, was der Coachee dafür braucht, um sein Ziel zu erreichen.

Effekt: Es beschreibt die Vision oder das Metaziel in der Zukunft und sagt etwas darüber aus, wozu das Ziel erreicht werden soll. Es fragt, wie es sein wird, wenn der Coachee das Ziel erreicht hat.

Alle wichtigen und notwendigen Informationen für ein Ziel können so herausgearbeitet werden, um das Erreichen des Ziels bzw. eine damit verbundene Veränderung effektiv zu organisieren und zu gestalten.
Synonyme - Organisation von Zielen
Sandwichtechnik
Die Sandwichtechnik ist eine Puffertechnik in Formaten und Feedback-Methoden

Wenn auf der Timeline mit negativen Ereignissen gearbeitet wird und der Coachee in einen ressourcearmen Zustand gerät, dient die Sandwichmethode als doppelte Sicherung, den Coachee schnell wieder in einen besseren Zustand bringen zu können. Das negative Ereignis wird dafür wie ein Sandwich zwischen dem Zeitpunkt, an dem noch alles in Ordnung war, und dem Zeitpunkt, an dem wieder alles ok war, eingebettet. Alternativ kann auch eine "Ressourcetankstelle" außerhalb der Timeline etabliert werden (Dissoziation).

Die Sandwichtechnik ist aber auch eine Basisstruktur, um Feedback zu geben. Nachdem der Kommunikationspartner zunächst nachfragt, ob ein Feedback erwünscht ist, bettet er seine Verbesserungsvorschläge wie ein Sandwich zwischen positiven Rückmeldungen ein.
Robert Dilts
Robert Dilts (*21.03.1955) ist NLP Coach, Autor und Trainer. Er hat das NLP wesentlich mit und weiterentwickelt.
Richard Bandler
Richard Bandler (*24.02.1950) entwickelte gemeinsam mit John Grinder das NLP. Später entwickelte er unter anderem drei weitere Veränderungsmodelle: Design Human Engineering (DHE), Shamanistic Engineering und Neuro Hypnotic Repatterning (NHR).
Ressourcen
Ressourcen umfassen den Bestand, Fundus, Inventar, Vorrat an dem, womit eine gewünschte Veränderung erzielt wird

NLP ist fokussiert und ressourcen- und lösungsorientiert. Das heißt, dass die Herausarbeitung der individuellen und persönlichen Stärken und Ressourcen ein entscheidender Punkt der Veränderungsarbeit ist. Dies spiegelt sich auch in einer wichtigen Grundannahme wieder: „Menschen verfügen bereits über alle Ressourcen, die sie zur Veränderung benötigen“. So findet sich die Arbeit mit Ressourcen in allen NLP-Formaten wieder. Dabei werden alle Verhaltensweisen als Ressourcen betrachtet, die Frage ist nur in welchem Kontext (vgl. Refraiming). Erkennen wir unsere Ressourcen und nehmen sie bewusst wahr, erweitert dies unsere Handlungsspielräume.

Wir finden Ressourcen auf allen logischen Ebenen, es gibt innere und äußere Ressourcen. Äußere Ressourcen sind beispielsweise andere Menschen, die Natur oder der Arbeitsplatz. Innere Ressourcen sind Fähigkeiten, Stärken, Talente, Eigenschaften usw..
Synonyme - ressource
Repräsentation
Eine Repräsentation ist die innere Vorstellung eines Ereignisses, Ziels, Problems, darstellbar durch die 5 Sinnesmodalitäten

Als Repräsentationssysteme werden die unterschiedlichen Kanäle bezeichnet, durch die Menschen mit Hilfe ihrer Sinne Informationen innerlich abbilden und mit denen das menschliche Gehirn auf unterschiedliche Weise Erinnerungen und Ideen präsentiert. Wir haben fünf Sinne, mit denen wir die Wirklichkeit abbilden und damit repräsentieren.

VAKOG ist das Akronym für unsere fünf Sinne: Visuell, auditiv, kinästhetisch, olfaktorisch und gustatorisch. Wir können Informationen in Form von Bildern, Tönen, Gefühlen, Gerüchen und Geschmack wahrnehmen, abspeichern und wieder abrufen. Unsere Repräsentationssysteme benutzen wir bei Allem, was wir tun, wenn wir uns erinnern, planen, phantasieren und Probleme lösen. Dies spiegelt sich auch in einer wichtigen NLP-Grundannahme wieder: "Alle Unterscheidungen, die Menschen auf ihre Umwelt und ihr Verhalten machen können, sind ausreichend durch die visuellen, auditiven, kinästhetischen, olfaktorischen und gustatorischen Sinne darstellbar."

