23 März 2018

Wie du deine Kreativität steigerst

Einfache und umsetzbare Strategien für neues, kreatives Denken

Wie du deine Kreativität steigerst - Blog-Artikel des NLP-Zentrum
Kreativität ist die Fähigkeit aus Bestehendem, etwas Neues zu erschaffen, sei es ein Gedanke, eine Handlung oder etwas Stoffliches. Kreativität nutzen wir jeden Tag, um Lösungen zu finden, Dinge zu gestalten und Neues zu erschaffen. Jeder hat in Berufsleben und Alltag Aufgaben zu bewältigen, die seine Kreativität fordern. Doch es gibt Momente, in denen uns einfach nichts einfällt. Der Kopf ist leer, es entstehen keine mentalen Bilder, keine innere Stimme flüstert uns innovative Einfälle zu. Oftmals nehmen wir dies einfach hin und verschieben die Aufgabe auf später. Doch es gibt Möglichkeiten unsere Kreativität zu fördern.
Auch im NLP gibt es sehr wirksame Techniken für Kreativität, doch dazu kommen wir in dem nächsten Blogartikel. In diesem Blogartikel wollen wir einfach umsetzbare und wissenschaftlich belegte Strategien aufzeigen...

Wenn wir kreativ sind, erschaffen wir etwas, das neuartig, originell und nützlich ist. Dabei kann der kreative Einfall noch nie da gewesen sein; es ist aber auch kreativ, etwas Vorhandenes durch neue Aspekte und Ideen zu erweitern. Kreativität beschränkt sich nicht auf den künstlerischen Bereich, sondern findet in den verschiedensten Lebens- und Arbeitsbereichen Anwendung. Und zu jeder Zeit können wir unseren kreativen Geist durch ganz einfache Dinge stärken.

Bewegung fördert die Kreativität

Dass Bewegung gesund ist und positiv zu unserem Wohlbefinden beiträgt, ist weithin bekannt. 2014 untersuchten Forscher welche Auswirkungen Laufen auf kreatives Denken hat1. In einem Experiment ließen sie die Teilnehmer im Sitzen Kreativitätstest absolvieren. Anschließend wurden die Teilnehmer auf ein Laufband geschickt. In einem selbst gewählten Tempo absolvierten sie erneut die Kreativitätstests. Das Ergebnis ist beeindruckend: In Bewegung konnten die Teilnehmer ihre Testergebnisse um bis zu 80 % verbessern.

Konvergentes und Divergentes Denken

Interessant ist hierbei, dass die Ergebnisse insbesondere beim Test des divergenten Denkens deutlich gesteigert waren. Auf konvergentes Denken hatte Bewegung nur einen positiven Einfluss von etwa 20 %.
Unter divergentem Denken versteht man offene, unsystematische und ausstreuende Gedankengänge, die in einem Kreativitätsprozess in der Regel am Anfang stehen. Divergentes Denken ist Brainstorming ohne rationale Einwände, das Finden innovativer Ideen und das Einnehmen neuer Sichtweisen und Perspektiven. Konvergentes Denken sollte sinnvollerweise am Ende eines Kreativitätsprozesses eingesetzt werden. Hier werden mithilfe einer rationalen, überprüfenden und lösungsorientierten Denkweise die gesammelten Einfälle und Ideen ausgewählt und auf Umsetzbarkeit geprüft.

Auch nach der Bewegung ist die Kreativität gesteigert

Vermutlich haben nicht alle die Möglichkeit ein Laufband in ihr Büro zu stellen. Und auch Brainstorm-Meetings können nicht immer im Laufen abgehalten werden. Das ist aber auch nicht notwendig: Denn in weiteren Experimenten fanden die Forscher heraus, dass die Kreativität auch nach vorangegangener Bewegung weiterhin erhöht ist. Sie teilten die Teilnehmer dafür in drei Gruppen ein. Die erste Gruppe absolvierte beide Kreativitätstests im Sitzen. Die zweite Gruppe saß zuerst und lief während dem zweiten Test auf dem Laufband oder draußen. Die dritte Gruppe bewegte sich zuerst und saß für den zweiten Test.

Die Ergebnisse sind eindeutig. Die Gruppe, die für beide Tests saß, hatte die schlechtesten Ergebnisse. Die Gruppe, die sich beim zweiten Test bewegte, konnte ihre Ergebnisse deutlich verbessern. Aber auch die dritte Gruppe erzielte sehr gute Ergebnisse im Sitzen nach vorheriger Bewegung. Auch wenn die Kreativität durch das Sitzen wieder etwas abnahm, waren die Ergebnisse doch signifikant besser als bei der Gruppe, die sich gar nicht bewegt hatte.
Es reicht also schon aus, wenn du dich beispielsweise kreativen Aufgaben im Anschluss an einen kleinen Spaziergang widmest oder vor dem Meeting noch eine Runde um den Block drehst.

Eine dynamische Umgebung regt an

Die Forscher hatten in zwei Experimenten gezeigt, dass Laufen dafür sorgt, kreativer zu sein. Da stellt sich die Frage, welche Umgebung für mehr Kreativität sorgt: Indoor oder Outdoor?
Hierfür überlegten sich die Forscher ein viertes, spannendes Experiment. Dabei saßen die Teilnehmer entweder in einem Raum oder in einem Rollstuhl, der draußen geschoben wurde oder sie liefen Indoor auf einem Laufband oder gingen draußen spazieren. (Interessanterweise stellten die Forscher auch fest, dass Bewegung die Redseligkeit erhöht, insbesondere Bewegung unter freiem Himmel. Redseligkeit führt zwar nicht automatisch zu einer erhöhten Kreativität, kann aber beispielsweise beim Brainstorming sehr nützlich sein.)

