Meta-Modell

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Begriff Definition
Meta-Modell
Das Meta-Modell ist das erste Sprachmodell des NLP. Das Ziel des Meta-Modells ist es, durch geeignete Fragestellungen einen Menschen (wieder) mit seiner Tiefenstruktur in Verbindung zu bringen.
Milton H. Erickson meinte einmal: Viele Menschen haben den Rapport zu sich selbst verloren. Das Meta-Modell versucht die Verbindung zu ihrer Tiefenstruktur durch gezielte Fragen wiederherzustellen. Dabei handelt es sich um eine Reihe von präzisen Fragetechniken, die Sprachmuster identifizieren, die Bedeutungen von Mitteilungen verzerren, tilgen oder generalisieren. Unpräzise Ausdrucksweisen werden geklärt und kritisch überprüft und Sprachmuster selektiert, die einer Verbindung zwischen Oberflächenstruktur und Tiefenstruktur im Wege stehen. Durch gezielte Fragen nach der Bedeutung des Gesagten kann mithilfe des Meta-Modells diese ressourcevolle Verbindung wieder hergestellt werden.

Oberflächen und Tiefenstruktur
Im weiteren Sinne kann man Oberflächenstruktur als alles das begreifen, was wir von außen an jemanden wahrnehmen können, analog dazu ist die Tiefenstruktur sein gesamtes inneres Erleben. Im engeren Sinne ist die Oberflächenstruktur ein von einem Sprecher geäußerte Satz. Die Tiefenstruktur stellt dagegen die vollständige sprachliche Repräsentation der Erfahrung hinter diesem Satz dar.

Unsere Sprache dient als Mittel, unseren Sinneserfahrungen Ausdruck zu verleihen. Dies tut sie mithilfe von Wörtern. Dabei wird die eigentliche Sinneserfahrung und ihre Repräsentation in der Tiefenstruktur verändert.

Ziel des Metamodells ist es, dass ein Mensch sein Modell von der Wirklichkeit, besser versteht und so erweitert, dass er sich wieder mit seinen Zielen und Ressourcen verbindet und ressourcevollere Wahlmöglichkeiten bekommt. Hierzu bedient sich das Meta-Modell spezieller Fragetechniken, die vom Allgemeinen und Unkonkreten zum Konkreten führen. Dabei werden die folgenden drei Sprachmustergruppen untersucht:

  1. Informationen gewinnen (Tilgungen): Der Sprecher lässt wichtige Aspekte aus. Hier geht es darum weitere Informationen zu gewinnen, um die getilgten Lücken zu schließen und es ist entscheidend, was wir tilgen. Tilgungen sind „die blinden Flecken unserer Wahrnehmung"* und schränken unser Denken und Handeln ein. Die Sprachmuster, die im Meta Modell aufgedeckt werden müssen, um Informationen wieder sichtbar zu machen, sind: einfache Tilgungen, Nominalisierungen, unspezifische Verben, fehlender Referenzindex, Vergleichstilgung.

  2. Einschränkungen im Modell des Sprechers (Verallgemeinerung/Generalisierung): Der Sprecher reduziert ein Beispiel, dass nun für eine ganze Gruppe von Erfahrungen repräsentativ sein soll. Ein erkanntes Muster wird wie eine Folie über künftige Erfahrungen gelegt. Ausnahmen sind nicht existent, das Einzelbeispiel ist repräsentativ für eine ganze Gruppe oder Klasse. Meta Modell Muster hier sind: Universalquantoren, generalisierter Referensindex, Vorannahmen und Modaloperatoren der Notwendigkeit und der Unmöglichkeit. Dem Coach geht es darum, die Einschränkungen im Modell des Sprechers aufzudecken.

  3. Semantische Fehlgeformtheit (Verzerrung): Hier werden oft willkürliche Verknüpfungen gebildet oder willkürliche Annahmen getroffen. Die Metamodellmuster hier sind: Ursache-Wirkung, Komplexe Äquivalenz, Gedankenlesen, verlorener Performativ.
Dem Metamodell liegen insbesondere zwei wichtige NLP-Grundannahmen zugrunde. Die Landkarte (Worte) ist nicht das Gebiet (Sinneserfahrung). Und Menschen besitzen bereits alle Ressourcen, die sie für eine Veränderung brauchen. Im Metamodell wird der Coachee durch das gezielte Nachfragen wieder mit seinem inneren Wisssen in Verbindung gebracht. Er hat alle Ressourcen, die er dafür benötigt, bereits in sich. Die gleiche Grundannahme wirkt ebenso kraftvoll im Milton-Modell, einer Umkehrung des Meta Modells. Durch die Verwendung einer kunstvoll vagen Sprache wird der Coachee hier indirekt und non-direktiv in Trance geführt und so auf ganze andere Weise mit seinem Erleben verbunden.
 
* Vgl. O´Connor: NLP - das Workbook, Freiburg, 2005, 4. Auflage, S. 162.

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