Für den Coach ist es sinnvoll zu wissen, auf welches bevorzugte Repräsentationssystem der Coachee zurückgreift. Repräsentationssysteme können gepact werden und so mithelfen, Rapport aufzubauen, indem zum Beispiel der Coach auf eine Aussage oder Frage mit demselben Repräsentationssystem des Coachees reagiert. Die Bausteine der Repräsentationssysteme sind die Submodalitäten. Daher ist auch bei der Arbeit mit Submodalitäten das Wissen und Erkennen über die (bevorzugten) Repräsentationssysteme von großer Bedeutung. Und auch im Kontext Lernen dienen die bevorzugten Repräsentationssysteme als erste Hinweise für die Verwendung von effektiven Lernstrategien. Repräsentationssysteme stehen oft in Kombination mit weiteren Sinnen. Ganz besonders kraftvolle Ressouren können aktiviert werden, wenn alle Repräsentationskanäle angesprochen werden.
Synonyme - Innerliche Vorstellung
Relevanzrahmen
Im Relevanzrahmen wird die Relevanz eines Einwandes oder Beitrages in Bezug auf Thema oder Ziel hinterfragt

Bei dem Relevanzahmen geht es um die Aufmerksamkeitsfokussierung auf die relevanten und wichtigen Themen. Er dient dazu wieder auf den Punkt zu kommen, wenn in Meetings oder Coachings abgeschweift wird. In diesem Zusammenhang können Relevanzfragen dabei helfen, beim Thema zu bleiben:

• "Wofür ist das jetzt relevant?"
• "Und was war jetzt keine Frage?"
• "Worum geht es eigentlich?"
• "Inwieweit ist das für die Lösung der Aufgabe wichtig?"
• "Welche Bedeutung hat das genau für unser Thema?"

Diese Fragen sind Türöffner, um sich auf die wirklich wichtigen Themen und Fragen zu fokusieren.

Reframing
Ein Reframing ist ein Neurahmen, Uminterpretierung, etwas eine andere Bedeutung geben

Die Art wie ich auf ein „Problem“ schaue, beeinflusst die Interpretation davon und die Herangehensweise es zu lösen. Menschen leiden nicht unter einer Situation, sondern viel mehr unter der Bedeutung, der sie dieser Situation beimessen. Setzt man hier einen anderen Rahmen, ändert sich auch die zugeschriebene Bedeutung. Refraiming bedeutet also so viel wie Umdeuten. Es wird sozusagen die andere Seite der Medaille entdeckt.

Ändern wir den Bezugsrahmen einer Aussage, kann sich auch die Bedeutung der Ereignisse ändern und damit unserer Verhalten darauf. Die Aussage wird "neugerahmt"; dem Sachverhalt, dem Problem, der Situation ein neuer Rahmen gegeben und somit eine neue Bedeutung. Dieser neue Rahmen kann durch einen einzigen Satz aufgebaut werden. Es gibt zwei verschiedene Arten des Refraimings: Kontextreframing und Bedeutungsreframing. Das Refraiming ist eine NLP-Grundtechnik, da es grundsätzlich geeignet ist, negative Sichtweisen in neutrale und positive Betrachtungen zu verwandeln.

Im Refraiming spiegeln sich vier wichtige NLP-Grundannahmen wieder: „Wahlmöglichkeiten sind besser als keine Wahlmöglichkeiten“,„Jedem Verhalten liegt eine positive Absicht zugrunde“, „Die Landkarte ist nicht das Gebiet“ und „Jedes Verhalten ist in irgendeinem Kontext nützlich.“.
Synonyme - Umrahmen
Re-Anchoring
Das Re-Anchoring ist eine Ankertechnik des Überschreibens einer bestehenden Ankerreaktion mit einer neuen Reaktion