Kreativität wird durch die Umgebung beeinflusstInsgesamt zeigte das Experiment, dass Laufen, sowohl Indoor als auch Outdoor, die Kreativität deutlich steigert. Die besten Ergebnisse erreichte die Gruppe, die draußen lief. Aber auch die Teilnehmer, die im Rollstuhl draußen geschoben wurden, waren deutlich kreativer, als die Teilnehmer, die in einem geschlossenen Raum saßen. Andere Studien2 haben gezeigt, dass ein Aufenthalt in der Natur einen positiven Effekt auf unsere Kreativität hat. In der vorgestellten Studie wirkte jedoch auch eine städtische Umgebung fördernd auf die Kreativität. Es scheint also auszureichen, wenn eine dynamische Umgebung unsere Gedanken anregt. Am besten gehst du zum Brainstormen also raus auf einen Spaziergang, egal ob durch die Stadt oder in der Natur. Fast jedes Handy hat zum Beispiel heutzutage eine Diktierfunktion, die sich für Ideenfindungsprozesse im Laufen bestens eignet.

Zeitdruck schadet kreativen Denkprozessen

Bewegung und eine dynamische Umgebung helfen dabei kreativ zu sein. Aber was stört kreative Prozesse? Ein Beispiel für eine Kreativitätsblockade ist Zeitdruck. Kreativitätsprozesse sind komplexe kognitive Vorgänge, die Zeit brauchen und sich nicht unter Druck setzen lassen. In einer umfangreichen Studie in Amerika wurden über 9000 Tagesprotokolle von Arbeitnehmern analysiert um herauszufinden, wie Zeitdruck erlebt wird und welche Auswirkungen er auf kreatives Denken hat3.
Das Ergebnis zeigt deutlich, dass Zeitdruck der Kreativität schadet. Sogar nachdem der Zeitdruck abgenommen hat, braucht es eine Zeit, bis kreatives Denken wieder auf hohem Level möglich ist. Zeitdruck und Stress sollten also grundsätzlich vermieden werden.

Die innere Haltung ist entscheidend

Auch wenn wir nicht immer verhindern können unter Zeitdruck zu stehen, sind wir diesem Faktor nicht hilflos ausgeliefert. Reserviere dir einen festen Zeitraum, in dem du dich deiner Aufgabe widmen kannst. Vermeide Unterbrechungen und Ablenkungen, denn sie stören kreative Denkprozesse nachweislich. Nimm dir zu Beginn einige Minuten Zeit, um deine Aufgabe zu durchdenken, vorhandenes Material zu studieren und dich spielerisch und frei dem Thema zu nähern. Exploratives Verhalten unterstützt kreative Denkprozesse. Denn nur wenn du hilfreiche Konzepte, Themen und Fakten kennst, kannst du diese neu verknüpfen. Achte außerdem auf deine innere Haltung, mit der du die Aufgabe bearbeitest.
Wenn du das Gefühl hast, dich im Hamsterrad abzustrampeln oder auf Autopilot alles abarbeitest, wird diese Haltung deine Kreativität dämpfen. Die Analyse der Tagesprotokolle hat ergeben, dass es am effektivsten ist, wenn wir uns in einen Entdecker-Modus versetzen. Ist der Zeitdruck gering, stell dir vor du bist auf einer Expedition, um neue Ideen zu generieren und explorieren. In diesem Modus ist es förderlicher alleine oder zu zweit zu arbeiten, als in einer großen Gruppe. Lenke deinen Fokus nicht darauf Probleme zu lösen, sondern Neues zu entdecken.

Wenn der Zeitdruck bereits sehr hoch ist, dann stell dir vor, du bist auf einer wichtigen Mission. Deine Arbeit ist so wichtig, dass die Dringlichkeit berechtigt ist und du dich positiv herausgefordert fühlst. Das Ziel der Mission ist es gleichermaßen Probleme zu lösen, als auch neue Ideen zu entwickeln. Mache deine Aufgabe innerlich zu einer Herausforderung, die du bewältigen kannst und willst.

Strategien für kreatives Denken

Zum Abschluss fassen wir alle Möglichkeiten deine Kreativität zu steigern, noch einmal für dich zusammen:
  • Gehe spazieren, bevor oder während du kreativ sein möchtest.
  • Suche dir eine dynamische (abwechslungsreiche) Umgebung.
  • Vermeide Zeitdruck, denn er hemmt deine Kreativität auch langfristig.
  • Reserviere dir einen festen Zeitraum für deine Aufgabe.
  • Vermeide Unterbrechungen und Ablenkungen.
  • Arbeite alleine oder zu zweit, nicht in zu großen Gruppen.
  • Überprüfe deine innere Haltung und gehe bewusst in einen Entdeckungs- oder Missionsmodus.
  • Nimm dir Zeit, dich der Aufgabe explorativ und spielerisch zu nähern.
  • Nimm dir Zeit, neue Konzepte zu entdecken und Dinge kennen zu lernen, die nützlich sein könnten.
  • Sammle zuerst ungefiltert alle Ideen und Einfälle und überlege danach, wie man diese umsetzen könnte und überprüfe dann die Pläne kritisch.

Wir wünschen dir viele Ideen und Erfolg!



Quellen:

1. Marily Oppezzo und Daniel L. Schwartz. "Give your ideas some legs: The positive effect of walking on creative thinking." Journal of experimental psychology: learning, memory, and cognition 40.4 (2014): 1142.

2. Ruth Ann Atchley, David L. Strayer und Paul Atchley. "Creativity in the wild: Improving creative reasoning through immersion in natural settings." PloS one 7.12 (2012): e51474.

3. Teresa M. Amabile, Constance N. Hadley und Steven J. Kramer. "Creativity under the gun." Harvard business review 80 (2002): 52-63.

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