Re-Anchoring heißt so viel wie umankern - eine bisherige Reaktion wird gelöscht bzw. überschrieben und der bestehende Anker mit einer neuen Reaktion verbunden; einem Reiz wird eine neue Reaktion zugeordnet. Beim Re-Anchoring durchläuft der Coachee drei Schritte. Zunächst wird das Thema geklärt. Welchem Reiz, der mit einer ganz bestimmten Reaktion verknüpft ist, soll eine neue Reaktion zugeschrieben werden? Der Coach klärt, welche Reaktion stattdessen erlebt werden soll und was dafür eine gute Ressource wäre. Im nächsten Schritt des Re-Anchoring wird der gewünschte Zustand durch eine VAKOG-Trance aufgebaut und der Coachee in einen sehr ressourcevollen Zustand versetzt. Dann wird der Reiz langsam mit allmählich steigender Tendenz eingeführt. Ganz wichtig ist dabei, dass der ressourcevolle Zustand die ganze Zeit aufrecht gehalten wird. Sobald der negative Reiz klar in die positive VAK-Trance des Ressource States gebracht wurde und das nichts mehr am Ressource State ändert, ist der Reiz umgeankert.

Ablauf des Re-Anchoring:

1. Der Reiz, die unerwünschte Reaktion und Emotion und die erwünschte Reaktion und Emotion werden geklärt.
2. Erwünschter Zustand wird mittels einer VAKOG-Trance aktiviert und geankert.
3. Während der erwünschte Zustand gehalten wird (ggf. mit Anker), wird der ursprüngliche Reiz eingeführt.
4. Test und Manifestation.
Synonyme - Umankern
Rapport
Rapport meint eine Beziehung, eine Verbindung und eine vertrauensvolle Übereinstimmung

Rapport ist das Fundament für jede vertrauensvolle Beziehung und das Herzstück des NLP und eine wichtige Säule in jedem Coaching. Rapport ist eine vertrauensvolle Verbindung. Es ist der natürliche Prozess des Sich-Einstellens auf eine andere Person. Dieser Prozess wird im Coaching bewusst unterstützt. Für gute Kommunikation ist Rapport von ausschlaggebender Bedeutung. Und auch im Coaching gilt der Satz "Rapport vor Intervention", denn ohne Rapport ist kein effektives Coaching möglich. Rapport ist durch gegenseitigen Respekt, Vertrauen und Wertschätzung gekennzeichnet. Rapport ist das wechselseitige Aufeinander-bezogen-sein. Beide Partner stimmen sich aufeinander ein, mit dem Ziel, bei dem Anderen auf seiner logischen Ebene VI (Zugehörigkeit) angesiedelt zu werden - anstatt auf Ebene I (Kontext). Rapport ist aber nicht nur Einfühlungsvermögen Anderen, sondern auch sich selbst gegenüber.

Dreifacher Rapport bedeutet im Einzelnen:

• Rapport (Verbindung) zu mir selbst: Wie kann ich da sein, ganz bei mir, offen und bereit sein? Das bedeutet, dass der Coach zuerst und vor Beginn des Coachings sich selbst in einen optimalen Zustand bringt und dann
• Rapport (Verbindung) zum Coachee aufbaut. Dies kann er beispielsweise durch BackTrack-Frame und Haltungsangleichung tun.
• Rapport des Coachees zu sich selbst: Es gilt den Coachee in dessen aktuellem Zustand abzuholen und ankommen zu lassen und ihm den Raum zu geben, aufnahmefähig und ressourcevoll arbeiten zu können. Möglicherweise auch durch einen bewusst gesetzten Separator.

Grundlage eines jeden Rapports ist die Haltung seines Kommunikationspartners gegenüber. Diese Haltung soll von Respekt, Wertschätzung und Verständnis getragen werden. Man hat eine gemeinsame Wellenlänge, steht in gutem Kontakt zueinander und vertraut sich gegenseitig. Rapport entsteht, wenn wir uns in die zweite Wahrnehmungsposition versetzen. Von hier aus können wir unser Gegenüber durch seine Sichtweise verstehen lernen. Der Ausdruck Rapport stammt ursprünglich aus der Hypnotherapie und bezeichnet auch hier die Beziehung und Verbindung zwischen Therapeut und dem Klienten.
Synonyme - Übereinstimmung
Rahmen

Ein Rahmen ist eine Perspektive und ein Fokus

Rahmen sind eine Art Regelwerk, in die etwas gestellt wird. Rahmen geben neue Perspektiven aus denen Etwas betrachtet wird. Wir setzen ständig Rahmen, denn alles, was wir wahrnehmen, nehmen wir in bestimmten Rahmen und Kontexten wahr. Wir setzen Alles in Bezug zu etwas Anderem.

Im NLP gibt es viele verschiedene Rahmen, zum Beispiel:

  • Lösungsrahmen, Zielrahmen, Ressourcenrahmen
  • Als-Ob-Rahmen: Stellvertreterrahmen, Experiment-Rahmen, Fee-Rahmen, Wunderfrage
  • Coaching-Rahmen
  • Übereinstimmungsrahmen und Yes Set
  • Zeitrahmen
  • Kontrastrahmen
    Relevanzrahmen
  • Preframing und Deframing
  • Reframing als Kontextrefraiming und Bedeutungsrefraiming
Synonyme - framing, nlp frames
Preframing
Ein Preframe ist ein Bedeutungsrahmen, um das Nachfolgende aufspannen

Preframing bedeutet soviel wie Einleitung und Vorankündigung. Ein Preframe ist ein Rahmen, der die Menschen in einen bestimmten Erwartungszustand versetzt. Wir setzen ständig Rahmen, denn alles, was wir wahrnehmen, nehmen wir in bestimmten Rahmen wahr. Wir setzen Alles in Bezug zu Etwas.

Wie sprechen wir Menschen an? Gestresst, hektisch oder freundlich? Schon dies ist ein Prefraiming und hat Einfluss auf die weitere Art der Kommunikation. Gerade wenn ich eine Kommunikation beginne, setzte ich durch meine Einleitung einen Rahmen. Ein Preframe kann genutzt werden, um Einwände vorweg zu nehmen oder bestimmte Geisteshaltungen zu initiieren.
Synonyme - Vorannahme
Positive Absicht

Eine positive Absicht liegt jedem Verhalten zugrunde

Das Unterstellen einer positiven Absicht ist eine Grundannahme des NLP. Hintergrund dieser Annahme ist es, dass ein Verhalten von der dahinterstehenden Absicht getrennt wahrgenommen wird. Diese Trennung erleichert einen distanzierten Blick auf negativ erlebte Verhaltensweisen. Durch diese Eröffnung von neuen Bedeutungsmöglichkeiten kann ein Verhalten, eine Aussage oder auch ein Erlebnis eine neue Bedeutungszuschreibung mit einem neuen Gefühlserleben erfahren.

Ist die positive Absicht nicht offensichtlich zu erkennen oder zu einschränkend, kommt man ihr durch ein Chunk Up von der Absicht auf eine dahinterliegende Absicht. Wie es bei Zielen dahinterliegende Metaziele gibt, gibt es bei positiven Absichten auch dahinterliegende Absichten.

Bei vielen Interventionen des NLP ist es das Ziel, neue Wege und Bedeutungszuschreibungen zu finden. Mit diesen neuen Zuschreibungen soll die positive Absicht adäquat und unter Berücksichtigung der inneren Ökologie verwirklicht werden, genau wie das zuvor bekannte und negative Verhalten unter Berücksichtigung der positiven Absicht verständlich wurde.

Synonyme - positive intention
Positionswechsel

Ein Positionswechsel ist ein bewusster Wechsel der Wahrnehmungspositionen

Es ist sinnvoll ein Problem aus verschiedenen Wahrnehmungspositionen betrachten zu können. Je klarer die einzelnen Positionen sind, desto mehr Informationen werden wir erhalten. Um eine Situation zu verstehen, müssen wir sie aus verschiedenen Perspektiven betrachten. Die Wahrnehmungspositionen gehören zu den NLP-Grundlagen. Durch die verschiedenen Blickwinkel wird die Wahrnehmung erweitert und der Konflikt entschärft. Aus vielen verschiedenen Betrachtungsweisen wächst ein höheres Verständnis für beispielsweise eine konkrete Situation. Ein bewusster Wechsel der Wahrnehmungspositionen dient dem Erkenntnis- und Ressourcengewinn. 

Es gibt die erste Position. Unseren eigenen Blickwinkel, unsere eigene Wirklichkeit und Betrachtungsweise der Situation (vgl. Assoziation). Die zweite Position ist die Sicht einer anderen Person. Hier bin ich vom Selbst dissoziiert und mit dem Anderen assoziiert. Ich begebe mich in seine Position, um die Welt aus seiner Sicht zu verstehen, um so zu denken und wahrzunehmen, wie er es tut. Die zweite Position ist die Grundlage der Empathie und des Rapports. Die dritte Position ist die Position des unbeteiligten Beobachters, eines Außenstehenden (Dissoziation). Aus dieser Position kann ich mich selbst oder mein Verhältnis zu anderen Beteiligten beobachten. Hier verlasse ich sowohl meine Welt als auch die Welt des Anderen und trete gedanklich einen Schritt beiseite und betrachte beide Sichtweisen aus der Distanz, sodass die Beziehungen zwischen beiden Standpunkten erkannt werden können. Diese Position ist wichtig für einen Öko-Check meiner Ziele, denn auch hier muss ich mein Ziel, das ich erreichen möchte, mit größerem Abstand betrachten. Die vierte Position stellt das übergeordnete Ganze da. Glauben wir beispielsweise, dass wir alle Teil des Universums sind und diese transzendentale Perspektive einnehmen, befinden wir uns auf der vierten Wahrnehmungsposition. 
Parts Party

Die Parts Party ist ein Format der Teilearbeit zum Bewusstmachen innerer Konflikte

Die Parts-Party ist ein Gruppen-Format, für das mindestens 4-6 Teilnehmer benötigt werden. Dabei kommt es zur Begegnung des Coachees mit seinen inneren Teilen. Ziel der Party ist es, innere Konflikte bewusst zu machen und sie möglichst zu transformieren und die Beziehungen der Teile neu zu integrieren. Die inneren Teile sollen zu einer wechselseitigen Kooperation finden. Dabei wird auf das NLP-Teilemodell zurückgegriffen. Entwickelt wurde die Parts Party Mitte der 60er Jahre von Virginia Satir als therapeutisches Werkzeug.

Ablauf der Parts Party:

Eine Parts Party braucht:

  • Einen Gastgeber (die Person um die es geht)
  • Üblicherweise 4-6 Teile (Personen, die die inneren Teile des Gastgebers wiedergeben)
  • Einen Superviser (eine Person, die das Spiel überwacht und den Zustand des Gastgebers im Auge behält)
Ablauf der Parts Party:
  1. Der Gastgeber wählt Personen des öffentlichen Lebens aus, die ihm entweder sympathisch oder unsympathisch sind.
  2. Jedem Gast wird ein Adjektiv oder Eigenschaft zugeordnet, welches die Gefühle des Gastgebers dem einzelnen Gast gegenüber beschreibt.
  3. Die Gruppenmitglieder schlüpfen in die Rollen der Gäste und zwar so wie der Gastgeber sie sieht.
  4. Nach der Begrüßung interagieren die Gäste untereinander. Sie legen ihre Namen ab und werden ganz zu den ihnen zugeordneten Eigenschaften.
  5. Sie benennen jeweils ihre Absichten und Strategien zu ihrer Durchsetzung und geben an, was sie in der Situation bräuchten, um sich wohler zu fühlen.
  6. Transformation der Teile und ihre Integration.
Synonyme - Teilearbeit
Pacing

Pacing ist eine Verhaltenstechnik des Angleichens an den Gesprächspartner

Beim Pacen geht es darum zu seinem Gegenüber Kontakt herzustellen, mit ihm - analog zur englischen Übersetzung - im Gleichschritt zu gehen. Pacen ist eine Grundtechnik, um bewusst Rapport aufzubauen. Dabei passt man sich feinfühlig an bestimmte Verhaltensweisen eines anderen Menschen an und holt ihn physisch da ab, wo er sich gerade befindet. Dies geschieht durch Einstellen auf Wahrnehmung, Denken und Verhalten des Anderen und eröffnet einen Zugang zum Erleben des Gegenübers.

Pacing dient dazu eine vertrauensvolle Gesprächsatmosphäre zu etablieren und/oder die Welt des Anderen zu verstehen. Pacing wird oft auch als Spiegeln bezeichnet, da sich der Coach an die non-verbalen Signale seines Coachees angleicht bzw. sie übernimmt. Der Coachee folgt ihm so in seine Welt. Pact und gleicht sich der Coach durch Sprechtempo, Tonlage oder Rhythmus an den Sprachstil seines Coachees an, bezeichnet man dies als Matching. Pacing ist eine Grundvoraussetzung für stabilen Rapport, um so letztlich einen anderen Menschen zu einem bestimmten Ziel hinzuführen (vgl. Leading).

Synonyme - Anpassen, Spiegeln

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